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Nächtliches Zucken Yoga hilft

Wir kennen alle dieses unangenehme Gefühl. Man träumt zu stolpern oder zu fallen und wacht mit einem heftigen Zucken auf, das nicht selten einem Tritt nahe kommt. Dabei schlägt einem das Herz bis zum Halse. Was vielen nicht bekannt ist: beim so genannten myoklonischen Zucken (auch als "Leg-Out" Syndrom bekannt) spielt sich ein hochinteressanter Prozess im menschlichen Gehirn ab.

Den verschiedenen Schlafphasen sind entsprechende Atemfrequenzen zugeordnet. Ist die Frequenz zu tief, befürchtet das Gehirn, der Körper sei in Gefahr, leitet einen Traum ein und weckt den Schlafenden durch eine starke Ausschüttung an Adrenalin. Durch den Angstzustand, beginnt man wieder tief durchzuatmen.

"Es ist vollkommen normal, gelegentlich durch ein myoklonisches Zucken geweckt zu werden", sagt Dr. Mohammed Zaman von der Uniklinik in Kuala Lumpur. Doch es gibt Menschen, bei denen sich das Syndrom zu einer regelrechten Schlafstörung entfaltet, die als Nebeneffekt auch noch eine räumliche Trennung vom Lebens- oder Ehepartner (zumindest in der Nacht) zur Folge haben kann.

Zaman, der Anästhesist ist, und drei weitere Mediziner als Malaysia, versuchen zur Zeit eine Therapie gegen das unangenehme Phänomen zu entwickeln. Sie stießen dabei teilweise auf Erstaunliches. Raucher leiden viel seltener am myoklonischen Zucken als Nichtraucher. "Das liegt daran, dass sie grundsätzlich eine höhere Atemfrequenz haben, weil der Körper versucht, den der Lunge zugefügten Schaden, in der Nacht auszugleichen."

Einen Grund zum Glimmstängel zu greifen, sieht der Mediziner aber nicht. Denn die Forscher haben auch herausgefunden, dass Menschen die viel Sport treiben, so gut wie gar nicht an dem Zucken leiden. Das selbe gilt auch für Leute, die sich aus beruflichen Gründen viel bewegen und oft an der frischen Luft sind. Betroffene sind meist Büroarbeiter, die stundenlang vor dem Computer sitzen. Diesen rät Zaman zu Yoga. Die alt-indische Methode den Körper in kürzester Zeit an- und entspannen zu lassen, hat sich in den bisherigen Versuchen als sehr effizient herausgestellt. Besonders interessant: die Probanten die Yoga beherrschten, hatten in den kritischen Schlafphasen genau die gleichen Atemfrequenzen, wie in den Übungen, die sie kurz zuvor gelernt hatten und schliefen weiter.

Zaman warnt davor, die Schlafstörung mit Tabletten lösen zu wollen. Gerade bei älteren Menschen kann dies zur Ausschaltung dieses Selbsterhaltungstriebes – und nicht anderes ist das myoklonische Zucken – führen. Im schlimmsten Fall ersticken die Menschen in Schlaf.

Hommy Dara, n-tv

Quelle: n-tv.de