Leben

"Wenn das Hagen sehen könnte!" Anja Caspary über Liebe, Musik und Tod

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Jemand nannte sie mal das schönste Paar des Berliner Nachtlebens. Stimmt wohl.

(Foto: Kai-Uwe Heinrich)

Es ist ihre Stimme, die man im Ohr hat, klar, sie ist beim Radio. Aber es ist auch ein großes Lachen und ein offenes Gesicht, lange blonde Haare, Lebensfreude, Sportlichkeit, Neugier und auch immer ein bisschen Anderssein: Anja Caspary, Musikchefin des Berliner Senders Radio Eins. Nächte hat sie sich um die Ohren geschlagen, war auf jeder Party, jedem Konzert, und trotzdem hat sie sich eine gewisse Unschuld bewahrt. Diese "Unschuld" macht es möglich, dass sie so explizit Sex oder Sterben beschreiben kann. Wir kommen ihr sehr nahe in ihrem Buch "In meinem Herzen steckt ein Speer", in dem sie darüber berichtet, wie innerhalb eines Jahres bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde und ihr Mann, der frühere Die-Ärzte-Bassist Hagen Liebing, an einem Gehirntumor starb. Sie lässt das zu, dass man ihr so nahe kommt, nie scheint es ihr zu viel zu sein, man darf alles fragen und sie antwortet auch auf jede Frage. Dennoch behält sie etwas Geheimnisvolles. Mit ntv.de sprach Anja Caspary über Alleinsein und Einsamkeit, Märchenprinzen, Jodeln, Trauer und "The Incredible Hagen", ihre große Liebe.

ntv.de: Dein Leben 2.0 hat angefangen, du bist mittendrin, das klingt irgendwie tröstlich.

Anja Caspary: Ja, das ist es tatsächlich auch. Das hat meine Tochter im Auto gesagt, als ich mit beiden Kindern von der Beerdigung gekommen bin. Ich fand, das klingt irre weise. Wir sind in ein Zuhause gefahren, in dem mein Mann, ihr Vater, nicht mehr war, und die Monate davor waren echt grausam. Hagen war tot und wir mussten weiterleben. Die Beerdigung war eine Art Schlusspunkt. Es waren so viele andere da, die auch traurig waren, aber für uns fühlte sich das an wie: "So, jetzt ist mal Schluss." Und dann beginnt etwas Neues. Ich habe da zum ersten Mal wahrgenommen, dass das jetzt abgeschlossen ist. Und natürlich kommt die Trauer immer wieder, in Wellen. Auch nach vier Jahren fühle ich die Trauer. Es kommt aber vor, dass ich eine Woche lang gar nichts habe oder denke, was mit all dem zu tun hat.

Was unternimmst du dann "dagegen"?

Es hilft immer, wenn ich zu tun habe oder unterwegs bin oder wenn ich reise, aber früher oder später kommt der Brecher auf jeden Fall. Vor allem, wenn man nichts vorhat am Wochenende und keiner einen anruft (lacht). Dann spült die Trauer über mich hinweg. Aber generell ist es tröstlich, diese Phase als Chance zu betrachten.

Gibst du dir selbst denn Chancen?

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Anja Caspary ist immer noch derselbe Mensch. Und lacht gerne!

(Foto: imago/Stefan Zeitz)

Ich finde schon. Ich habe zum Beispiel mit Windsurfen angefangen, das macht man in meinem Alter ja eigentlich nicht mehr unbedingt. Und ich war im Jodelkurs (lacht). Ja, ich mache ganz sicher Sachen, die ich nicht gemacht hätte, wenn Hagen noch leben würde. Dann hätten wir ein vollkommen anderes Leben. Ich versuche also, auch die positiven Dinge an allem zu sehen.

"Neues Leben" klingt erstmal immer nach "besseres Leben" - aber vielleicht ist es ja nur anders. Ich habe irgendwo gelesen, dass du glücklich bist. Über diese Aussage musste ich echt nachdenken, man ist ja nicht mal ohne so eine krasse Story wie deine permanent glücklich ...

Nee, das stimmt. Ich weiß ja nicht, ob ich gesund bleibe oder ob der Brustkrebs wiederkommt. Ich habe keine Ahnung, warum ich überhaupt Brustkrebs bekommen habe. Deswegen schwebt ein Damoklesschwert über einem. Ich versuche das zu ignorieren und sage mir beim Meditieren immer: "Ich bin gesund, ich krieg' es nie wieder", ich suggeriere mir das zumindest, aber natürlich weiß man es nicht. Ich kann ja nicht jeden Tag so leben, als wäre es der letzte (lacht). Ich muss jetzt aber zum Beispiel nicht verreisen, um glücklich zu sein, ich freu' mich an kleineren Dingen, auch wenn das banal klingt. Ich nehme viel mehr die Jahreszeiten wahr, ich habe ein Band zur Natur und das, was mir früher langweilig erschien, wie spazieren gehen, ist so eine Art Abenteuer. Das ist eine Qualität, die ich dazugewonnen habe. Und in diesen Momenten denke ich ganz oft: "Mensch, wenn das jetzt Hagen sehen könnte."

