mit Friederike ZörnerDas war Mittwoch, der 19. November 2025
Friedrich Merz hat die nächste Stadtbild-Debatte am Hals. Mit seinen unsensiblen Worten über die Schönheit Deutschlands, die im gleichen Atemzug die Millionenstadt Belém abwerteten, löst er negative Gefühle in Brasilien aus. Und er gibt sich - ähnlich wie bei der vorherigen Diskussion - unbeeindruckt angesichts der aufkeimenden Kritik. Das deutsch-brasilianische Verhältnis sieht er nicht als belastet an. "Ich habe gesagt, Deutschland ist eines der schönsten Länder der Welt, und das wird vermutlich auch Präsident Lula so akzeptieren", sagte der CDU-Vorsitzende bei einer Pressekonferenz.
Wie schön Merz ein Land finden kann, dessen Stadtbilder er missbilligt, sei einmal dahingestellt. Es ist aber mindestens fragwürdig, ob es zwingend einer Abwertung bedarf, um sein eigenes Land hochzujubeln. So einen Duktus ist man eher aus dem Weißen Haus gewohnt.
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Kommen Sie gut durch die Nacht. Bis morgen.
Tochter von Michael Jackson erhebt schwere Vorwürfe gegen Nachlassverwalter
Erst in der vergangenen Woche scheiterte sie vor Gericht in Los Angeles. Jetzt hat Michael Jacksons (1958-2009) Tochter Paris Jackson erneut Vorwürfe gegen die Nachlassverwalter ihres Vaters erhoben. Wie das US-Magazin "People" berichtet, zeichnet die 27-Jährige in einer neu eingereichten Klageschrift ein Bild von systematischer Misswirtschaft der Nachlassverwalter John Branca und John McClain. Sie sollen sich selbst bereichern und nicht immer im Interesse der Erben des King of Pop handeln.
Kern der Vorwürfe ist eine Abrechnung der Nachlassverwalter für das Jahr 2021, die sie und ihre Brüder Prince und Bigi erst im September 2025 erhielten - also vier Jahre später.
Daraus soll unter anderem hervorgehen, dass die Verwalter mehr als 464 Millionen US-Dollar in bar besäßen. Aufgrund "unproduktiver Investitionen" sei hierauf lediglich ein Gewinn von weniger als 0,1 Prozent der Gesamtsumme erwirtschaftet worden.
Die Nachlassverwalter würden daneben in "riskante" Projekte in der Unterhaltungsbranche investieren, ohne über die dafür erforderliche Branchenerfahrung zu verfügen.
Auch sollen die zwei Nachlassverwalter sich im Jahr 2021 selbst mehr als zehn Millionen US-Dollar ausgezahlt haben. Laut der Klage sei dies "mehr als doppelt so viel", als die Erben erhalten hätten.
In einem von der Seite der Nachlassverwalter im Oktober eingereichten Dokument hieß es "Page Six" allerdings: "Wenige haben mehr von den geschäftlichen Entscheidungen der Testamentsvollstrecker profitiert als die Klägerin selbst, die etwa 65 Millionen US-Dollar aus dem Nachlass erhalten hat. Dies hätte sie nie erhalten, wenn die Testamentsvollstrecker 2009 nach einem üblichen Verfahren für einen Nachlass wie diesen gehandelt hätten."
Michael Jackson hatte zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 2009 Schulden in Höhe von über 500 Millionen US-Dollar.
Linienbus kracht gegen Hauswand - mehrere Verletzte
Folgenschwerer Unfall in Oberhausen: Ein Linienbus ist mit mehreren Fahrzeugen kollidiert und dann gegen eine Hauswand gekracht. Sieben Personen, unter ihnen auch der Busfahrer, seien verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Mehrere Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. In Lebensgefahr schwebe niemand. Die Feuerwehr war in der Ruhrgebiets-Stadt mit zahlreichen Kräften im Einsatz. In dem Bus hatten den Angaben zufolge 15 bis 20 Fahrgäste gesessen. Eine medizinische Ursache beim Busfahrer könne als Ursache des Unfalls am Abend nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. Die Hauswand wurde durch die Kollision beschädigt. Das Haus sei aber nicht einsturzgefährdet. Durch die Wucht des Aufpralls wurden auch die Frontscheibe des Gelenkbusses und der Vorderbereich zerstört.
Todesurteil für bedrohte Arten? Trump will Schutz lockern
Dass Donald Trump kein wirklicher Naturfreund ist (es sei denn, es geht um den Rasen auf seinen Golfplätzen), zeigt sich unter anderem daran, dass die USA nicht an der Weltklimakonferenz in Brasilien teilnehmen. Und an der Tatsache, dass der Präsident kurzerhand den Rosengarten am Weißen Haus mit Beton übergießen ließ. Auch das jüngste Vorhaben der US-Regierung reiht sich in diese Liste ein: Washington will Schutzbestimmungen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten aufweichen. Der Nachrichtenagentur Reuters vorliegende Entwürfe sehen unter anderem vor, wirtschaftlichen Aspekten und Fragen der nationalen Sicherheit mehr Gewicht bei der Ausweisung von schutzwürdigen Lebensräumen zu geben. Die US-Behörde für Fischerei und Wildtiere erklärte, die Änderungen stellten ein Gleichgewicht zwischen Artenschutz und der Entwicklung von Infrastruktur her.
Umweltschutzgruppen kritisierten die Pläne hingegen scharf. Sie seien ein Todesurteil für bedrohte Arten wie den Monarchfalter oder den Florida-Manati, sagte Stephanie Kurose von der Organisation Center for Biological Diversity. Die Trump-Regierung macht damit Regelungen rückgängig, die sein Vorgänger Joe Biden erlassen hatte, um Lockerungen aus Trumps erster Amtszeit aufzuheben.
