Der Tag
13. Oktober 2022
imageMit Sabine Oelmann und Johanna Ohlau
Zum Archiv
22:34 Uhr

Das war Donnerstag, der 13. Oktober 2022

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Blick auf die Oder mit der Stadtbrücke, die die beiden Städte auf polnischer Seite Slubice und auf deutscher Seite Frankfurt (Oder) verbindet. (Foto: picture alliance/dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

anhaltende Proteste gegen das Mullah-Regime im Iran, eine Art Etappe zum Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket (allerdings für 49 Euro) ist geschafft, die Verlängerung der Frist für die Grundsteuererklärung, eine Vorladung für den früheren US-Präsident Trump vor dem U-Ausschuss zum Sturm aufs Kapitol, eine hitzige Debatte im Bundestag über die Erinnerungslücken des Kanzlers zur "Cum Ex"-Affäre - ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Einige Leseempfehlungen habe ich an dieser Stelle noch für Sie:

Düzen Tekkal zu Iran-Protesten: "Die Revolution ist in vollem Gange"

Was passiert, wenn Putin stirbt?

Der Scholz-Ersatz sieht bei den Deutschen ein "V2-Syndrom"

Undiplomatischer Diplomat: Schade, dass Melnyk geht

Im Ukraine-Ticker halten wir Sie weiter auf dem Laufenden. Damit wünsche ich Ihnen eine gute Nacht.

Ihre Johanna Ohlau

Das war Donnerstag, der 13. Oktober 2022
22:17 Uhr

RKI: Mehr Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt und das zeigt sich auch in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) führt die vermehrte Ausbreitung dort zu mehr Corona-Ausbrüchen. So gab es in der vergangenen Woche in medizinischen Einrichtungen wie beispielsweise Kliniken 220 (Vorwoche: 155) aktive Ausbrüche, in Alten- und Pflegeheimen waren es 413 (Vorwoche: 301), wie das RKI in seinem Corona-Wochenbericht schreibt: "Diese Entwicklungen können als direkte Folge der starken Ausbreitung in den vergangenen Wochen gedeutet werden."

RKI: Mehr Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen
21:54 Uhr

Kapitol-Erstürmung: U-Ausschuss lädt Trump vor

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Ob er erscheint oder nicht: Trump wird wohl wenig sagen. (Foto: Mary Altaffer/AP/dpa)

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 wird den früheren Präsidenten Donald Trump vorladen. Dafür stimmten die Mitglieder des Gremiums einstimmig in einer öffentlichen Sitzung. Es ist eine selten vorkommende Eskalation der Untersuchungen. Zuvor versuchte der Kongressausschuss, Trump mit neuen Beweismitteln stärker für die Attacke verantwortlich zu machen.

Sollte Trump der Vorladung für eine Aussage unter Eid nicht folgen, könnte das Repräsentantenhaus ihn wegen Missachtung des Kongresses beim Justizministerium anzeigen. Allerdings wird die Zeit knapp: Am 8. November wird ein neues Repräsentantenhaus gewählt. Bis zum Jahresende - bevor im Januar das neugewählte Repräsentantenhaus seine Arbeit aufnimmt - muss der Ausschuss seine Arbeit abgeschlossen haben. Doch auch wenn er aussagen sollte: Trump kann dennoch die Aussage verweigern.

Kapitol-Erstürmung: U-Ausschuss lädt Trump vor
21:37 Uhr

29-Jähriger bei Streit niedergestochen

Bei einem Streit unter Männern ist ein 29-Jähriger durch einen Messerstich in den Rücken lebensgefährlich verletzt worden. Drei bis vier Männer beteiligten sich am Nachmittag an der Auseinandersetzung auf offener Straße in Köln, wie die Polizei mitteilt. Neben dem 29-Jährigen wurde ein 51 Jahre alter Mann verletzt, er erlitt eine Platzwunde am Kopf. Am Tatort fanden die Polizei die mutmaßliche Tatwaffe, der Täter war bereits geflüchtet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beteiligten sich kannten. Der 29-Jährige wurde in einem Krankenhaus notoperiert.

29-Jähriger bei Streit niedergestochen
20:55 Uhr

Südkorea: Nordkorea feuert Kurzstreckenrakete Richtung Meer

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Eine südkoreanische Nachrichtensendung berichtet über den Raketentest. (Foto: dpa)

Nach seiner jüngsten Serie von Raketentests hat Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs erneut eine Rakete abgefeuert. Die Kurzstreckenrakete sei am Freitag (Ortszeit) in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer) geschossen worden, meldet die Agentur Yonhap unter Berufung auf den südkoreanischen Generalstab. Demnach startete die ballistische Rakete in der Nacht in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Seit Ende September hat das nordkoreanische Militär trotz internationaler Kritik in ungewohnt hoher Frequenz Raketentests durchgeführt. Damit sollte laut Eigenaussage der Regierung auch der Beschuss von südkoreanischen Flugplätzen mit taktischen Nuklearwaffen simuliert werden. Am Mittwoch hatte Machthaber Kim Jong Un dem Abschuss zweier Langstrecken-Marschflugkörper beigewohnt, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet. Diese seien von der westlichen Provinz Süd-Pyongan in Richtung Gelbes Meer gestartet und hätten nach einer Flugdauer von 10.234 Sekunden ihre 2000 Kilometer entfernten Ziele genau getroffen.

Südkorea: Nordkorea feuert Kurzstreckenrakete Richtung Meer
20:07 Uhr

Auch Libanon gibt grünes Licht für Gas-Abkommen mit Israel

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Michel Aoun (Foto: AP)

Ein jahrzehntelanger Streit zwischen Israel und dem Libanon um eine Meeresfläche vor der Küste ist beigelegt: Nach Israel billigt nun auch der Libanon offiziell das historische Abkommen über eine gemeinsame Seegrenze. "Ich verkünde die Zustimmung zur endgültigen Fassung, die vom amerikanischen Vermittler vorbereitet wurde", sagte Libanons Präsident Michel Aoun in einer Fernsehansprache. Die Rechte des Libanon würden darin in vollem Umfang gewahrt. Israel hatte vor zwei Tagen seine Zustimmung zu dem Deal bekanntgegeben. Der Konflikt um den Grenzverlauf im Mittelmeer hatte sich zwischen den beiden Staaten, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, nach der Entdeckung von großen Mengen Erdgas-Ressourcen verschärft. Die Verhandlungen liefen unter Vermittlung der USA. Beide Länder betonten jedoch zugleich, dass mit den Gesprächen keine Normalisierung ihrer Beziehungen einhergehe.

