Gebrauchte

Es muss kein Passat sein Opel Insignia - gebraucht eine Alternative

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Wer will, bekommt seinen Opel Insignia mit starken Diesel und Allradtechnik.

Mit dem Insignia beendete Opel 2008 die biedere Vectra-Ära. Glücklicherweise achteten die Rüsselsheimer nicht nur auf modische Oberflächlichkeiten, was einen gebrauchten Insignia trotz kleiner Schwächen durchaus zu einer Option macht.

Für Opel war er  vor sieben Jahren ein Aufbruchssignal: Der modern gezeichnete Insignia beerbte den eckigen Vectra und gab gleichzeitig den Startschuss für eine Erneuerung der Modellpalette. Auch wenn das Auto nicht in jeder Hinsicht überzeugt – wer einen bequemen Langstreckenwagen sucht, liegt mit dem Rüsselsheimer nicht falsch.

Platz ist relativ

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Beim Lifting 2013 gab es schicke Scheinwerfer und noch mehr Fahrwerkskomfort.

Gegenüber dem verblichenen Vectra änderte Opel nicht nur den Namen, sondern auch das komplette Designkonzept. War der Vorgänger noch eckig und geräumig, formte man beim Insignia die dynamische Karosserie auf Kosten des Platzangebots. Besonders deutlich wird das beim "Sports Tourer", dem Kombi, der gemessen an der Länge von 4,91 Meter mit 540 Litern etwas zu wenig Platz hinter der Heckklappe bietet. Gleiches gilt für den 2013 eingeführten "Country Tourer" im Offroad-Stil. Auch die beiden weiteren Karosserieversionen – das Stufenheck und das von außen kaum zu unterscheidende Fließheck – sind keine Meister der Raumökonomie. Hinzu kommt das vergleichsweise hohe Gewicht der Fahrzeuge, was sich zuweilen im Spritverbrauch deutlich niederschlagen kann.

Nicht voll überzeugen kann auch das Cockpit, das bis zum Facelift Ende 2013 mit einer Unzahl an Knöpfchen und einem komplizierten Bediensystem verwirrte. Auf der Haben-Seite sind die bereits in der Serienversion verbauten sehr guten Sitze, das sichere Fahrverhalten und das ausgewogene Fahrwerk. Hier hat Opel mit dem Insignia sogar ein Stück weit Maßstäbe gesetzt.

Reichlich Triebwerke zur Auswahl

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Trotz seines mit 540 Litern nicht üppigen Kofferraums ist der Kombi extrem beliebt.

Erfreulich ist das äußerst umfangreiche Antriebsangebot des Insignia. Es reicht auf Benzinerseite von preisgünstigen, aber trägen 1,6-Liter-Basisbenziner mit 115 PS bis zum kräftigen, aber sehr durstigen V6-Turbo mit 325 PS. Die meisten Neuwagenkunden haben sich wahrscheinlich auch deshalb für einen der 2,0-Liter-Diesel entschieden. Vor allem in den mittleren Leistungsklassen mit 131 PS, 140 PS und 160 PS bringt dieser ausreichende Fahrleistungen und moderaten Verbrach zusammen. Wer wirklich schnell unterwegs sein will wählt die Biturbo-Version mit 195 PS, wer viel Geduld und keine sportlichen Ambitionen hat, der mag mit dem 110 PS starken Einstiegsdiesel glücklich werden.

Gemein ist den Dieselaggregaten aber ihr brummiger und nicht ganz vibrationsfreier Lauf. Erst seit 2015 setzt Opel seine neue Triebwerksgeneration ein, die deutlich kultivierter an die Arbeit geht. Alternative für Tankkosten-Sparer: Die werksseitig umgerüstete Autogasversion mit ihrem 140 PS starken Turbo, die für diese Antriebsart recht flotte Fahrleistungen bietet. Standard-Getriebe beim Insignia ist eine manuelle Handschaltbox, die stärkeren Modelle sind auch mit Sechsstufenautomatik zu bekommen. Beim Bemühen, nicht nur den Vectra, sondern auch das ehemalige Flaggschiff Signum zu ersetzen, setzt der Insignia auch auf Allradantrieb. Die Technik ist bei den V6-Benzinern Serie und bei den starken Vierzylindern auf Wunsch zu bekommen. Auch die Diesel ab 160 PS gab es seinerzeit mit 4x4-Antrieb.

Gute Serienausstattung

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Bis 2013 überfrachtete Opel die Mittelkonsole des Insignis mit Knöpchen.

Während der norddeutsche Hauptkonkurrent bei der Ausstattung geizte, ging Opel bereits zum Marktstart 2008 in die Vollen. Schon das Basismodell war gut ausgestattet, kaum noch Wünsch übrig ließ die erste Upgrade-Stufe "Edition", bei der anfangs selbst das Navigationssystem an Bord war. Über die Jahre hat Opel die Umfänge der bis zu sechs Trim-Level immer wieder geändert, an der Grundempfehlung für "Edition" ändert das nichts. Auch einige weitere Extras können nicht schaden, etwa die hervorragenden Ergonomie-Sitze, der Elektromotor, der die schwere Heckklappe des Kombis hochwuchtet oder die Rückfahrkamera, die die mäßige Sicht nach hinten ausgleicht. Assistenz- und Sicherheitssysteme gibt es beim Insignia meist im Paket. Verfügbar sind unter anderem ein Spurhalte- und Spurwechselassistent, ein adaptiver Tempomat und Bi-Xenon-Kurvenlicht. Immer an Bord sind sechs Airbags und der Schleuderschutz ESP. Den EuroNCAP-Crashtest absolvierte der große Opel im Übrigen mit fünf von fünf Sternen.

Die kleinen Fehler

Der Insignia leidet in der HU-Statistik der TÜVs vor allem an typischen Dienstwagen-Problemen. Die Lenkung wird bei hohen Laufleistungen schnell in Mitleidenschaft gezogen, gleiches gilt für Federn und Dämpfer. Anfällig sind zudem die Bremsscheiben; häufig werden sie schon bei der ersten Prüfung bemängelt. Chronisch ist der Ölverlust, der selbst jüngere Modelle betrifft. Ansonsten schlägt sich das Mittelklassemodell recht Wacker. Bei frühen Modellen bis Mitte 2010 sind schwächelnde Batterien und zickige Parkbremsen bekannt.

Fazit: Der Insignia ist sicherlich nicht das praktischste Auto in der Mittelklasse. Dafür weiß vor allem der Kombi optisch zu gefallen. Zudem ist das Angebot so breit und so groß, dass jeder das passende Modell finden dürfte. Und die Preise liegen weit unterhalb des Passat-Niveaus. Rund 11.000 Euro sollte man aber mindestens einplanen, schon um zu vermeiden, ein Fahrzeug mit Reparaturrückstau zu kaufen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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