Mehrere Kölner Schüler nach Pfefferspray-Einsatz im Krankenhaus
Streit mit Folgen: Bei einer Auseinandersetzung zwischen einem 16-Jährigen und zwei mutmaßlich ebenfalls Jugendlichen in einer Schule in Köln sind mindestens 19 Schüler durch Pfefferspray verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll der 16-Jährige am frühen Nachmittag im Flur der Gesamtschule in Rodenkirchen von den beiden Unbekannten mit Pfefferspray und Schlägen attackiert worden sein. Daraufhin habe er zur Verteidigung ebenfalls Pfefferspray eingesetzt und im Gebäude versprüht. Die zwei Angreifer flüchteten. Auch am frühen Abend fehlte von ihnen jede Spur, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Es könnte sich um ehemalige Schüler der Gesamtschule gehandelt haben, sagte er. Ihre Identität ist aber noch unklar.
Einsatz- und Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr kümmerten sich vor Ort um die verletzten Schüler. Neun von ihnen wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Angehörige der Betroffenen wurden laut Polizei ebenfalls noch an der Schule betreut. Die verletzten Schüler seien ihren Eltern übergeben worden. Die Polizei stellte das Pfefferspray des 16-jährigen Schülers sicher. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Der genaue Tatvorwurf müsse noch geklärt werden, so der Polizeisprecher. Der Einsatz war am frühen Abend beendet.
Elite-Uni Harvard nimmt eigene Verbindungen zu Epstein unter die Lupe
Nicht nur Donald Trump selbst, sondern auch die von ihm verhasste Elite-Universität Harvard holen frühere Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ein. Jüngst zutage gekommene E-Mails und Textnachrichten belegten unter anderem einen engen persönlichen Austausch zwischen dem einstigen Harvard-Präsidenten Larry Summers und Epstein. Die Harvard-Zeitung "Crimson" berichtete über die Kommunikation, die erst kurz vor Epsteins Festnahme im Sommer 2019 endete und in der sich Summers auch abfällig über Frauen äußerte. Summers zog sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurück. Seine Uni stieß derweil erneut eine Untersuchung ihrer Epstein-Verstrickungen an. Man prüfe derzeit Informationen zu Personen aus dem Umfeld der Hochschule, die in jüngst veröffentlichten Dokumenten aufgetaucht seien, zitierten unter anderem die "New York Times" und die "Washington Post" aus einer Harvard-Stellungnahme. Es solle geklärt werden, "welche Maßnahmen erforderlich sein könnten".
Bereits 2020 hatte die Universität eine interne Untersuchung zu ihren Verbindungen zu Epstein eingeleitet. Der Finanzier hatte laut "Crimson" zwischen 1998 und 2008 rund neun Millionen Dollar an Harvard gespendet; von dem Geld sei mindestens ein Gebäude auf dem Campus finanziert worden, das bis heute stehe. Nach seiner ersten Verurteilung 2008 habe die Hochschule jedoch keine weiteren Mittel mehr von Epstein angenommen.
Nord Stream: Italien erlaubt Auslieferung von Ukrainer
Italiens oberstes Gericht hat grünes Licht für die Auslieferung des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee gegeben. Der Kassationshof in Rom entschied, dass der Ukrainer an die deutschen Behörden übergeben werden darf. Dies teilte der Anwalt des Beschuldigten am Abend mit. Die Anschläge auf das frühere deutsch-russische Prestigeprojekt hatten vor drei Jahren weltweit Schlagzeilen gemacht.
Frisch gewählte AfD-Vize-Bürgermeisterin ist ihren Posten schon wieder los
"Die Demokratie wurde heute zu Grabe getragen", sagt Sabine Reinknecht. Zwei Wochen nach ihrer überraschenden Wahl zur Vize-Bürgermeisterin von Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen ist die AfD-Politikerin wieder abgesetzt worden. Mit großer Mehrheit stimmte der Stadtrat am Abend für ihre Abwahl. Reinknecht war am 5. November unerwartet zur Vize-Bürgermeisterin der kleinen Kurstadt gewählt worden. Sie hatte 16 Stimmen erhalten, obwohl die AfD im Rat nur 13 Sitze hat. Die anderen Fraktionen hatten sich im Vorfeld eigentlich auf Vize-Bürgermeister von CDU, SPD und Grünen geeinigt. Statt der Grünen-Kandidatin wurde es am Ende Reinknecht. Woher die abweichenden Stimmen für sie kamen, ist nicht bekannt.
Der Antrag zur Abwahl, für den es laut Gemeindeordnung keinen Grund braucht, wurde von CDU, SPD, Grünen, USD, Linken und FDP eingereicht. Er wurde von 57 Ratsmitgliedern unterschrieben, 57 stimmten nun auch für die Abwahl Reinknechts. 13 Ratsmitglieder stimmten gegen die Abwahl, so viele wie in der AfD-Fraktion sind. Die Abstimmung war geheim. Der Abwahl-Antrag hatte damit letztlich weit mehr Stimmen als für eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig gewesen wäre, mit der man laut der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung einen Vize-Bürgermeister ohne Angabe von Gründen wieder absetzen kann. Man habe "gegen den Wählerwillen verstoßen, nur weil die AfD keinen stellvertretenden Bürgermeister stellen sollte", monierte Reinknecht nach ihrer Abwahl.
Mann feiert Hamas nach Einbürgerung - Berlin zieht Pass zurück
Seit Juni 2024 gelten in Deutschland neue Einbürgerungsregeln. Menschen, die den deutschen Pass haben wollen, müssen eine Erklärung abgeben, dass sie sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und dem Schutz jüdischen Lebens bekennen. Ein junger Mann tut genau dies, wird eingebürgert - und postet einen Tag später bei Instagram ein Pro-Hamas-Bild. Jetzt soll der Mann seinen deutschen Pass wieder verlieren. Das Berliner Landesamt für Einwanderung (Lea) macht die Einbürgerung des Syrers rückgängig, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Das Landesamt äußerte sich unter Verweis auf "datenschutzrechtliche Erwägungen" auf Anfrage nicht zu dem Fall.
