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Keine Batterie-Autos vom Autoriesen Verschläft Toyota den E-Antrieb?

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Elektroautos sind nicht Toyotas Ding. Jedenfalls setzen die Japaner bis auf Weiteres nicht auf den Akku.

Nach Aussagen von Toyota will der größte Autobauer der Welt seine Kunden bis 2050 CO2-neutral fahren lassen. Der Umbau der Modellpalette soll bereits begonnen haben. Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb gehören aber nicht in das Programm der Japaner.

Der japanische Autokonzern Toyota ist bekannt für seinen langen Atem, wenn es um neue Antriebstechnologien geht. Als der Autoriese 1997 mit dem Hybridmodell Prius in Serie ging, wurde er von Vielen belächelt. Heute gelten die Japaner als absolute Vorreiter auf diesem Gebiete und haben sich einen gewissen Vorsprung gesichert.

Jetzt ist die Situation ähnlich: Die Autowelt steht vor einem massiven Umbruch, der klassische Verbrenner - so muss man unter Vorbehalt konstatieren - wird dieses Jahrhundert wohl kaum überleben. Hybride sind inzwischen zumindest ansatzweise zum Alltag geworden, zumindest aber nichts Besonderes mehr. Ob sich in den nächsten Jahren batterieelektrische Fahrzeuge, Wasserstoffantriebe oder vielleicht doch noch völlig andere Konzepte durchsetzen werden, steht heute in den Sternen.

Ladezeiten sind das Problem

Das weiß auch Toyota. Und daher setzt der extrem konservativ ausgerichtete Hersteller einstweilen jedenfalls nicht auf batterieelektrische Antriebe. Während der Volkswagen-Konzern und BMW beispielsweise einen Brennstoffzellen-Antrieb in der Hinterhand haben, Hersteller wie Mercedes in den kommenden Monaten damit sogar in die Offensive gehen, ist Toyota hier mit dem Mirai längst vorgeprescht. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Japaner nicht die Ersten waren. Hyundai hatte bereits mehr als ein Jahr früher den ix35 Fuel Cell mit Brennstoffzelle vorgestellt. Allerdings werden wohl alle Wasserstofffahrzeuge, egal von welchem Autobauer, für die kommenden Jahre nur eine Nische besetzen, denn bis 2022 wird es in Deutschland mit großer Wahrscheinlichkeit gerade mal 400 Wasserstoff-Tankstellen geben. Und selbst das ist alles andere als sicher.

Warum setzten die Japaner dann nicht stärker auf die Batterie? Toyota stört am Batteriefahrzeug weniger die heute noch geringe Reichweite. Die wird sich bereits mit der vor der Tür stehenden nächsten E-Auto-Generation auf 400 Kilometer verdoppeln. Was die Japaner am Akku nervt sind die langen Ladezeiten. Hier ist eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle klar im Vorteil, dauert eine Betankung doch kaum länger als bei einem konventionellen Verbrenner.

Ein Hintertürchen hält man sich bei Toyota dennoch offen. Sollte es einen Durchbruch in der Akkutechnologie geben, wird der größte Fahrzeughersteller der Welt wohl kaum auf batterieelektrische Vehikel verzichten können. Derzeit ist das allerdings kein Thema. Von CO2-Neutralität indes sind sowohl Akkus als auch mit Wasserstoff gespeiste E-Autos aktuell noch ziemlich weit entfernt und demnach letztlich auch nicht wirklich umweltfreundlich. Denn so lange Strom auch aus Braunkohle und Wasserstoff aus Erdgas generiert wird, wird auch weiterhin CO2 freigesetzt und das nicht nur in geringen Maßen.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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