Frage & Antwort

Frage & Antwort Wieso haben Zebras Streifen?

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Streifen über Streifen: Wo hört das eine Zebra auf, wo fängt das nächste Zebra an? Nicht nur dem Menschen fällt es schwer, die Umrisse eines einzelnen Tieres zu erkennen.

(Foto: Wikipedia/CC BY-SA 2.5)

Hätten sie die Streifen nicht, wären sie keine Zebras. Doch wie kamen die Tiere zu dieser Zier? Welcher Sinn steckt dahinter? Über die Antwort streiten Biologen schon seit mehr als hundert Jahren. Jetzt haben sich US-Forscher an einer abschließenden Erklärung versucht.

Man sieht sie schwarz auf weiß, und dennoch konnte man bislang nicht recht erklären, was es mit des Zebras Streifen auf sich hat. Theorien gibt es mehrere: Sie helfen den Tieren in der Hitze der afrikanischen Savanne dabei, ihre Körperwärme zu regulieren - lautet eine. Sie unterstützen die Zebras dabei, sich gegenseitig zu erkennen, lautet eine andere. Die Streifen ermöglichen in hohem Gras oder bei heißer, flimmernder Luft eine besonders gute Tarnung, lautet der dritte Erklärungsversuch. Und ein vierter besagt: Durch die Streifen verschwimmen die Umrisse einzelner Zebras, sobald die Tiere in einer Gruppe beieinander stehen. Auch hier also geht es letztlich um Tarnung. Denn wer nicht gut erkannt wird, ist vor Raubtieren besser geschützt – und auch vor lästigen und gefährlichen Insekten.

Diese These konnten Forscher von der University of California jüngst erhärten: Das Streifenmuster der Zebras helfe bei der Abwehr von Tsetse-Fliegen und anderen blutsaugenden Insekten, schlussfolgert das Forscherteam um Tim Caro in der Fachzeitschrift "Nature Communications" nach einer Studie.

Tsetse-Fliegen lieben Eintönigkeit

Blutsauer sind nicht nur lästig; Tsetse-Fliegen können auch die gefährliche Schlafkrankheit übertragen. Doch mit ihren Facettenaugen ist es ihnen offenbar nicht möglich, Zebras wahrzunehmen. Die Streifen verhindern das. Schon 2012 stellten Forscher fest, dass Tsetse-Fliegen das Zebramuster meiden. Sie lassen sich bevorzugt auf eintönigen Oberflächen nieder.

In der aktuellen Studie nun fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Lebensräume von Zebras stark überschneiden mit den Lebensräumen von Fliegen, die gern Pferdearten stechen. Und doch sind die Insekten für Zebras kein großes Problem. Sie fliegen einfach nicht auf gestreifte Tiere. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Pferdearten gestochen werden, ist - so das Ergebnis der Studie - deutlich höher. Bei der Untersuchung von Tsetse-Fliegen fanden die Forscher relativ wenig Zebra-Blut.

Bei manchen Zebras flimmert's stärker

Der Zusammenhang zwischen den Streifen der Zebras und der Fliegenabwehr sei "signifikant", heißt es demzufolge in der Studie. Für die Forscher steht fest: Diese Erklärung stellt alle anderen bekannten Theorien zu den Zebrastreifen in den Schatten. Die Hinweise auf den optischen Insektenschutz seien einfach am stärksten.

Damit ist man den Streifen offenbar auf die Spur gekommen. Und doch bleiben Fragen offen: Denn wie genau sich auf dem Fell der Zebras das Muster ausbildet, ist noch nicht vollständig verstanden. Eines aber weiß man: Jede Zebraart hat unterschiedlich viele Streifen. Beim Grevyzebra sind es etwa 80, beim Bergzebra rund 45, und das Steppenzebra verwirrt Fliegen mit nur etwa 30 Streifen.

Quelle: n-tv.de, asc/mit AFP

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