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Neuer Messturm ZOTTO in Sibirien

Im Niemandsland der sibirischen Taiga misst die Max-Planck-Gesellschaft künftig mit einem 300 Meter hohen Turm, wie sich steigende Temperaturen und Treibhausgase beeinflussen. Das mit zahlreichen Analysegeräten bestückte ZOTTO-Gerüst ("Zotino Tall Tower Observation Facility") nahe dem Ort Sotino ist etwa so hoch wie der Eiffelturm ohne seine Antenne und überragt eine Waldregion, die noch vergleichsweise frei vom Einfluss des Menschen ist. Die sibirischen Wälder bilden eine wichtige Senke im globalen Kohlenstoffkreislauf: Insgesamt speichern sie etwa zehn Prozent des weltweiten Kohlenstoffs.

Die Forscher der Max-Planck-Institute (MPI) für Biogeochemie in Jena und ihre Kollegen vom MPI für Chemie in Mainz wollen ungestört von Industrieabgasen und anderen Einflüssen die Konzentration, Mischungsverhältnisse und Schwankungen der fürs Klima relevanten Gase und Aerosole messen zum Beispiel Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas. Projektpartner ist das russische Sukatschew-Forstinstitut in Krasnojarsk in Ostsibirien.

Außer für die Treibhausgas-Bilanz spielen die Wälder Sibiriens auch bei der atmosphärischen Aerosolbelastung eine wichtige Rolle. Vor allem die vielen Waldbrände in Sibirien erzeugen gewaltige Rauchwolken, die oft weite Teile der Region einhüllen. Die dabei frei gesetzten Rußteilchen beeinflussen die Strahlungsbilanz und die Bildung von Wolken und Niederschlag. Auch der Effekt dieser Prozesse auf das regionale und globale Klima ist bisher nur unvollständig bekannt. Trotz der enormen Bedeutung dieser Region war Sibirien bislang ein riesiger weißer Fleck auf der Karte der Messstationen.

Quelle: ntv.de

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