Laut Berichten der "Bild"-Zeitung und der "B.Z." hatte der Mann, der im Vorschulalter nach Berlin kam und hier aufwuchs, auf Instagram ein Foto von zwei Kämpfern der Terrormiliz Hamas mit einer Palästina-Flagge gepostet. Die Bildunterschrift "Heros of Palestine" (Deutsch: Palästinas Helden) war demnach mit einem grünen Herz versehen. Laut Zeitungen fiel der Mann der Polizei zudem mehrfach bei propalästinensischen Demonstrationen nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 auf.
Fünfjähriger nimmt es mit aggressivem Autodieb auf
Ein Fünfjähriger aus dem US-Bundesstaat Ohio beweist wahren Heldenmut. Als ein flüchtiger Autodieb seine Mutter angreift und ihr die Autoschlüssel klaut, rennt der Junge dem Dieb hinterher - und kann die Schlüssel tatsächlich zurück ergattern.
Fall Hamburger Familie mit auffallenden Parallelen zu Tod deutscher Studentin in Istanbul
Nach dem Tod der Hamburger Familie im Urlaub in Istanbul ziehen türkische Medien Parallelen zum Schicksal einer vor einem Jahr in Istanbul gestorbenen deutschen Erasmus-Studentin. Der Tod der 21-Jährigen war zunächst mit einer Lebensmittelvergiftung erklärt worden, sagte der ihre Familie vertretende Anwalt Ekim Hakeri. Ein erst in diesem August erschienener forensischer Bericht sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass sie mutmaßlich durch Pestizide gegen Bettwanzen vergiftet wurde. Die Staatsanwaltschaft habe diesbezüglich Ermittlungen aufgenommen. Das Mittel zur Bekämpfung von Bettwanzen sei im ersten Stockwerk eingesetzt worden, habe sich in Gas verwandelt und im ganzen Gebäude ausgebreitet, hieß es in dem Bericht. Die Studentin habe im zweiten Stock gewohnt. Nach Angaben der Tageszeitung "Hürriyet" war die Studentin aus Hamburg.
Auch im Fall der kürzlich in Istanbul verstorbenen Familie gingen Behörden zunächst von einer Lebensmittelvergiftung aus. Am Dienstag wurde ein vorläufiger Bericht der türkischen Gerichtsmedizin bekannt. Darin heißt es dem Staatssender TRT zufolge, dass der Tod der vierköpfigen Familie durch eine chemische Vergiftung im Hotel verursacht worden sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung werde als gering eingestuft. In dem Hotel der Familie im Stadtteil Fatih waren Berichten zufolge vor deren Tod Chemikalien zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt worden.
Mallorca-Kontrolleure entdecken 20 Tonnen Gammel-Fisch
Auf Mallorca finden Ermittler rund 20 Tonnen ungenießbaren Fisch und verdorbene Meeresfrüchte, teils seit 2018 abgelaufen und unsachmäßig gelagert. Die Regionalregierung verhängt gegen das verantwortliche Unternehmen eine Strafe von 90.000 Euro wegen schwerer Verstöße gegen Gesundheits- und Verbraucherschutz.
Bisher größter Schmuggelversuch mit Nashorn-Hörnern aufgeflogen
Die Lieferung ist als "Möbelzubehör" deklariert. Doch der zuständige Frachtabfertiger am Flughafen Changi in Singapur stuft das Paket als verdächtig ein - von der Sendung mit dem Ziel Laos geht ein starker Geruch aus. Und, nun ja, der Mitarbeiter hat den richtigen Riecher: 20 Nashorn-Hörner mit einem Gesamtgewicht von 35,7 Kilogramm sind in dem Paket. Es handle sich um den bislang größten Fund dieser Art in dem südostasiatischen Stadtstaat, teilte die Behörde für Parks und Naturschutz (National Parks Board) mit. Die konfiszierten Hörner stammten von Breitmaulnashörnern aus Südafrika und seien bereits am 8. November beschlagnahmt worden. Ihr Wert wird auf umgerechnet 750.000 Euro geschätzt. In dem Paket seien außerdem "etwa 150 Kilogramm anderer Tierteile entdeckt und sichergestellt" worden, darunter Knochen, Zähne und Krallen bislang nicht identifizierter Tiere.
Teile von Nashörnern werden häufig in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. "Den Nashörnern wird zum Verhängnis, dass in Teilen Asiens dem pulverisierten Horn fiebersenkende, entgiftende, krampflösende und seit neuestem auch krebsheilende Wirkung zugesprochen wird", heißt es auf der Webseite des WWF. "Wissenschaftlich ist das Humbug." In freier Wildbahn gibt es der Naturschutzorganisation zufolge heute nur noch etwa 15.700 Exemplare. Der Handel mit Nashorn-Horn ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen Cites verboten, dem Singapur angehört.
Trump setzt sich mit skurrilem McDonald's-Spot in Szene
Das Weiße Haus veröffentlicht einen Werbeclip, in dem US-Präsident Donald Trump bei McDonald's Fritten verkauft. Der US-Präsident gibt sich arbeiternah, doch von seiner Politik profitieren die Reichen. Viele Arme können sich McDonald's nicht mehr leisten.
Brandenburg macht Weg für Rundfunkreform frei
Der Landtag in Brandenburg hat trotz der Ablehnung des mit der SPD regierenden BSW als letztes Landesparlament dem neuen Rundfunkstaatsvertrag zugestimmt. Damit kann die grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum 1. Dezember in Kraft treten. Die Mehrheit kam in Potsdam durch die Stimmen der oppositionellen CDU zustande.