Auch Libanon gibt grünes Licht für Gas-Abkommen mit Israel
19:42 Uhr

Saudi-Arabien startet Premier League - für Frauen

Es erscheint für uns hier schier unglaublich, wie sehr die Rechte der Frauen in Saudi-Arabien beschnitten werden: Erst seit 2018 dürfen Frauen in dem extrem konservativen Königreich Auto fahren. Nun dürfen sie nicht nur Fußball spielen, sondern das auch vor Fans, wie lokale Medien berichten. Denn in Saudi Arabien startet eine Premier League der Frauen. Bei früheren Spielen waren demnach nur Angehörige der Fußballerinnen als Zuschauer erlaubt. Das erste Spiel wird zwischen den Teams Al-Nassr und Sama wird heute in der Hauptstadt Riad angepfiffen. Diese Lockerungen von Seiten des saudi-arabischen Königshauses sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Die Menschenrechtslage im Land ist weiterhin kritisch. Zudem sind immer noch prominente Frauenrechtlerinnen wegen ihres Kampfs für Gleichberechtigung inhaftiert. Die Führung um Kronprinz Mohammed Bin Salman duldet keine Kritik - mit Freiheit für die Bevölkerung, wie wir sie sehen, hat das also erst einmal wenig zu tun. Ich freue mich dennoch für die Mädchen und Frauen, die etwas für uns so Selbstverständliches wie Fußball zu spielen nun auch ohne Angst vor Strafe tun dürfen.

Mehr dazu und aus der Welt des Sports gibt es in unserem Sport-Tag.

Saudi-Arabien startet Premier League - für Frauen
19:13 Uhr

Spielzeug eingeatmet - quietschender Teenager amüsiert in Klinik

Manchmal sind es die kleinen kuriosen Geschichten, die in den sozialen Netzwerken hohe Wellen schlagen. So zum Beispiel der Krankenhausbesuch vom Teenager Jonathan Serrano in Texas. Der 13-Jährige hat ein Hundespielzeug verschluckt und macht "interessante" Laute danach. Vorab: Die Geschichte geht glücklich aus. Genauso ist es bei einem ungeplanten Tauchgang in Venedig und einer "knappen Kiste" im russischen Krasnodar. Mehr dazu im "Kaum zu glauben"-Video.

Spielzeug eingeatmet - quietschender Teenager amüsiert in Klinik
18:58 Uhr

Hollywood-Star Al Pacino flucht am häufigsten in Filmen

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Ob Al Pacino privat auch gern flucht? (Foto: picture alliance / Charles Sykes/Invision/AP)

"Verdammte Sch***e!" - so fluche ich ab und zu, wenn etwas gar nicht so läuft, wie ich mir das gedacht habe. Bei mir zählt zum Glück keiner nach, dafür aber bei Hollywood-Stars, genauer gesagt bei ihren Filmrollen: Der König der Schimpfwörter und Flüche auf der Leinwand ist niemand anderes als Al Pacino. Das hat die Auswertung von fast 3000 Drehbüchern ergeben, wie die britische "Daily Mail" berichtet. Laut der Zählung schafft es der 82-Jährige auf so viele schöne Worte wie "Fuck", "Shit" oder "Hell" wie kein anderer Schauspieler. Genauer gesagt: 295 Mal soll Pacino solche Worte gebraucht haben. Noch genauer: Alleine in 197 Fällen handelt es sich um das Wort "Fuck", mehr als ein Drittel dieser Zahl stamme aus seiner Rolle in "Donnie Brasco". Einer gebraucht das Wort noch häufiger laut Drehbuch als Pacino: Schauspielkollege Joe Pesci führt diesen Teil der Statistik mit 241 Mal "Fuck" an. Ob das nun so stimmt? Ich glaube nicht, dass die Nerds, die diese Zahlen ermittelt haben, danach auch noch die Filme überprüft haben, ob sich die Darsteller auch genau ans Drehbuch gehalten haben. Aber bei Pacino kann ich persönlich mir es schon sehr gut vorstellen, wenn ich an seine Rollen denke.

Bei den Frauen geht es - zumindest im Film - deutlich förmlicher und höflicher zu: Als einzige Schauspielerin in der Top 25 sei Julia Roberts vertreten, die diese Ehre ihrer Rolle als Erin Brockovich zu verdanken habe. Insgesamt fluche sie 63 Mal, wovon 42 Schimpfworte auf das Konto von Brockovich gingen.

Hollywood-Star Al Pacino flucht am häufigsten in Filmen
18:36 Uhr

Schulmassaker in Parkland: Jury gegen Todesstrafe für Täter

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Gehört ins Gefängnis für seine schreckliche Tat: Nikolas Cruz. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

"Die Staatsanwaltschaft hatte seine Hinrichtung gefordert" - wenn ich solche Sätze lese, dann denke ich an längst vergangene Tage und unzivilisiertes Leben. In den USA ist die Todesstrafe allerdings noch gängige Praxis und ebendiese sollte aus Sicht der Staatsanwaltschaft Florida beim Parkland-Attentäter vollstreckt werden. Der Forderung folgt die Jury jedoch nicht und spricht sich vor Gericht für eine lebenslange Haft aus. Für die Todesstrafe wäre ein einstimmiger Beschluss nötig gewesen. Die Richterin sagte, das endgültige Strafmaß solle formal am 1. November verkündet werden.

Die Tat von Nikolas Cruz ist unbestritten grausam und eines der schlimmsten Schulmassaker, die die USA je erlebt haben: Der heute 24-Jährige hatte vor mehr als vier Jahren an einer Schule im US-Bundesstaat Florida 17 Menschen ermordet - 14 Schülerinnen und Schüler sowie drei Erwachsene.

