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100 Jahre Kontinentalverschiebungstheorie Wegeners Thesen spät anerkannt

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Der letzte Superkontinent der Erde hieß Pangaea.

(Foto: Dr. Ron Blakey, wikipedia)

Driftende Kontinente? Mit dieser Idee des jungen Meteorologen, Physikers und Polarforschers Alfred Wegener konnten die etablierten Geowissenschaftler des Jahres 1912 rein gar nichts anfangen. Am Ende revolutionierte die Theorie der Plattentektonik unser Bild der Erde.

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Der deutsche Polarforscher Alfred Wegener auf einer Grönland-Expedition.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas passen wie zwei Puzzlestücke zusammen. Das hatten viele Naturwissenschaftler erkannt, seit es realistische Karten gab. Aber erst Alfred Wegener zo g ab 1910 die richtigen Schlüsse daraus: Es muss einen Urkontinent gegeben haben, der auseinandergebrochen ist und dessen Teile sich über den Globus bis zu ihrer aktuellen Lage verschoben haben. Am 6. Januar jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem Wegener seine Theorie in einem Vortrag in Frankfurt am Main wissenschaftlichen Kollegen erstmals vorstellte.

Die Reaktionen auf die Thesen des damals 31 Jahre alten Meteorologen, Physikers und Polarforschers waren ablehnend. Manche Professoren, die an der damals gültigen Lehre der unveränderlichen Lage der Kontinente festhalten wollten, verspotteten Wegener. Er suchte in den folgenden Jahren intensiv nach Beweisen für seine Theorie. "Alfred Wegener hatte damals eigentlich gar keine Chance, seine Hypothese zu beweisen, weil man die Technologie noch nicht hatte", sagt der Geophysiker Wilfried Jokat vom Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven in einem vom Institut veröffentlichten Interview.

Spott und Ablehnung kränkten Wegener nach Überzeugung des Wissenschaftshistorikers Reinhard Krause aber wenig. Im Gegenteil, sie spornten ihn an. "Er war von vorn herein felsenfest überzeugt davon, dass seine Theorie richtig ist - und er hat das so ernst genommen, dass er sagte: "Ich muss noch genauer argumentieren und noch bessere Hinweise zur Stützung meiner Thesen finden." Wegener ist tiefschürfend in die Sache eingestiegen." Nach Krauses Überzeugung kann man Wegener als Kopernikus der Geowissenschaften bezeichnen. "Wegener hat unser Bild von der Erde revolutioniert."

Welche Argumente hatte Wegener?

Er ging davon aus, dass die Kontinente aus leichterem Material als die Ozeanböden sind und sich wie Eisberge verhalten. Einen Beleg dafür kannte man aus Skandinavien. Dort war das Land in der Eiszeit durch das Gewicht der Gletscher eingesunken und hebt sich bis heute langsam wieder aus dem Meer. Übereinstimmungen in der Tier- und Pflanzenwelt auf verschiedenen Kontinenten stützten Wegeners These der Kontinentdrift. An vielen Orten auf der Welt finden sich Ablagerungen, die nur in tropischen Gewässern entstanden sein konnten - ein klarer Hinweis auf die Wanderung der Kontinente. Über die ursächlichen Kräfte wusste Wegener allerdings nicht viel.

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Das -Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven trägt den Namen Alfred Wegeners.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die vorherrschende Lehrmeinung ging davon aus, dass es in früheren Zeiten Landbrücken zwischen den fest an ihren Positionen verharrenden Kontinenten gegeben haben müsse, anders wären die Artenübereinstimmungen nicht zu erklären gewesen. Diese Landbrücken seien irgendwann untergegangen.

Wie ist der Stand heute?

Mit sehr genauen Messverfahren lässt sich nachweisen, dass die Kontinente sich mit ihren Erdplatten um einige Millimeter im Jahr bewegen, angetrieben von einer thermischen Konvektion, von Kräften unterhalb der festen Erdkruste. So wird zum Beispiel der Atlantik breiter, am mittelatlantischen Rücken bildet sich neuer Ozeanboden. Wo Kontinentalplatten aufeinandertreffen, entstehen Faltengebirge. Die Alpen sind ein Beispiel dafür.

An Kollisionsstellen wird Gestein auch in die Tiefe gedrückt (Subduktionszonen). Dort kommt es regelmäßig zu Erdbeben, dort gibt es viele Vulkane. Der Feuergürtel rings um den Pazifik ist ein Beispiel dafür. Im ostafrikanischen Graben zerbricht ganz langsam der afrikanische Kontinent. Der Vorgang dauert jedoch Millionen Jahre, deshalb können wir die Veränderungen innerhalb eines Menschenlebens ohne sensible Messtechnik kaum wahrnehmen

Ein Leben lang für seine Theorie

Wegener starb 1930 während einer Grönland-Expedition. Zeitlebens hat er für seine Theorie gekämpft. Endgültige Bestätigung gab es aber erst in den 60er Jahren, als die technischen Möglichkeiten dafür vorhanden waren.

Am 6. Januar würdigen das Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung und das Senckenberg Naturmuseum den Forscher und den 100. Jahrestag seiner Theorie am Ort des historischen Vortrags in Frankfurt am Main.

Quelle: n-tv.de, Sönke Möhl, dpa

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