Wegen der Ankündigung des BSW, nicht für die beiden Medienstaatsverträge zu stimmen, obwohl es Teil der Regierungskoalition von Ministerpräsident Dietmar Woidke ist, war die Abstimmung im Brandenburger Landtag mit Spannung erwartet worden. Die Diskussion um den Staatsvertrag sorgte zuletzt für eine Belastung der SPD/BSW-Koalition. Beide Gesetzentwürfe wurden mithilfe der CDU-Fraktion mit 45 Ja- und 39 Neinstimmen beschlossen.
Neue Ehefrau berichtet von "Todesangst" der Block-Kinder
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat die Ehefrau des Ex-Mannes von Christina Block die Folgen der Entführung für die Familie geschildert. "Wir als Familie waren schockiert über die Erlebnisse", sagte Astrid Have als Zeugin vor dem Landgericht Hamburg. Die damals 13-jährige Tochter und der zehnjährige Sohn seien sehr verändert gewesen. Das Mädchen habe ihr berichtet, sie habe während der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 "Todesangst" gehabt.
Die 39 Jahre alte Dänin, die fließend Deutsch spricht, ist seit 2020 mit Stephan Hensel verheiratet. Sie leben gemeinsam in Dänemark. Block und Hensel hatten sich 2018 scheiden lassen. Die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder wurden nach Deutschland entführt und verbrachten drei Tage bei ihrer Mutter in Hamburg. Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhouse-Kette "Block House", Eugen Block, ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung erteilt zu haben. Sie bestreitet das. Die Kinder waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einer israelischen Sicherheitsfirma ihrem Vater gewaltsam entzogen und nach Deutschland gebracht worden. Block und ihr Ex-Mann führen seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit um die beiden Kinder.
Einbrecher wütet mit Radlader durch Fürther Innenstadt
Mit einem gestohlenen Radlader rammt ein 37-jähriger Mann in Fürth zuerst einen Juwelierladen - und kurz darauf einen Imbiss. Offenbar hat er es auf Geldautomaten und Schmuck abgesehen. Die Polizei nimmt ihn noch am Tatort fest. Der Verdacht: Der Täter stand unter dem Einfluss von Rauschmitteln.
Merz denkt nicht daran, sich für Belém-Aussage zu entschuldigen
Mit seinen abwertenden Worten über Belém hat Bundeskanzler Friedrich Merz viele Brasilianerinnen und Brasilianer gekränkt. Nach seinem Kurzbesuch bei der dort ausgerichteten Klimakonferenz hatte sich der CDU-Chef in Berlin zu seinen Eindrücken von der armen Millionenstadt am Amazonas geäußert. "Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben", sagte er. "Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind." Die Botschaft, die Merz mit diesen Äußerungen verband, war: Man lebe in Deutschland "in einem der schönsten Länder der Welt".
In Brasilien lösten diese Sätze empörte Reaktionen aus. Auch Präsident Luiz Inácio Lula da Silva meldete sich zu Wort. Doch für den Kanzler, der gerne einmal vermeintlich unüberlegt "einen raushaut" (Paschas, Stadtbild usw.), ist das kein Grund, sich zu entschuldigen. Er sehe dadurch auch keinen Schaden für die Beziehungen zu dem Land, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius auf einer Pressekonferenz in Berlin auf die Frage eines Journalisten. Kornelius widersprach auch der Lesart, dass sich der Kanzler "missfallend" oder gar "angewidert" über Belém geäußert habe. "Er hat gesagt, wir leben in einem der schönsten Länder der Welt und das hat er auf Deutschland bezogen", erläuterte Kornelius. Brasilien gehöre zwar sicherlich auch zu den schönsten Ländern der Welt. "Aber, dass der deutsche Bundeskanzler hier eine kleine Hierarchisierung vornimmt, ist, glaube ich, jetzt nicht verwerflich."
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Jana Ina Zarrella verrät, wer sie mit Ehemann Giovanni verkuppelt hat
In der TV-Küche von "Europa grillt den Henssler" werden nicht nur kulinarische Köstlichkeiten serviert, sondern auch private Geheimnisse gelüftet. Jurorin Jana Ina Zarrella überraschte am Set mit einer Enthüllung über ihre Liebesgeschichte - und die entscheidende Rolle, die ausgerechnet Ross Antony dabei spielte. Als der Entertainer gemeinsam mit seiner 83-jährigen Mutter Vivien Catterall für das Vereinigte Königreich in der Show antritt, wird das Wiedersehen für Jana Ina emotional. Die Moderatorin nutzt den Moment, um ein lange gehütetes Geheimnis zu teilen: Ross Antony war derjenige, der sie einst mit ihrem heutigen Ehemann Giovanni Zarrella verkuppelte.
"Was viele nicht wissen: Ross hat von vorneherein zu Giovanni gesagt: Die ist gut, die passt zu dir. Ross ist derjenige, der mich mit Giovanni verkuppelt hat", erzählt Jana Ina sichtlich gerührt. Der Sänger bewies offenbar schon früh ein goldenes Händchen fürs Matchmaking. Giovanni Zarrella und Ross Antony kennen sich seit 25 Jahren. Am Anfang ihrer Freundschaft stand die Gründung der deutschen Popband Bro'Sis 2001 in der Castingshow "Popstars". 2002 feierten Antony und Zarrella zusammen mit Hila Bronstein, Shaham Joyce, Faiz Mangat und Indira Weis mit der Single "I Believe" und dem Album "Never Forget" große Erfolge. 2003 verließ Weis die Band, die noch zwei Alben veröffentlichte. 2005 hatten sie ihren letzten Auftritt, 2006 löste sich die Band auf. Im Jahr des letzten Bro'Sis-Auftritts heirateten die gebürtige Brasilianerin Jana Ina und der Musiker mit italienischen Wurzeln. Sie bekamen einen Sohn und eine Tochter. Giovanni Zarrella ist heute einer der großen Samstagabendshowmoderatoren im ZDF.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser, meine Kollegin Johanna Ohlau hat sich für heute abgemeldet und mir den "Tag" übergeben. Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum späten Abend versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de.
