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Zweitürer in zweiter Generation Neuer Audi A5 - nur was fürs Auge?

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Die lange Motorhaube des Audi A5 ist jetzt mit einem Power-Dome versehen.

Es mag praktischere Autos geben, doch viele Kunden finden in der Ästhetik von Coupés eine angemessene Entschädigung für eingeschränkten Nutzen. Ästhetik ist auch eine zentrale Vokabel zur Beschreibung des A5-Coupés von Audi.

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Mit größerem Radstand und kurzen Überhängen soll die Sportlichkeit des Audi A5 noch mehr betont werden.

In Schönheit sterben? Nein, das soll Audis elegantester Zweitürer nicht, stattdessen noch mehr Kunden als bisher von seinen Qualitäten überzeugen. Mit rund 17.600 Exemplaren, die 2015 in Deutschland neu zugelassen wurden, hat sich das A5 Coupé auf einem soliden zweiten Platz eingerichtet, noch gefragter war von den inländischen Premium-Marken nur der 4er von BMW (rund 20.300), während das Mercedes E-Klasse-Coupé, das eine Idee länger ist als der Audi und in diesem Frühjahr als neues Modell auf den Markt kam, mit knapp 5300 Fahrzeugen noch Luft nach oben zeigt.

Der neue A5, der wahrscheinlich ab 2017 noch als fünftüriger Sportback angeboten wird, akzentuiert seine optischen Merkmale stärker als bisher. Der breitere Frontgrill ist tiefer platziert als zuvor, die Haube entsprechend flach nach vorn herab gewölbt und mit einem so genannten Power Dome ausmodelliert. Dreidimensional geprägt sind auch die Rückleuchten, dazwischen liegt als prägnant konturierte Welle eine Blechfalte, die sich über die muskulösen Radhäuser die ganze Wagenlänge entlang zieht. Harmonie und Dynamik gehen hier eine stimmige Verbindung ein, und das Blechkleid ist nicht nur geschmackvoll gestaltet, sondern steht auch noch vorbildlich im Wind: Mit einem cw-Wert von 0,25 (in der günstigsten Variante) ist die Aerodynamik am unteren Ende dessen angesiedelt, was bei einem Coupé dieses Kalibers möglich ist.

Kein Stress mit dem Gepäck

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Tiefe und gut ausgeformte Sitze halten die Passagiere in den Kurven.

Dass die Frontpassagiere keine großzügigen Platzverhältnisse vorfinden, überrascht nicht, dass man Kompromisse eingehen muss, will man hinten sitzen, ebenso wenig. Letztlich kommt es lediglich darauf an, den Zustieg nicht allzu kompliziert und verrenkungsfrei für die Fondbesetzung hin zu bekommen und ihnen genügend Kopffreiheit bereit zu stellen. Um das zu garantieren, sind die Sitze entsprechend tief angebracht. Was als Gran-Tourismo-Coupé gelten will, stellt seinen Insassen genügend Platz für Gepäck zur Verfügung und der ist beim A5 sehr ordentliche 465 Liter groß. Es gibt Limousinen, die weniger anbieten. Zehn Liter Zuwachs, vermeldet Audi, sind das gegenüber dem Vorgänger, die Ladekante ist 71 Zentimeter hoch.

Die Cockpitgestaltung orientiert sich am Vorbild des A4-Schwestermodells, verfügt deshalb über die sprichwörtliche Aufgeräumtheit der Marke, edle Materialien und hohe Verarbeitungsqualität sind Standard. Das virtuelle Cockpit, also der vielfältig programmierbare Bildschirm, der klassische Rundinstrumente simuliert, aber auch eine Navi-Grafik anzeigen kann, hält Einzug in die Baureihe. Im Grunde genommen wäre der mittig angebrachte Zentralmonitor damit überflüssig, jedoch will der Beifahrer auch beschäftigt sein und kann dort im Entertainment-Menü blättern oder sich mittels der fest eingebauten SIM-Karte Online-Inhalte aufs Display holen. Neu ist der automatische Gurtzuführer an der B-Säule, der das Anschnallen erleichtern soll. Nur eine Petitesse gibt Rätsel auf: Warum die sonst so stilsicheren Innenarchitekten sich für offene Cupholder entschieden haben, wo doch ein Klapp- oder Lamellenverdeck viel besser zum formvollendeten Ambiente gepasst hätte, will nicht recht einleuchten.