Schulmassaker in Parkland: Jury gegen Todesstrafe für Täter
17:45 Uhr

Ökonomin Schnitzer erste Frau an der Spitze der "Wirtschaftsweisen"

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Monika Schnitzer (Foto: imago images/IPON)

Nun möchte ich Ihnen noch eine besondere Personalie vorstellen: Monika Schnitzer ist die erste Frau an der Spitze der "Wirtschaftsweisen". Die fünf Mitglieder des Beratungsgremiums der Bundesregierung wählten die Ökonomin mit sofortiger Wirkung in diese Funktion, wie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mitteilte. Schnitzer ist demnach gemäß Gesetz für die Dauer von drei Jahren gewählt.

Die 61 Jahre alte Ökonomin, die derzeit einen Lehrstuhl an der Ludwig-Maximilians-Universität München hat, ist seit April Mitglied des Sachverständigenrates. Die weiteren Ratsmitglieder sind derzeit: Veronika Grimm, Achim Truger und seit August Ulrike Malmendier sowie Martin Werding.

Ökonomin Schnitzer erste Frau an der Spitze der "Wirtschaftsweisen"
17:15 Uhr

Bahn-Sabotage: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Das Folgende war irgendwie zu erwarten, aber zeigt dennoch, dass die Sabotage des Zugfunks bei der Deutschen Bahn kein kleines Vergehen ist und die Verursacher wohl nicht "nur" einen Stillstand auf den Gleisen bezweckt haben: Die Bundesanwaltschaft übernimmt nun die Ermittlungen. Wegen möglicher verfassungsfeindlicher Sabotage habe die Behörde in Karlsruhe ein Verfahren gegen unbekannt eingeleitet, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Bahn-Sabotage: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
16:20 Uhr

TV-Sender kauft Hitler-Gemälde - um es vielleicht zu zerstören

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"Mein Kampf" von Adolf Hitler ist nicht nur wegen seines Autors, sondern vor allem wegen seines Inhalts höchst umstritten. (Foto: picture alliance / dpa)

Im Fernsehen wurde ja schon so einiges ausprobiert und experimentiert. Der britische Sender Channel 4 kauft Werke bekannter Künstler an - und lässt das Studiopublikum darüber entscheiden, ob Moderator Jimmy Carr es am Ende zerstört. "Art Trouble" soll das neue Format heißen, wie der "Guardian" berichtet. Bevor Sie jetzt wütend werden: Es soll sich nach Angaben des Senders um Gemälde und andere Werke "problematischer" Künstler handeln. Eines soll von einem der fürchterlichsten Menschen der Welt stammen, von Adolf Hitler. Der wollte ursprünglich mal Künstler werden, aber wurde zwei Mal in Wien fürs Kunststudium abgelehnt. Sollte das Publikum für die Zerstörung sein, soll der Moderator dem Werk mit einem Flammenwerfer zu Leibe rücken. Zudem soll der Sender den Zuschauerinnen und Zuschauern im Studio die gleiche Entscheidung überlassen bei Kunstwerken von Picasso, dem verurteilten Pädophilen Rolf Harris und dem Sexualstraftäter Eric Gill. "Es gibt einen Fürsprecher für jedes Kunstwerk", ist sich Programmdirektor Ian Katz dem Bericht zufolge sicher.

Was passiert, wenn das Werk nicht zerstört wird? Dann werde es "angemessen" entsorgt, wie Katz zitiert wird. In den Studiofluren bei Channel 4 werden sie nach seiner Aussage nicht aufgehängt. Wie wir uns das auch immer wieder bei Musik fragen: Kann man ein Werk von seinem Schöpfer trennen? Was halten Sie von diesem TV-Format? Geht es nur um Quote oder könnte ein Sinn hinter dieser Aktion stecken? Stimmen Sie gern mit ab oder schreiben Sie mir an dertag@n-tv.de.

TV-Sender kauft Hitler-Gemälde - um es vielleicht zu zerstören
15:54 Uhr

CO2 mit Steinen binden? "Das wäre Bergbau so groß wie die Kohleindustrie"

Das US-amerikanische Klima-Startup Vesta will CO2 aus der Atmosphäre saugen, indem es den natürlichen Verwitterungsprozess von Gestein beschleunigt. Eine verlockende Idee mit prominenten Geldgebern: Unter anderem Google, Facebook, Shopify und Stripe gehören zu einer Klima-Allianz, die im Frühjahr eine Milliarde US-Dollar in Startups wie Vesta investiert hat. Magie? Noch eher Fantasie, sagt Mark Lawrence im "Klima-Labor" von ntv. "Keine dieser Technologien wird einen wesentlichen Beitrag leisten, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen." Dennoch ist der wissenschaftliche Direktor des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam dafür, diese und andere Methoden zu erforschen, denn nur so können wir herausfinden, wie wir in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts tatsächlich große Mengen CO2 aus der Atmosphäre herausziehen können. Aber insbesondere die industrielle Verwitterung hat einen großen Haken: Wir bräuchten eine riesige neue Bergbauindustrie.

Klima-Labor von ntv

Was hilft wirklich gegen den Klimawandel? Funktioniert Klimaschutz auch ohne Jobabbau und wütende Bevölkerung? Das "Klima-Labor von ntv" ist der Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen, Lösungen und Behauptungen der unterschiedlichsten Akteure auf Herz und Nieren prüfen.



Ist Deutschland ein Strombettler? Rechnen wir uns die Energiewende schön? Vernichten erneuerbare Energien Arbeitsplätze oder schaffen sie welche? Warum wählen Städte wie Gartz die AfD - und gleichzeitig einen jungen Windkraft-Bürgermeister?



Das Klima-Labor von ntv: Jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert, Spaß macht und aufräumt - ohne Streit, in ausführlichen Gesprächen mit führenden Köpfen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.



Bei ntv und überall, wo es Podcasts gibt: RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, RSS-Feed.