Wüstner bleibt an der Spitze des Bundeswehrverbandes
Noch eine Personalie für Sie: André Wüstner bleibt Vorsitzender des Bundeswehrverbandes. Die Hauptversammlung wählte den 51-jährigen Oberst für eine weitere Amtszeit und zwar mit 92 Prozent Zustimmung, wie der Verband mitteilt. Rund 400 Delegierte berieten in Berlin auch über den weiteren Kurs. Wüstner steht seit 2013 an der Spitze der Organisation. Der Bundeswehrverband hat etwa 207.000 Mitglieder und vertritt Soldaten sowie Zivilbeschäftigte der Streitkräfte.
Cookie-Banner adieu! So will die EU die Pop-up-Fenster verschwinden lassen
"Alle zulassen"? "Einstellungen anzeigen"? "Cookies ablehnen?" - wenn es eine Sache gibt, die ich beim Surfen im Internet ändern könnte, wären das die Cookie-Banner. Der gut gemeinte Versuch für mehr Datenschutz im Netz belästigt seit Jahren Internetnutzerinnen und -nutzer mit seinen Pop-up-Fenstern. Doch damit dürfte es bald vorbei sein: Die EU-Kommission plant, die nervtötenden Banner für jede einzelne Webseite abzuschaffen. In Zukunft soll eine allgemeine Einstellung im Browser ausreichen. Warum ist das nicht längst der Fall?
Mehr als 170 Häuser: Großbrand wütet in Küstenort in Japan
Im japanischen Oita bricht in den Abendstunden ein Feuer aus, das sich zu einem Großbrand ausweitet. Mehr als 170 Häuser sind betroffen, viele Bewohner werden überrascht. Am Morgen danach steigt Rauch über den Trümmern des Küstenortes auf.
Keanu Reeves erhält geklaute "John Wick"-Rolex zurück - so dankt er dem FBI
Keanu Reeves hat eine freudige Nachricht vom FBI erhalten und auch eine zurückgeschickt, aber dazu erst gleich mehr: Der Schauspieler hat Wertgegenstände zurückerhalten, die ihm vor zwei Jahren bei einem Einbruch in sein Haus in Los Angeles gestohlen wurden. Das gab das FBI in einer Pressemitteilung bekannt. Nun erhielt der Hollywoodstar mehrere Uhren zurück - darunter ein besonderes persönliches Exemplar aus seiner Zeit als Actionheld John Wick. Die Rolex Submariner trägt eine Gravur auf der Rückseite und stammt direkt vom Set der erfolgreichen Filmreihe. Ihr geschätzter Wert: mindestens 9.500 Dollar. Der Gesamtwert aller zurückgegebenen Uhren liegt laut den Ermittlern zufolge bei rund 125.000 Dollar, wie mehrere Medien berichten. Die Spur der Diebe führte die Behörden bis nach Chile. Reeves scheint sich sehr über die Rückgabe zu freuen: In einer Geste, die seine bescheidene Art unterstreicht, bedankte er sich bei den Behörden und zwar mit einem handschriftlichen Brief. "Mit tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung schreibe ich diesen Brief", beginnt das Schreiben des 61-Jährigen, das das FBI veröffentlichte. "Vielen Dank für all Ihre Anstrengungen, Ihr Engagement, Ihre Professionalität und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Meine herzlichsten Grüße, Keanu Reeves", schloss er seinen Dankesbrief ab.
Hamburger Autorin im Wahn auf Hausboot erschlagen - Sohn muss in Psychiatrie
Der Sohn der im April getöteten Hamburger Autorin muss dauerhaft in die Psychiatrie. Er gilt als schuldunfähig, wie das Landgericht Hamburg entschieden hat. Vor einem halben Jahr hatte der 23-Jährige seine Mutter auf einem Hausboot im Wahn erschlagen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann an einer schizoaffektiven Störung leidet, die durch die Einnahme von Drogen noch verstärkt worden sei. Eine schizoaffektive Störung zeichnet sich durch Stimmungsschwankungen und gleichzeitige Symptome der Schizophrenie wie etwa Wahn oder Halluzinationen aus. In dem sogenannten Sicherungsverfahren war die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen worden.
Glättegefahr! Schneeregen macht die Straßen zu Rutschpisten
In der kommenden Nacht und morgen ist auf den Straßen äußerste Vorsicht geboten. Denn immer häufiger geht der Regen in Schnee über, die Glättegefahr steigt dementsprechend. Dazu ist es meist windig und bei einstelligen Werten empfindlich frisch. Erst ab Freitag zeichnet sich langsam Entspannung ab.
Bahn verschiebt Start von Stuttgart 21 erneut
Die Fertigstellung des Bauprojekts Stuttgart 21 verzögert sich weiter. Wie die Deutsche Presse-Agentur und weitere Medien übereinstimmend aus Kreisen der Projektpartner und des Bahn-Aufsichtsrates berichten, soll der Tiefbahnhof nicht mehr wie geplant im Dezember 2026 eröffnen.
In Istanbul gestorbene Familie aus Hamburg: Gerichtsmediziner vermuten Chemie-Vergiftung
Der Tod einer vierköpfigen Familie aus Hamburg bei einem Urlaub in Istanbul hat für großes Entsetzen gesorgt. Nun ist zumindest wohl klar, woran das Paar und die beiden drei und sechs Jahre alten Kinder gestorben sind: Nach Erkenntnissen der Gerichtsmedizin ist die Vergiftung sehr wahrscheinlich auf Chemikalien zurückzuführen. Eine zunächst als Ursache für den Tod der Familie angenommene Lebensmittelvergiftung sei "unwahrscheinlich", zitierte die Zeitung "Cumhuriyet" aus dem Bericht der Gerichtsmedizin. "Die Haupttodesursache scheint eine chemische Vergiftung in dem Hotel zu sein, in dem sie wohnten."