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Das aufpreispflichtige "Virtual Cockpit" hat ein TFT-Display mit einer Diagonale von 12,3 Zoll.

Zum Verkaufsstart in Deutschland soll das neue Audi A5 Coupé mit zwei aufgeladenen TFSI- und drei Diesel-Motorisierungen vorfahren. Die Basisaggregate haben jeweils 190 PS, der stärkste Selbstzünder wartet mit 286 PS auf. Das vorläufige Spitzenmodell, der S5, sorgt mit 354 PS für Anschub, was einem Leistungszuwachs von 21 PS entspricht. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der Verbrauch je nach Modell um bis zu 22 Prozent zurückgegangen, verspricht Audi, wobei für den Basis-Benziner ein Normwert von 5,1 Litern und für den kleinsten Diesel 4,4 Liter je 100 Kilometer gelten sollen.

Neuer, leichter Top-Benziner

Von Grund auf neu konstruiert ist der drei Liter große Sechszylinder im S5. Nach dem Vorbild des V8-Benziners ist der Turbolader zwischen die Zylinderbänke gewandert und verfügt so nach Überzeugung von Motorenentwickler Jürgen Königstedt über ein optimales Luftmanagement. Der Motor wurde insgesamt 14 Kilogramm leichter gegenüber dem vergleichbaren Vorgängermodell und bringt nun 172 Kilogramm auf die Waage. Im Normalbetrieb schaufelt der Lader die Verbrennungsluft mit 1,3 Bar in die Zylinder.

Am Ansprechverhalten gibt es nichts zu tadeln. Die maximale Durchzugskraft von 500 Newtonmetern wird schon ab 1370 Umdrehungen freigesetzt, was das Spurtvermögen auf unter fünf Sekunden drückt. Wer das allzu oft ausprobiert, darf sich freilich nicht wundern, wenn er nicht mit den vorgesehenen 7,3 Litern je 100 Kilometer auskommt, die Audi als offiziellen Prüfstandswert mitteilt. Mit einem Schnitt von um neun Liter dürfte man allerdings ebenso zügig wie sportlich unterwegs sein können.

Sportlich sollte nicht zuletzt auch der Klang sein, den ein Auto mit beeindruckenden vier Endrohren am Heck entfacht. In dieser Disziplin ließ der S5 bei den ersten Testfahrten noch Optimierungspotenzial erkennen. Allzu gedämpft und artifiziell, in Drehzahlbereichen zwischen 2000 und 2500 Touren zuweilen auch von dissonantem Timbre, kommt der Sound des sportlichen Topmodells rüber. Dass Audi Klangdesign besser kann, beweisen andere Modelle.

Bekanntlich wird der A5 sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb angeboten. Während sich in Deutschland im vergangenen Jahr etwas mehr die Hälfte der Kunden für ein Quattro-Modell entschieden, waren es im weltweiten Durchschnitt mehr als 70 Prozent. Etwa ein Fünftel der Käufer griffen tiefer in die Tasche und bestellten eine S- oder RS-Variante. Wie viel die einheimischen Abnehmer letztlich für ihren neuen A5 berappen müssen, hat der Hersteller gut ein Vierteljahr vor dem Marktstart noch nicht präzise festgelegt. Nur so viel ist zu erfahren. Ab circa 38.000 Euro wird es ein A5-Coupé geben, der S5 wird bei etwa 63.000 Euro liegen.

Quelle: ntv.de