Fundsache

Fundsache, Nr. 1078 Festung aus Zeit des Jona

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Schon im 8. Jahrhundert vor Christus lebten hier Menschen.

(Foto: Antikenbehörde/Saar Ganor)

Der Prophet Jona ist vor allem deshalb berühmt, weil er von einem Walfisch verschluckt worden sein soll. Bekanntlich wurde er wieder ausgespuckt, sein Grab soll auf dem "Jona-Hügel" in Aschdod liegen. Forscher stellen nun fest, dass der Hügel schon zu Jonas Lebzeiten besiedelt war.

Israels Antikenbehörde hat auf dem "Jona-Hügel" in der Hafenstadt Aschdod eine Festung aus der Zeit des Propheten Jona freigelegt. Gemäß jüdischen wie muslimischen Überlieferungen wurde auf dem Hügel der biblische Prophet begraben. Die Ausgrabungen beweisen nun, dass der Hügel schon zu Lebzeiten des Propheten besiedelt war.

Archäologen legten ein Meter breite Mauern frei, die aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert stammen. Diese Mauern waren die Fundamente eines großen Gebäudes in der Epoche des Ersten Tempels in Jerusalem, als Jona aktiv war. Der Prophet ist laut Bibel von einem Fisch verschluckt worden, nachdem er sich geweigert, hatte nach Niniveh zu ziehen. (Jona 1,2).

Schon in den sechziger Jahren hatte der Archäologe Magen Broschi in Aschdod an der Stelle des heutigen Leuchtturms bei einer Notgrabung Mauerreste aus der Periode des ersten Tempels und der Zeit der persischen Eroberung des Heiligen Landes gefunden. Der Hügel ist mit 50 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung bei Aschdod und bietet einen strategischen Ausblick auf das Meer und auf die Umgebung.

Der Archäologe Saar Ganor bietet zwei Theorien, wer die gefundene Festung beherrscht haben könnte. Einerseits könnten es die Assyrer (heute Irak) gewesen sein, oder aber König Josia, Herrscher von Judäa, der Teile des assyrischen Gebiets während der Eisenzeit im 7. vorchristlichen Jahrhundert erobert und Aschdod-Yam kontrolliert hatte.

Ulrich W. Sahm

Ulrich Sahm

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 1970er Jahre aus der Region. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

Quelle: ntv.de