Laut türkischen Medienberichten war in einem Zimmer im Erdgeschoss des Hotels ein Mittel zur Bekämpfung von Bettwanzen versprüht worden. Dieses Mittel könnte über einen Badezimmerlüfter in das Zimmer der Familie im ersten Stock gelangt sein. Das Hotel wurde am Samstag evakuiert, nachdem zwei weitere Hotelgäste mit ähnlichen Beschwerden ins Krankenhaus gebracht worden waren. Am Sonntag wurde das Hotel von den Behörden geschlossen. Im Zusammenhang mit dem Tod der Familie wurden bisher elf Menschen festgenommen.
Macht Künstliche Intelligenz Ihnen Angst?
Viele können sich ein Leben ohne ChatGPT und andere Chatbots kaum noch vorstellen (und hatten demnach gestern vielleicht harte Stunden wegen der weltweiten Störung bei Cloudflare). Es gibt sogar Menschen, die behaupten, eine "Beziehung" mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) zu führen. Dann gibt es da aber noch eine Gruppe - die mit Bauchschmerzen auf die rasante Entwicklung blickt: Fast jeder Dritte in Deutschland hat Angst vor den Folgen der Künstlichen Intelligenz. In einer von der R+V-Versicherung veröffentlichten repräsentativen Umfrage gaben 32 Prozent der Befragten an, dass sie Angst haben, dass KI die Gesellschaft gefährdet. 26 Prozent der Befragten befürchten zudem, dass ihre Daten im Internet missbraucht werden. Die Ergebnisse sind Teil der Studie "Die Ängste der Deutschen", für die von Mai bis Juli 2400 Männer und Frauen befragt wurden.
EU stuft Amazon zu Recht als "sehr große Online-Plattform" ein
Handelsgigant Amazon muss nach einem Urteil des Gerichts der Europäischen Union als "sehr große Online-Plattform" verschärfte Regeln in der EU beachten. Das Gericht in Luxemburg weist eine Klage des weltgrößten Online-Händlers gegen die entsprechende Einstufung durch die EU-Kommission nach dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act - DSA) ab. Gegen das Urteil kann noch vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgegangen werden. Die Richterinnen und Richter sehen durch die Vorgaben zwar unter anderem einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, da sie erhebliche Kosten verursachen. Der Eingriff sei jedoch gerechtfertigt durch das Ziel der EU, systemische Risiken zu verhindern, so das Gericht. Der US-Konzern hatte argumentiert, dass er nicht die Art von Online-Plattform sei, für die die DSA-Regeln geschaffen wurden.
Soldaten in Berliner U-Bahn liefern filmreife Szenen bei Übung
Gefecht im Untergrund: Mit einer Übung in einer Berliner U-Bahn-Station trainiert das Wachbataillon der Bundeswehr für den Schutz der Bundesregierung. Die Soldaten liefern sich bei dem Übungsszenario einen längeren Kampf mit bewaffneten, irregulären Kräften und bringen Verletzte in Sicherheit.
Niederlande geben Kontrolle über Nexperia im Chipstreit wieder ab
Im Konflikt um den Chiphersteller Nexperia kommen die Niederlande China entgegen und geben die Kontrolle über das Unternehmen wieder ab. Das teilt Wirtschaftsminister Vincent Karremans mit.
Junge Paare leben besonders oft getrennt
Händchenhaltend durchs Leben, aber Miete zahlt jeder für sich: Junge Erwachsene in Partnerschaften leben im Vergleich zu anderen Altersgruppen besonders oft in getrennten Wohnungen. Fast jeder dritte Mensch zwischen 18 und 24 Jahren führte 2021 eine feste Beziehung mit getrennten Haushalten, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden mitteilt. Bei den 40- bis 49-Jährigen lag der Anteil nur noch bei rund sieben Prozent. Insgesamt lebte jeder achte Mensch zwischen 18 und 49 Jahren getrennt vom Partner.
Gründe dafür sind für 62 Prozent berufliche, finanzielle oder wohnungsbedingte Ursachen. Wird das Getrenntwohnen bewusst gewählt, sind vor allem eine fehlende Bereitschaft zum Zusammenzug oder der Wunsch nach Autonomie Gründe dafür.
Karlsruhe: Beamtengehälter in Berlin verfassungswidrig
Die Gehälter von Beamten im Land Berlin waren jahrelang zu niedrig und bis auf wenige Ausnahmen verfassungswidrig. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch. Betroffen sind alle Beamten der Besoldungsgruppe A, der die meisten angehören. Dazu gehören beispielsweise Polizisten und Lehrer. Das Land Berlin müsse bis zum 31. März 2027 die Beamtenbesoldung verfassungsgemäß regeln, hieß es in der Entscheidung. In dem Fall ging es um Gehälter, die zwischen 2008 und 2020 gezahlt wurden. In seinem Beschluss betont das Bundesverfassungsgericht nun drei Schritte für die gerichtliche Prüfung, ob die Besoldung das Grundgesetz verletzt:
Zunächst soll geprüft werden, ob die Mindestbesoldung eingehalten wird.
Im zweiten Schritt soll kontrolliert werden, ob die Besoldung an "die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse und des allgemeinen Lebensstandards" angepasst sei.
Falls die ersten zwei Schritte einen Verstoß ergeben, müsse im dritten Schritt geprüft werden, ob dieser eventuell ausnahmsweise verfassungsrechtlich gerechtfertigt ist. (Az. 2 BvL 21/17 u.a.)