Sie haben eine Frage an uns? Dann schreiben Sie eine E-Mail an klimalabor@ntv.de

CO2 mit Steinen binden? "Das wäre Bergbau so groß wie die Kohleindustrie"
15:23 Uhr

Auto rollt mit Kleinkind an Bord Straße hinab

In der Eile die Handbremse nicht angezogen oder hat das Kleinkind die Handbremse gelöst? Die Ursache ist noch nicht klar, aber bei einem Unfall in Rheinland-Pfalz haben alle Beteiligten wohl nochmal großes Glück im Unglück gehabt. Ein geparktes Auto mit einem Kleinkind an Bord ist in Ruwer nahe Trier etwa 100 Meter eine Straße hinuntergerollt und gegen einen entgegenkommenden Wagen geprallt. Das Kind sei sicherheitshalber mit einem Rettungswagen zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden, teilt die Polizei in Schweich mit. Weitere Menschen wurden bei dem Unfall am Morgen in der Ortsgemeinde Waldrach nicht verletzt.

Auto rollt mit Kleinkind an Bord Straße hinab
14:41 Uhr

Verkehrsminister halten bundesweites 49-Euro-Ticket im Nahverkehr für möglich

Alles wird momentan deutlich teurer, aber vielleicht wird es im Nahverkehr bald wenigstens wieder (etwas) günstiger: Die Verkehrsminister von Bund und Ländern halten grundsätzlich ein bundesweites Nahverkehrsticket für monatlich 49 Euro als Nachfolger des 9-Euro-Tickets für möglich. Das geht aus einem Beschlusspapier zur Verkehrsministerkonferenz hervor, welches der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die Verkehrsministerkonferenz hält in Übereinstimmung mit dem Bund einen Einführungspreis von 49 Euro/Monat im monatlich kündbaren Abonnement für ein mögliches Angebot", heißt es. Bund und Länder unterstützten eine schnellstmögliche Einführung.

Auch der Hauptstreitpunkt scheint geklärt zu sein - die Finanzierung: Der Bund stelle ab 2023 dafür 1,5 Milliarden jährlich zur Verfügung, heißt es weiter. Ziel sei eine Finanzierung durch die Länder in gleicher Höhe. "Die Länder sind unter der Bedingung einer Verständigung über die Regionalisierungsmittel zur Kofinanzierung bereit."

Verkehrsminister halten bundesweites 49-Euro-Ticket im Nahverkehr für möglich
14:18 Uhr

Schichtwechsel

Mein Tee ist fertig, denn die Heizung ist (noch) aus bei mir. Meine liebe Kollegin Sabine Oelmann verabschiedet sich in den freien Donnerstagnachmittag. Ich übernehme für sie im "Tag" und halte Sie hier bis zum späten Abend mit Nachrichten und Wissenswertem aus Deutschland und der Welt auf dem Laufenden. Mein Name ist Johanna Ohlau. Hinweise, Lob und Kritik bekomme ich gern per E-Mail: dertag@n-tv.de. Los geht's!

Schichtwechsel
13:55 Uhr

Fußgänger-Brücke stürzt ein, zwei Pilgerinnen tot

Beim Einsturz einer Fußgängerbrücke nahe der serbischen Stadt Cacak sind zwei Frauen ums Leben gekommen. Elf weitere Menschen erlitten Verletzungen und wurden ins Krankenhaus gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtet.

Bei den Opfern handelte es sich um Pilger aus dem serbischen Teil des Nachbarlandes Bosnien-Herzegowina. Im Kurort Ovcar Banja bei Cacak wollten sie die Fußgängerbrücke über die Westliche Morava überqueren, um ein orthodoxes Kloster am anderen Ufer zu erreichen. Die Ursache für den Brückeneinsturz ist unklar.

Fußgänger-Brücke stürzt ein, zwei Pilgerinnen tot
13:18 Uhr

Pubertäts-Blocker für Kinder?

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Lisa Paus ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (Foto: IMAGO/Christian Spicker)

Klingt nach Science-Fiction und steht doch ganz real auf dem Regenbogenportal der Bundesregierung: Nach Einwänden gegen einen Text zum Thema "Jung und trans-geschlechtlich" sind dort umfassende Textveränderungen vorgenommen worden. Auf dem Portal hatte es unter anderem geheißen: "Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen. (...) Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst."

Seit Donnerstagvormittag heißt es dort nun vorsichtiger: "Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt/deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten." Zu Pubertätsblockern heißt es auf dem Portal: "Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst. Das heißt: Dein Körper entwickelt sich erst mal nicht weiter. Weder in Richtung Frau. Noch in Richtung Mann. So hast du mehr Zeit zum Nachdenken. Und du kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?"

Das Thema Trans-Identität erfährt in den letzten Monaten mehr mediale und politische Aufmerksamkeit. Das liegt auch daran, dass die Bundesregierung an einem Ersatz des über 40 Jahre alten Transsexuellengesetzes arbeitet, das von vielen Menschen als unzeitgemäß, diskriminierend und entwürdigend empfunden wird. Transmenschen fühlen sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig. Am Mittwoch hatte die "Bild"-Zeitung unter anderem Ex-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu dem Regenbogenportal-Text zitiert: "Pubertätsblocker sind ein großer und schwerwiegender Eingriff in die Entwicklung der Kinder. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung diese Medikamente empfiehlt wie Hustenbonbons!" Zuvor hatte sie auch getwittert: "Das ist doch irre (...) Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker."

Pubertäts-Blocker für Kinder?
12:56 Uhr

Um fünf Millionen geprellt - Betrügerbande in Spanien gefasst

Eine international agierende Betrügerbande, die Anleger um mehr als fünf Millionen Euro geprellt haben soll, ist der Polizei ins Netz gegangen. Bei Durchsuchungen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie in Spanien, Ungarn, den Niederlanden und Zypern wurde Beweismaterial sichergestellt, darunter auch Schusswaffen, wie die Polizei in Ludwigsburg mitteilt. Ein 50 Jahre alter Tatverdächtiger wurde in Spanien festgenommen.

Der Schlag gegen die Bande gelang den Angaben zufolge bereits vor einer Woche. Die Polizei ermittelt wegen gewerbs- und bandenmäßigen Kapitalanlagebetrugs sowie wegen Geldwäsche. Bei den Verdächtigen handelt es sich demnach um eine professionell organisierte Bande, die gegenüber ihren Opfern seit Ende 2019 als angeblicher Finanzdienstleister auftrat und gewinnbringende Aktieninvestitionen und Geldanlagen versprach. Nach Angaben der Polizei hatten so mindestens 70 Menschen über fünf Millionen Euro auf Konten der Betrüger im In- und Ausland überwiesen.

