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Nur beim Sex voll bei der Sache iPhone-Nutzer grübeln viel

Eine US-Studie unter iPhone-Besitzern zeigt: In einem Drittel aller Fälle schweifen deren Gedanken ab. Das könnte unglücklich machen, warnen die Forscher. Nur bei der schönsten Sache der Welt sind sie mit den Gedanken uneingeschränkt anwesend.

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Mithilfe einer einer iPhone-App mussten die Probanden den Studienleitern ihr Befinden mitteilen.

(Foto: REUTERS)

Der Mensch lässt seinen Gedanken in rund der Hälfte seiner Wachzeit freien Lauf – und macht sich damit unglücklich. Das berichten Forscher der Harvard-Universität im Journal "Science". Gingen die Probanden einer bestimmten Tätigkeit nach, schweiften ihre Gedanken immerhin in 30 Prozent aller Fälle ab – außer beim Sex. Da sind die meisten vollkommen bei der Sache.

Um bei 2250 Probanden Aktivitäten und Gefühle unmittelbar zu erfassen, mussten sie ein iPhone samt zugehörigem Programm ("App") besitzen. Mehrmals täglich sollten die Studienteilnehmer mit einfachen Reglern auf dem Bildschirm Auskunft über ihr Befinden geben. Den Autoren der nicht repräsentativen Studie zufolge waren rund 60 Prozent der Probanden männlich und 74 Prozent US-Bürger. Der Altersdurchschnitt betrug 34 Jahre.

Befähigt zu Planung und Lernen

"Im Gegensatz zu Tieren verbringen Menschen einen Großteil ihrer Zeit damit, darüber nachzudenken, was nicht gerade um sie herum passiert", erklärte Matthew Killingsworth von der Harvard Universität. Dabei grübeln die Menschen etwa über Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, sich zukünftig ereignen können oder vielleicht gar nicht mehr passieren.

Obwohl diese bemerkenswerte Entwicklungsleistung den Menschen zum Lernen, Planen und zur Vernunft befähige, könne sie auf Kosten der Gefühle gehen. Killingsworth stellte auch fest: "Ein grübelnder Kopf ist ein unglücklicher Kopf."

Gemäß der Studie sind die Gefühle der Probanden weitestgehend unabhängig davon, ob die Gedanken angenehm, neutral oder unangenehm sind. Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass schweifende Gedanken eher Auslöser als Folge von Unglück sein könnten.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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