Nur 62 Afghanen nehmen Geldangebot für Einreise-Verzicht an
Seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan harren immer noch Menschen in Pakistan aus und warten auf ihre Ausreise nach Deutschland. Menschen, die der Bundesrepublik als Ortskräfte geholfen haben, aber auch Aktivisten, Journalisten und Anwälte für Menschenrechte, die nun die Rache der Taliban fürchten müssen. Die Bundesregierung versucht mit Geldangeboten, diese Afghaninnen und Afghanen zu einem Verzicht auf eine Aufnahme in Deutschland zu bewegen. Bislang haben nur 62 Menschen das Angebot angenommen. "Bisher haben zehn Prozent der Angeschriebenen, das entspricht 62 Personen, die Bereitschaft erklärt, das Angebot anzunehmen", teilt eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mit. Zudem bestehe Kontakt zu weiteren Angeschriebenen, die sich bislang nicht endgültig entschieden hätten. Rund 1.900 Afghaninnen und Afghanen warten noch in Pakistan auf eine Ausreise nach Deutschland.
Nach Tod der Kessler-Zwillinge: Lauterbach fordert Regelungen für assistierten Suizid
Den Zeitpunkt des Todes selbst wählen - dafür kann es gute Gründe wie eine schwere Krankheit geben. Die bekannten Kessler-Zwillinge Ellen und Alice, die über ihr Lebensende gemeinsam entschieden haben, haben eine neue Debatte um gesetzliche Regelungen für Sterbehilfe entfach. Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD sei ein "klarer Befürworter des assistierten Suizids" und beklagt einen Mangel an Regelungen. "Ich bin der Meinung, dass wir beim assistierten Suizid eine gesetzliche Regelung benötigen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Die jetzige Situation erlaubt Assistenz beim Suizid, die ethisch nicht vertretbar ist." Der Gesundheitspolitiker sieht insbesondere auch das Problem der kommerziellen Angebote. Klare gesetzliche Regelungen würden dem entgegenwirken.
Noch gut zu wissen: Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2020 das Verbot der Suizidhilfe aufgehoben. Für die Inanspruchnahme von Sterbehilfe formulierte das Gericht eine Reihe von Vorgaben. Eine klare gesetzliche Regelung gibt es aber nicht.
18-Jähriger rast vor Polizei davon - und kracht in Hauswand
Warum ein Fahranfänger vor der Polizei die Flucht ergriff, ist noch unklar, aber klar ist, wie die Raserei ausgegangen ist: Der 18-Jährige ist in Solingen in Nordrhein-Westfalen ist mit seinem Auto mit hoher Geschwindigkeit in eine Hauswand gekracht. Vorher hatte er plötzlich aufs Gas getreten, als die Streife ihn kontrollieren wollte, überholte waghalsig mehrere Fahrzeuge und donnerte über eine Verkehrsinsel. Die Polizisten verloren den jungen Raser sogar zeitweise aus den Augen. Dann kam es zu dem Unfall, bei dem sich der Teenager schwer verletzt habe, teilt die Polizei mit. Rettungskräfte mussten den jungen Mann aus dem Wrack schneiden, er wurde ins Krankenhaus gebracht.
"Menschenrecht": Häftling pocht auf Brotaufstrich und klagt
Nie wieder den Lieblings-Brotaufstrich morgens zum Frühstück? Das klingt hart. Ein australischer Häftling argumentiert sogar, dass Vegemite ein "Menschenrecht" sei. Der in Australien beliebte Brotaufstrich aus Hefeextrakt wird dem verurteilten Mörder nämlich vorenthalten. Deshalb klagt Andre McKechnie nun gegen den Bundesstaat Victoria und argumentiert, als Australier sei Vegemite Teil seiner Kultur. In der Menschenrechtserklärung des Bundesstaates ist verankert, dass es niemandem vorenthalten werden dürfe, seine Kultur zu leben. Doch wie immer ist Geschmack eine besondere Sache: In Schweden zum Beispiel hat es Vegemite sogar ins "Museum für ekliges Essen" geschafft.
Ganz unproblematisch ist der Aufstrich in Gefängnissen wohl nicht: Vegemite wurde 2006 in den Gefängnissen von Victoria verboten, aus Sorge, dass sich die Insassen daraus einen als "Prunu" oder auch "Hooch" bekannten und berüchtigten Alkohol brauen. Zudem könnte die intensiv riechende und klebrige Paste dazu genutzt werden, Spürhunde auf der Suche nach verbotenen Substanzen abzulenken.
Was heute wichtig wird
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wir Deutschen zählen ja, was das Image angeht, auf der Welt nicht unbedingt zu den beliebtesten Gästen. Besonders unbeliebt ist ein Deutscher seit gestern in Brasilien, genauer gesagt in Belém: Kanzler Friedrich Merz. Der Bürgermeister der Stadt, die Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 ist, schimpft über Merz, er sei "arrogant und voreingenommen". Womit der CDU-Politiker den Zorn der Brasilianerinnen und Brasilianer auf sich zieht? Mit dieser Aussage, die sich der Kanzler nach seiner Rückkehr auf einem Handelskongress wohl nicht verkneifen konnte: "Ich habe einige der Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gern hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben." In Zeiten des Internets dauert es nicht lange, bis so eine Lästerei die Runde macht. Brasiliens Präsident Luiz Lula da Silva nimmt es mit Humor und hat eine Empfehlung für seinen deutschen Amtskollegen, der nicht mal 24 Stunden in Brasilien war: "Er hätte in Pará in eine Bar gehen sollen. Er hätte in Pará tanzen sollen. Er hätte die Küche von Pará probieren sollen, dann wäre ihm klar geworden: Berlin hat nicht mal 10 Prozent der Lebensqualität, die Belém und der Bundesstaat Pará zu bieten haben. Ich hab doch allen gesagt, esst ein bisschen Manicoba!" Ob Merz darauf reagiert? Ich habe ein Auge darauf für Sie. Im Kalender stehen außerdem diese Termine an:
Die Bundesregierung hat eine volle Agenda heute: Das Kabinett beschäftigt sich mit der Bekämpfung von Drohnen im Inland, mit elektronischen Fußfesseln, die Frauen vor gewalttätigen Ex-Partnern schützen sollen, will einen Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 beschließen und über reduzierte Sozialleistungen für Geflüchtete aus der Ukraine verhandeln.
Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs vorbereiten: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist zu einem Arbeitsbesuch in die Türkei.
Nord-Stream-Anschlag: Italiens oberstes Gericht entscheidet darüber, ob der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge auf die Gasleitungen in der Ostsee an Deutschland ausgeliefert werden darf.
Die Europäische Kommission stellt ihren Fahrplan für die Vereinfachung der über Jahre entwickelten EU-Digitalgesetze vor. Im Fokus stehen Gesetze für Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit sowie der Datenschutz.
Das Gericht der Europäischen Union verkündet ein Urteil zur EU-Einstufung von Amazon als "sehr große Online-Plattform" und die damit verbundenen zusätzlichen Regeln für das Unternehmen.
Bundeswehrverband wählt Führungsspitze neu: Auf der 2. Hauptversammlung der rund 400 Delegierten in Berlin steht der Bundesvorsitzende André Wüstner zur Wiederwahl. Wüstner führt die Organisation seit 2013.
Das Wachbataillon der Bundeswehr trainiert in Berlin für den Spannungs- und Verteidigungsfall den urbanen Kampf. Das sind die Männer und Frauen in der Truppe, die beim Empfang von Staatsgästen, dem Zapfenstreich oder durch das Ehrengeleit öffentlich erscheinen.
Prozess um Spionage für China beim US-Militär beginnt: Am Oberlandesgericht Koblenz muss sich ein Mann verantworten, der einem chinesischen Nachrichtendienst sensible Informationen angeboten haben soll.
Fünf Männer wegen Kriegsverbrechen in Syrien vor Gericht: Sie sollen im syrischen Bürgerkrieg eine Demonstration niedergeschlagen und auf Zivilisten geschossen haben - nun beginnt am Oberlandesgericht in Koblenz der Prozess.
Prozess um die Entführung der Block-Kinder: Das Landgericht Hamburg will die neue Partnerin des Ex-Manns von Christina Block vernehmen. Die Dänin ist seit 2020 mit Stephan Hensel verheiratet.
Rundfunkreform: Als letztes Bundesland entscheidet Brandenburg mitten in einer Krise der SPD/BSW-Koalition über die Rundfunkreform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Der Landtag in Potsdam stimmt darüber am Nachmittag ab.
Der Fußball-Weltverband FIFA veröffentlicht seine Weltrangliste und gibt damit wichtige Hinweise für die WM-Auslosung am 5. Dezember.
Bei Fragen, Hinweisen und Kritik können Sie mich am besten per Mail erreichen an: johanna.ohlau(at)ntv.de. Ein schnelles Update zum Ukraine-Krieg bekommen Sie wie gehabt in unserem Live-Ticker.
Wochenlang geplant: Fotograf gelingt spektakuläres Sonnensprung-Foto
Astrofotograf Andrew McCarthy und Youtuber Gabriel Brown planen wochenlang ein Bild, das es so noch nicht gab: ein Fallschirmspringer exakt vor der Sonne. Der Sprung gelingt direkt im ersten Versuch - es ist eine historische Aufnahme.
Was läuft da mit Emily Ratajkowski? Das sagt Austin Butler
Er sitzt mit Model Emily Ratajkowski in einer Nische in einem New Yorker Restaurant, wirken vertraut - da wittern Promi-Reporter schnell eine Romanze. Was die Bilder für einen Eindruck machen, das sei ihm bereits in dem Moment klar gewesen, sagt Hollywoodstar Austin Butler. Doch deshalb verstecken? Das sei für ihn nicht infrage gekommen. Seit der Trennung von Cindy Crawfords Tochter Kaia Gerber ist der 34-Jährige auch niemandem Rechenschaft schuldig. Dennoch betont Butler jetzt: "Die wahre Antwort ist, dass ich viele Freunde habe und wir Freunde sind und wir zusammen zu Abend gegessen haben, und dass wir Freunde sind." Das sagte der "Elvis"-Schauspieler im Interview mit "Vanity Fair". Wäre jedoch nicht die erste angebliche Freundschaft, aber jetzt wollen wir auch mal keine neuen Gerüchte befeuern ...
Wagenknecht betrachtet AfD nicht als Gefahr für Demokratie
Wie mit der AfD umgehen? Von der "Brandmauer" hält die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nicht viel: Die Politikerin fordert, die AfD auf Landes- und Bundesebene in politische Entscheidungen einzubinden. "Die Brandmauer ist gescheitert, sie und die schlechte Politik der alten Parteien haben die AfD zur stärksten politischen Kraft in Deutschland gemacht", sagte die scheidende Parteivorsitzende im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Diesen Weg müssen wir endlich verlassen." Eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland sieht Wagenknecht in der AfD nicht. "Die größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland ist eine Politik, von der immer mehr Menschen enttäuscht sind, die die Lebensverhältnisse und die Kaufkraft von immer mehr Menschen verschlechtert", sagte sie. In der AfD gebe es "Extremisten und gefährliche Typen", fügte sie hinzu. "Aber die Radikalisierung der Partei ist doch auch eine Folge der Ausgrenzung. Einbindung zähmt, Ausgrenzung radikalisiert, das ist doch nichts Neues."
Der Hintergrund dazu ist wohl: In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werde das BSW nach den Landtagswahlen 2026 keine Koalitionen gegen die AfD tragen, sagte Wagenknecht. "Für Koalitionen, deren einziger gemeinsamer Nenner ist, die AfD von der Macht fernzuhalten, stehen wir nicht mehr zur Verfügung."