Um fünf Millionen geprellt - Betrügerbande in Spanien gefasst
12:31 Uhr

Lieber "Workation" statt vieler Kurztrips?

Urlaub oder Arbeit oder beides? Billiger wohnen im Hotel als bei laufender Heizung daheim? Auch solche Motive könnten laut Tui die Nachfrage nach langen Pauschalreisen erhöhen. Ganz überwunden ist das Corona-Tief im Tourismus aber noch nicht - und die Inflation drückt. Im Schnitt entschieden sich die Kunden für knapp 25, in der Spitze für bis zu 63 Nächte am Stück. Dabei spiele zunehmend "Workation" eine Rolle - also die Kombination von Arbeit und Urlaub oder das flexible Arbeiten von Ferienorten aus, dank digitaler Vernetzung. Manche Hotels halten dafür inzwischen Zimmer mit Büroausstattung und Druckern bereit.

Zielgruppe in der Zeit von Anfang November bis Ende April sind laut Tui außerdem Menschen, die "dem deutschen Winterwetter und steigenden Energiekosten entfliehen" wollen. Insgesamt dürften sich Buchungen für Langzeiturlaube und "Workation" noch ausweiten, schätzt Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert, das Potenzial sei im Sommer wie Winter da. Mit den neuen Möglichkeiten des Homeoffice und flexiblen Arbeitszeitmodellen hat der Trend eine neue Klientel geschaffen.

Die meisten Reiseländer hätten keine Einreisebeschränkungen oder nur noch geringe Auflagen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Winterhalbjahr 2018/2019 lag der Buchungsumsatz mit Stand Ende August allerdings um ein Drittel im Rückstand. Mit Blick auf 2023 sorgen sich einige Veranstalter zudem wegen der Folgen der historisch hohen Inflation für die Reisenachfrage.

Lieber "Workation" statt vieler Kurztrips?
11:45 Uhr

BKA registriert Anstieg von Gewalttaten gegen Polizisten

Die Zahl der offiziell erfassten Gewalttaten gegen Polizisten ist nach Daten des Bundeskriminalamts (BKA) 2021 gestiegen. Insgesamt wurden 39.649 Fälle verzeichnet und damit 1,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr, wie das BKA mitteilt. Die Aufklärungsquote lag bei 97,6 Prozent.

Nach der Definition des BKA müssen Beamte nicht körperlich verletzt werden, damit eine Tat als Gewalt gegen Polizisten erfasst wird. "Ausreichend ist, wenn aus allgemeiner Feindseligkeit gegen den Staat oder aus persönlichen Motiven gegen die Amtsträgerin oder den Amtsträger oder aus anderen Beweggründen gehandelt wird", heißt es. Auch Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte fallen in diese Kategorie.

Demnach wurden 88.626 Polizeibeamtinnen und -beamte Opfer einer Gewalttat. Das entspricht einem Anstieg binnen eines Jahres um 4,5 Prozent. Gezählt wurden unter anderem 30 versuchte Mord- oder Totschlagsdelikte (2020: 63) mit 55 Polizisten als Opfern (2020: 114), außerdem mehr als 1500 Fälle der gefährlichen und schweren Körperverletzung.

BKA registriert Anstieg von Gewalttaten gegen Polizisten
11:12 Uhr

Lauterbach-Entführung geplant? Mutmaßliches Mitglied einer terroristischen Vereinigung festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat heute auf Grundlage eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 10. Oktober 2022 Elisabeth R. im Landkreis Mittelsachsen durch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz mit Unterstützung sächsischer Polizeikräfte festnehmen lassen. Zudem erfolgten Durchsuchungsmaßnahmen.

Die Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Rädelsführerin an einer terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben, außerdem wird ihr die mittäterschaftliche Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund zur Last gelegt. Überdies sollte der amtierende Bundesminister für Gesundheit, Prof. Dr. Karl Lauterbach, gegebenenfalls unter Tötung seiner Personenschützer, gewaltsam entführt werden.

Die Vereinigung untergliederte sich in einen operativen "militärischen" und einen "administrativen" Zweig, in dem Elisabeth R. aktiv war. Sie machte Vorgaben, um die Pläne der Gruppierung voranzutreiben und zu koordinieren. Sie war in Bemühungen eingebunden, Waffen und Sprengstoff für die Vereinigung zu beschaffen. Wiederholt forderte sie zudem eine rasche Umsetzung des Vorhabens ein und äußerte diesbezüglich konkrete Terminvorstellungen. Zugleich war die Beschuldigte mit der Rekrutierung geeigneter gleichgesinnter Personen befasst und führte auch selbst Gespräche für die Anwerbung potenzieller Vereinigungsmitglieder.

Die Beschuldigte wird im Laufe des heutigen Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

Lauterbach-Entführung geplant? Mutmaßliches Mitglied einer terroristischen Vereinigung festgenommen
10:51 Uhr

Streit der Spielerfrauen "Varda versus Rooney" wird verfilmt

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Rooney und Vardy waren einmal Freundinnen ... (Foto: dpa)

Der spektakuläre Streit der englischen Spielerfrauen Coleen Rooney und Rebekah Vardy wird verfilmt, dabei übernimmt Natalia Tena ("Harry Potter") die Rolle von Vardy. Der britische Schauspieler Michael Sheen, der in Filmen bereits Ex-Premier Tony Blair und den früheren US-Präsident Bill Clinton verkörperte, spielt den Promi-Anwalt David Sherborne, der Rooney in dem Verleumdungsprozess vertrat. Die Rolle von Coleen Rooney übernimmt die Britin Chanel Cresswell.

Ende Juli hatte ein Londoner Gericht die Klage der Ehefrau von Ex-Nationalstürmer Jamie Vardy abgewiesen. Sie muss zudem Rooneys Prozesskosten in Höhe von 1,5 Millionen Pfund (rund 1,7 Mio Euro) zahlen. Die 40-jährige Vardy hatte Schadenersatz von ihrer einstigen Freundin gefordert, nachdem diese ihr öffentlich vorgeworfen hatte, der Klatschpresse private Geschichten erzählt zu haben. Weil Rooney, Ehefrau von Ex-Stürmerstar Wayne Rooney, mit kriminalistischem Spürsinn vorging, um Vardy zu überführen, wurde sie von Medien "Wagatha Christie" getauft - ein Wortspiel aus dem englischen Begriff für Spielerfrauen ("wags") und dem Namen der Krimi-Autorin Agatha Christie.

