Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 273 Ist Fett wirklich ungesund?

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In tierischen Produkten sind viele gesättigte Fettsäuren. Die aber kann der menschliche Körper selbst herstellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Abendbrot streiten wir uns immer wieder. Ich mag viel Butter auf dem Brot, aber meine Frau sagt, es wäre besser, so fettarm wie möglich zu essen. Jetzt mal ehrlich: Stimmt das? (fragt Mirco G. aus Velbert)

"Fette gehören zur Ernährung dazu", antwortet Gisela Olias auf diese Frage. Olias ist Biologin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. "Man braucht Fette zur Energiezufuhr", fährt sie fort."Man braucht sie für die Produktion bestimmter Substanzen im Körper, und auch unsere Zellen enthalten Fettsäuremoleküle." Das Fazit ist für die Wissenschaftlerin klar: "Fettfrei zu leben, ist nicht gesund."

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Es darf auch Margarine sein - doch nur die gute.

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Allerdings kommt es durchaus darauf an, wie viel Fett man zu sich nimmt. Und außerdem ist Fett nicht gleich Fett. "Wir brauchen sowohl gesättigte Fettsäuren als auch einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – alles zu einem bestimmten Anteil", sagt Olias. Und genau da ist der Knackpunkt. Denn in unseren Lebensmitteln, gerade in den tierischen Produkten, sind sehr viele gesättigte Fettsäuren. Die aber kann der menschliche Körper selbst herstellen. Nahrung, die reich ist an gesättigten Fettsäuren, sollte man daher nur in Maßen zu sich nehmen. Butter gehört dazu. "Die lieber dünn streichen", rät Olias.

Wer alternativ zu Margarine greift, ist dadurch nicht unbedingt auf der sicheren Seite. "Bei Margarine sollte man aufpassen", sagt die Expertin. "Denn Transfettsäuren, die bei der Fetthärtung entstehen, spielen in der Margarine-Herstellung eine besondere Rolle." Transfettsäuren werden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht; Studien lassen darauf schließen. "Man sollte schauen, dass man eine gute Diät-Margarine erwischt", so die Biologin.

Hering, Lachs und Walnussöl

Pflanzliche Fette haben meist einen höheren Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Manche von diesen – die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren – kann der Körper nicht selbst produzieren; sie sind aber lebensnotwendig. So ist es wichtig, sie über die Nahrung aufzunehmen. "Rapsöl und Walnussöl enthalten besonders viele der für uns so wichtigen, essenziellen Fettsäuren", sagt die Wissenschaftlerin. "Und fetter Seefisch, zum Beispiel Hering oder Lachs."

Doch wer Walnussöl einfach nicht mag, muss nicht verzweifeln. "Die Fettsäure-Komposition der Öle und auch der tierischen Fette ist unterschiedlich", erklärt Olias. "Aber es ist nicht so, dass man nie Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, wenn man immer Butter isst. Allerdings", fügt sie augenzwinkernd hinzu, "kann es nicht schaden, dann ab und zu mal einen Brathering zu futtern oder Rapsöl zum Braten zu benutzen."

Das Problem mit dem Fett liegt in seinem Energiegehalt. Während ein Gramm Fett ungefähr neun Kilokalorien Energie liefert, sind es bei einem Gramm Eiweiß oder einem Gramm Kohlenhydrate nur jeweils vier Kilokalorien. Es reicht also eine viel geringere Menge Fett, um genauso viel Energie aufzunehmen wie mit Kohlenhydraten oder Eiweiß. "Wer auf seinen Fettstoffwechsel oder den Cholesterinspiegel achten muss, sollte tatsächlich eher zu natürlichen Light-Produkten greifen", meint Olias. "Zu Magerquark statt Sahnequark. Und zu Kochschinken statt Salami. Denn Salami enthält rund 30 Prozent Fett, Kochschinken aber nur 4 Prozent."

Ist man darauf angewiesen, in der Ernährung Energie einzusparen, lässt sich durch solche Maßnahmen also schon einiges erreichen. Doch wer kein Problem mit Übergewicht hat, wer gesund und körperlich aktiv ist, kann sich, wie Olias sagt, "auch mal Schlagsahne auf dem Obstkuchen gönnen."

Quelle: n-tv.de

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