Der zweiteilige Film werde den "hochdramatischen" Fall nachstellen, der einen enormen Einfluss auf das Leben der beiden Frauen gehabt und vor allem die Anwaltsteams ins Rampenlicht katapultiert habe.

Streit der Spielerfrauen "Varda versus Rooney" wird verfilmt
10:22 Uhr

Schuleinbrüche in Oberhausen - und die Täter prahlen damit im Netz

Im sonst beschaulichen Oberhausen zeigt sich in letzter Zeit eine ungewöhnliche Häufung von Einbrüchen in Schulgebäude. Der angerichtete Schaden ist enorm. Die Polizei vermutet eine Internet-Challenge hinter dem Phänomen.

Schuleinbrüche in Oberhausen - und die Täter prahlen damit im Netz
10:10 Uhr

Heil: "Größte Sozialreform seit 20 Jahren"

Koalition und Opposition haben sich im Bundestag einen heftigen Schlagabtausch über das geplante Bürgergeld geliefert. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil dazu: "Die Einführung des Bürgergelds zum 1. Januar wird eine der größten Sozialreformen seit 20 Jahren sein." Die Union kritisiert, die Ampel wolle künftig darauf verzichten, Langzeitarbeitslose zu aktivieren. "Wir wollen Menschen verlässlich absichern, die in existenzielle Not geraten sind", so Heil. Das Bürgergeld solle zudem dafür sorgen, dass Betroffene dauerhaft aus der Not wieder herauskommen.

Mit dem Bürgergeld will die Ampelkoalition zum 1. Januar kommenden Jahres das Hartz-IV-System für die mehr als fünf Millionen Betroffenen in seiner heutigen Form ablösen. Mit ihrem dritten Entlastungspaket Anfang September hatten SPD, Grüne und FDP beschlossen, dass die Regelsätze der Grundsicherung um 50 Euro steigen sollen: Für alleinstehende Erwachsene ab 2023 von 449 auf 502 Euro. Künftig soll der Bedarf vorausschauend an die Teuerungsraten angepasst werden.

Generell sollen sich die Leistungsberechtigten künftig besser auf die Arbeitsuche konzentrieren können. Deshalb sollen in den ersten zwei Jahren des Bürgergeldbezugs die Kosten für Unterkunft und Heizung in tatsächlicher Höhe übernommen werden. Vermögen werde nicht berücksichtigt, sofern es nicht erheblich ist.

Heil: "Größte Sozialreform seit 20 Jahren"
09:59 Uhr

Den Iran von innen retten - aber wie, wenn das Regime seine Leute tötet?

Zu den Protesten im Iran schreibt die französische Zeitung "Libération": "Bei der aktuellen Bewegung fällt die Entschlossenheit der Demonstrantinnen und Demonstranten auf. Frauen oder Männer, Mädchen, Jugendliche oder Erwachsene - sie haben keine Angst mehr. In ihnen steckt eine Wut, die von weit her kommt und die offenbar von nichts, nicht einmal dem Tod, ausgelöscht werden kann. Dieser Mut ist umso beeindruckender, als dass dieses Volk allein auf der Welt ist. Niemand kann das Regime zur Vernunft bringen oder Druck ausüben. Von den Verbündeten der Mullahs wie Russland, China oder der Türkei können sie wohl kaum Hilfe erwarten. Die Rettung kann daher nur von innen kommen. Von all den Männern, die es vielleicht eines Tages satt haben, ihre Mütter, Frauen und Töchter, aber auch ihre Brüder und Söhne im Kugelhagel sterben zu sehen."

Den Iran von innen retten - aber wie, wenn das Regime seine Leute tötet?
09:32 Uhr

Jusos sind "sprachlos" wegen Asylpolitik der Ministerin Faeser

Der Kurs von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in der Asylpolitik stößt in der SPD-Jugendorganisation auf Kritik. "Nancy Faesers Aussage zur Begrenzung der Zuwanderung nach Europa macht uns sprachlos", sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Birkan Görer, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Faeser hatte am Dienstag eine Verlängerung von Grenzkontrollen angesichts steigender Zahlen von Asylbewerbern angekündigt, die über das Mittelmeer und die Balkanroute nach Deutschland kommen.

Wer die Aufnahmebereitschaft für Ukrainerinnen und Ukrainer zu Recht lobe, könne nicht zugleich Sorgen um Geflüchtete aus dem Mittelmeer und der Balkanroute streuen, so Görer. "Es braucht keine Politik des Misstrauens und der Grenzkontrollen, stattdessen braucht es eine klare Politik der Solidarität." Er erwarte von einer Bundesinnenministerin der SPD, dass sie die Gesellschaft zusammenhält und nicht "eine Gesellschaft, die nach unten tritt."

Jusos sind "sprachlos" wegen Asylpolitik der Ministerin Faeser
09:16 Uhr

UN-Analyse: Mehr Frühwarnsysteme bei Naturkatastrophen könnten viele Leben retten

Naturkatastrophen brechen nach einer UN-Analyse unter anderem wegen des Klimawandels über immer mehr Menschen herein. Im Zeitraum 2005 bis 2014 waren es pro 100.000 Erdbewohner noch 1147 im Jahr, im Zeitraum 2012 bis 2021 waren es bereits 2066 im Jahr. Dank besserer Vorsorge sei die Zahl der Todesfälle durch Naturkatastrophen im gleichen Zeitraum gesunken, von 1,77 pro 100.000 Einwohner auf 0,84. Dennoch fehlten in zu vielen Ländern Frühwarnsysteme, die mehr Menschen schützen könnten, berichten die Vereinten Nationen zum heutigen "Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung".

Umfassende Frühwarnsysteme sollen die Menschen unter anderem rechtzeitig vor verschiedenen nahenden Gefahren warnen, die möglichen Folgen beschreiben und Schutzmöglichkeiten und Tipps zur Selbsthilfe nach dem Ereignis aufzeigen. In Ländern mit begrenzten Frühwarnsystemen kämen bei Katastrophen statistisch 4,62 von 100.000 Einwohnern ums Leben, bei gut ausgestatteten Ländern 0,6, heißt es in dem Bericht des Büros der Vereinten Nationen für die Verringerung von Katastrophenrisiken (UNDRR) und der Weltwetterorganisation (WMO). Nur die Hälfte der Länder weltweit habe aber umfassende Frühwarnsysteme.

Unter den vom Klimawandel besonders betroffenen ärmeren Ländern seien es weniger als die Hälfte und von den kleinen Inselstaaten nur ein Drittel. "Extremwetterereignisse wird es geben", so UN-Generalsekretär António Guterres. "Aber daraus müssen keine tödlichen Katastrophen werden."

UN-Analyse: Mehr Frühwarnsysteme bei Naturkatastrophen könnten viele Leben retten
08:45 Uhr

Das Wetter ist wankelmütig

Heute kann sich der Herbst nicht so recht entscheiden: In ganz Westdeutschland ist mit kräftigen Regenfällen zu rechnen, während von München bis Berlin Sonnenschein winkt. Die Temperaturen liegen dazu zwischen milden 13 und 18 Grad. Auch in den nächsten Tagen geht es mit einem Wettermix weiter.

Das Wetter ist wankelmütig
08:30 Uhr

Das wird heute wichtig

Donnerstag, der 13. Oktober, die Zeit rast, der Herbst ist golden. An manchen Orten dieser Welt, an anderen nicht. Manchmal möchte man aufstehen und die Realität ausblenden. Wenn man dann auf Twitter und Co. schaut, erkennt man aber schnell, dass dem nicht so ist. An dieser Stelle möchte ich daher doch einmal vehement einem Tweet widersprechen, der mich gestern echt geärgert hat.

Nein, wir breaken weder nur Unwichtiges noch Royales, und es ist auch nicht "zum Kotzen", wie andere sich dem Tweet folgend dann äußerten, dass "wir hier" gar nicht erkennen, was wirklich in der Welt abgeht und folglich falsche Prioritäten setzen würden. Wir erkennen, was passiert, und berichten über alles, so menschenmöglich. Journalisten sind Menschen, Leser sind Menschen - schön wäre, wenn man sich auf Augenhöhe mit Respekt gegenübertreten könnte und nicht von oben herab. Dann würde man erkennen, dass auf unserer Seite sehr viel zum Thema Iran steht und man trotzdem mal breaken kann, wann ein König gekrönt wird. Ohne dass einem anderen/einer anderen ein Zacken aus der Krone fällt.

Und damit zu den Themen des Tages, zu denen Sie mir, Sabine Oelmann, gern unter dertag@ntv.de schreiben können. Am liebsten auf Augenhöhe.

Was steht an?

  • Im Kampf gegen die Energie-Krise will die EU gemeinsame Erdgas-Einkäufe sowie einen alternativen Referenzpreis einführen. Die EU-Kommission werde kommende Woche entsprechende Vorschläge vorlegen, sagte EU-Energiekommissarin Kadri Simson. Bei dem angedachten Gaspreisdeckel gab es indes weiter keine Einigung. Deutschland gehört zu den Staaten, die das Vorhaben ablehnen.

  • Wladimir Putin trifft seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan am Rande eines Sicherheitsgipfels in der kasachischen Hauptstadt Astana. Putin hat die Türkei als möglichen Knotenpunkt für Gaslieferungen nach Europa ins Spiel gebracht. Die eigentlich für die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 vorgesehenen Gasmengen könnten über die Schwarzmeer-Region in die Türkei geleitet werden, schlug er vor.

  • Seit Mittwoch beraten die Verkehrsminister unter anderem über einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets, am Donnerstagmittag wollen sie die Ergebnisse verkünden. Die Länder hatten ein 49-Euro-Ticket vorgeschlagen und auf eine ausreichende und nachhaltige Finanzierung durch den Bund gedrungen.

  • Zum Eindämmen der Inflation will die US-Notenbank Fed die Zinsen weiter anheben und dabei die Konjunkturaussichten im Blick behalten. Dies geht aus den Protokollen der Zinssitzung vom September hervor. Dabei waren sich die Währungshüter einig, dass sie den Leitzins auf ein Niveau erhöhen müssen, das restriktiver ist - also die Wirtschaft stärker zügelt. Danach gelte es, dieses Niveau für einige Zeit zu halten.

  • Heute veröffentlicht die R&V Versicherung ihre Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen 2022", da schauen wir mal rauf und hoffen, dass es nicht allzu viele sind.

Das wird heute wichtig
08:09 Uhr

Der "Große Bruder" sieht alles - wie in China soziale Kontrolle gehandhabt wird

Nachdem er einen Strafzettel kassiert hatte, machte Chen seinem Ärger darüber im Internet Luft: Wie einfältig doch die Verkehrspolizisten seien, lästerte der Mann aus der chinesischen Provinz Henan auf seiner Seite bei Wechat. Wenige Stunden später stand die Polizei vor seiner Tür, nahm Chen wegen Beamtenbeleidigung fest und ließ ihn erst fünf Tage später wieder frei. Die Lokalzeitung der Kommunistischen Partei berichtete über diesen Vorfall im Juni. Eines von vielen Beispielen für die immer umfassendere Überwachung in China - online und auf der Straße.

Soziale Kontrolle ist schon lange ein wichtiger Pfeiler des Systems. Doch seit dem Amtsantritt von Xi Jinping 2012 hat sie ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. In den Jahren vor dem Machtwechsel an der Staatsspitze herrschte sogar eine gewisse Entspannung: Die Zivilgesellschaft testete die Grenzen aus, in Internetforen wurde über die Zensur gespottet. Unter Xi sorgte der Staatsapparat dann mit Gesetzen, neuer Technologie und Ideologie dafür, dass kein Verstoß unentdeckt bleibt - egal ob es sich um Kriminelle, Oppositionelle oder einfache Bürger handelt.

Die Überwachung beginnt auf der Straße: In chinesischen Städten gibt es laut dem Forschungsinstitut Comparitech durchschnittlich 370 Kameras pro 1000 Einwohner, die Gesichter, Kleidung und sogar das Alter von Passanten erkennen. Während der Pandemie wurde die staatliche Kontrolle noch weiter verschärft: Eine Corona-App bestimmt seitdem, wer wohin gehen darf. Xi habe die Gesellschaft so umgestaltet, dass "die Partei vorschreibt, was das Volk wissen, fühlen, denken, sagen und tun soll", urteilt Vivienne Shue, emeritierte Professorin für zeitgenössische Chinastudien in Oxford. "Noch beunruhigender als die Zensur ist aber, wie diese Ideologie die Menschen prägt, vor allem die Generation Z, die mit dieser strengen Zensur aufgewachsen ist."

Der "Große Bruder" sieht alles - wie in China soziale Kontrolle gehandhabt wird
07:47 Uhr

Baerbock begrüßt unmissverständliches UN-Votum zur Isolation Moskaus

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock begrüßt das Votum der UN-Vollversammlung für eine Verurteilung der völkerrechtswidrigen Annexionen Russlands in der Ukraine. Als Russland vor acht Monaten das Nachbarland überfallen habe, habe das Land gedacht, die Welt würde wegschauen, aber: "Mit 143 Ja-Stimmen hat die Weltgemeinschaft klargemacht: Mit diesem Völkerrechtsbruch wird Putin niemals durchkommen", schreibt die Grünen-Politikerin auf Twitter. "Immer mehr Staaten bekennen Farbe: gegen den Krieg, für die UN-Charta."

In der Nacht hatten 143 der 193 Mitglieder der UN-Vollversammlung in New York überraschend eindeutig für eine entsprechende Resolution gestimmt - 5 Länder votierten dagegen, 35 enthielten sich. Gemeinsam mit Russland stimmten lediglich Belarus, Nordkorea, Nicaragua und Syrien. Der Beschluss ist völkerrechtlich zwar nicht bindend, gilt aber als starkes politisches Zeichen und legt die internationale Isolation Moskaus offen.

Die am Mittwoch verabschiedete Resolution verurteilt Russlands Annexion und erklärt sie für ungültig. Zudem wird der Kreml aufgefordert, die Einverleibung der teils besetzten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson rückgängig zu machen.

Baerbock begrüßt unmissverständliches UN-Votum zur Isolation Moskaus
07:03 Uhr

Bohlen gegen Russland-Sanktionen - Klitschko gegen Bohlen

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir die Stimme von Dieter Bohlen vorstelle, habe ich immer Matze Knop im Ohr. Aber jetzt ist es eben nicht mehr witzig, was der Dieter da von sich gibt: Beim "Founder Summit 2022" "fachsimpelte" Bohlen bereits Ende August über die Russland-Sanktionen, schreibt die "Bild"-Zeitung. Dabei hat der sogenannte Pop-Titan die Fakten ganz schön verdreht.

Bohlen sitzt auf einem Podium direkt vor der Aufschrift "Entrepreneur Universitiy - Die Akademie für Visionäre" und sagt: "Ich bin eben der Meinung – ihr könnt mich ruhig ausbuhen – aber, wenn die diese Sanktionen zum Beispiel nicht gemacht hätten und man hätte sich vernünftig an einen Tisch gesetzt, dann bräuchten die Leute jetzt nicht diesen ganzen Firlefanz machen. Jetzt müssen wir frieren, jetzt müssen wir dies und das – das ist doch alles scheiße." Applaus aus dem visionären Publikum brandet auf, der Moderator fragt nach, ob es nicht möglich sei, dass Bohlen in die Politik einsteigt?

Einer allerdings widerspricht: Mit großer Verwunderung fragt Wladimir Klitschko, Ex-Boxweltmeister und ukrainischer Staatsbürger, ob es ihm egal sei, dass "bei uns Menschen sterben? Ist Dir egal, dass Putin unser Land mit Raketen zerstören will? Ist Dir egal, dass wir einen Genozid gegen alles Ukrainische erleben?" Bohlen gibt eine Menge wirres Zeug von sich und fragt unter anderem, ob man das nicht mit Diplomatie hätte lösen können? War er eingesperrt die letzten Monate? Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild, Sie können sich das ab Minute 22.30 auf YouTube anschauen.

Bohlen gegen Russland-Sanktionen - Klitschko gegen Bohlen
06:37 Uhr

Trump ließ Dokumente in Mar-a-Lago "umräumen"

Auf der Suche nach weiteren geheimen Regierungsdokumenten, die der frühere US-Präsident Donald Trump mit in sein Anwesen Mar-a-Lago genommen haben soll, hat einer seiner damaligen Mitarbeiter einem Zeitungsbericht zufolge den Ermittlern neue Hinweise gegeben. Demnach habe Trump angeordnet, Kisten mit Dokumenten innerhalb des Anwesens in dessen Wohnbereich zu bringen, schreibt die "Washington Post" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Dies sei erfolgt, nachdem Trump-Berater im Mai eine Aufforderung zur Rückgabe von Geheimdokumenten erhalten hätten. Dies könne ein Versuch gewesen sein, eine Rückgabe an die jetzige Regierung von Präsident Joe Biden zu vereiteln, so die Zeitung.

Anfang August hatte das FBI Trumps Anwesen im US-Bundesstaat Florida durchsucht. Die Bundespolizei beschlagnahmte diverse Verschlusssachen, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Bei der Durchsuchung wurden aber auch einige Dutzend leere Ordner mit Geheimvermerk gefunden. Das warf die Frage auf, was mit den darin ursprünglich enthaltenen Papieren passierte. Der ehemalige Trump-Mitarbeiter gelte nun als Schlüsselfigur in den Ermittlungen rund um die Geheimdokumente. Videomaterial unterstütze seine Aussage, dass Kisten herumgeräumt worden seien.

Dadurch, dass Trump die Unterlagen nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in seinem Privathaus aufbewahrte, könnte er sich strafbar gemacht haben. Nach der Durchsuchung begann ein kompliziertes juristisches Gezerre, das inzwischen sogar das Oberste US-Gericht beschäftigt. Ob Trump am Ende angeklagt wird, wird sich zeigen. Der 76-jährige Republikaner lässt bisher offen, ob er für die Präsidentenwahl 2024 kandidieren will.

Trump ließ Dokumente in Mar-a-Lago "umräumen"