Sprichst du mit ihm?

Ja, schon manchmal, in meinem Kopf. Nicht laut. Es fehlt mir, mich mit ihm auszutauschen. Früher wollte man ja auch mal allein sein, aber dann hat man sich doch immer gefreut, wenn der andere zur Tür reinkam. Man war halt mal allein, aber nie einsam.

Wie hast du den Corona-Lockdown hingekriegt, ohne die Option, dass die Tür aufgeht und er hereinkommt?

Ich will nicht überheblich klingen, aber ich habe keine Angst mehr vor dem Tod. Ich habe auch keine Angst vor Corona, ich bin jetzt irgendwie so ergeben. Weil ich lernen muss und auch schon gelernt habe, das Schicksal anzunehmen. Du kannst eh nichts tun. Es ist einfach scheiße. Und wann man stirbt, ist Schicksal. Deswegen bin ich in der Hinsicht eigentlich vollkommen entspannt. Ich nehme das gar nicht so sehr als Gefahr wahr. Es tut mir echt leid und vielleicht darf man so etwas auch gar nicht sagen, weil man dann zu den Aluhüten oder rechts gezählt wird: Aber ich habe einfach keine Corona-Panik. Bitte nicht falsch verstehen, für mich selbst berührt mich das eben gar nicht, für andere schon, ich wünsche das ja niemandem. Und es tut mir irre leid, dass so viel daran sterben. Ich habe die Isolation durch Corona jedoch gar nicht so doll als weitere Einschränkung verspürt, weil ich ja eh vieles alleine mache. Es ist blöd, dass die Kultur so wegbricht, dass man nicht auf Konzerte gehen kann, besonders die Veranstaltungskultur liegt mir ja am Herzen. Aber weil ich vorher auch schon so viel an dem Buch geschrieben habe, konnte ich eh nicht mehr viel ausgehen. War also keine große Umstellung für mich.

Du hast für dich eben einen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen, ich sehe keine "Alu"-Tendenzen.

Dann ist's gut, wenn das so ist (lacht).

Heilt die Zeit alle Wunden, so wie Oma das schon immer gesagt hat?

Da ist was dran, ja. Jetzt nach vier Jahren weiß ich das. Man muss aber auch was dafür tun. In meinem Fall war es das Buch, und davor habe ich auch schon Tagebuch geschrieben, was mir immer geholfen hat. Ich musste meine Gedanken loswerden, besonders wenn ich super traurig war, und so voll depri, dann habe ich alles aufgeschrieben, auch wenn es nur Gedankenfetzen waren. Und wenn Tränen draufgetropft sind und alles ganz nass wurde, dann hab' ich mich geärgert. Man versinkt schon auch mal in Selbstmitleid. Weggehen hilft auch, es wird besser mit der Zeit. Ich versuche manchmal, mir Hagen zurück zu vergegenwärtigen, und es fällt mir total schwer. Ich gucke mir Fotos an und ich kann mir seine Stimme anhören oder Videos ansehen, aber die Präsenz ist verblasst.

Bleibt da eine Energie?

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"Man war halt mal allein, aber nie einsam."

Ich glaube, er ist ein bisschen in mich reingeschlüpft. Ich habe mich verändert. Ich musste dann ja Mutter und Vater für die Kinder sein, man macht ja unterschiedliche Dinge mit den Kindern - jeder hat so seine Talente - und plötzlich musste ich Hagen kompensieren. Ich glaube, er ist nicht mehr präsent im meinem Kopf als Existenz, aber ja, seine Energie ist in mir.

Als du nicht mehr die lustige Anja warst, die auf jedes Konzert ging, die einen tollen Job hat und einen super Mann und schöne Kinder, wie sind dir die Leute da gegenübergetreten? Denn du wurdest zur Anja, die selbst sehr krank war, dann ihren Mann verlor, die nicht mehr so lustig war, sondern viel weinte und die plötzlich alleinerziehend war ...

Es war ein bisschen überraschend. Leute, die mich nur am Rande kannten, wie mein Computer-Fachmann - denn der war ja immer nur aus einem Grund da, der Computer ging nicht - der wurde zu einem Freund. Toll. Freunde und Freundinnen, die auch schon mal was Schlimmes erlebt haben, die waren da und die blieben auch da, weil sie genug emotionale Intelligenz haben, um sich in einen reinzuversetzen. Ich hatte aber immer Hagen. Mit ihm habe ich meine Freizeit verbracht. Ich hatte zwar auch Freundinnen, aber nicht so intensiv. Ich war am liebsten mit ihm. Aber es haben sich einige wenige sehr enge Freundschaften gebildet, immerhin. Ich habe immer allen gesagt, dass sie sich bei mir melden müssen, denn ich kann das nicht, da komme ich mir so vor, als würde ich stören oder die nerven. Ich bin auch lame und hab' nicht genug Antrieb, um anderen hinterherzutelefonieren. Das ist irgendwie peinlich für einen, weil man dann diese Hilferufe sendet: "Bitte mach' was mit mir, ich bin so traurig!" (lacht) Das muss man sich trauen. Manche haben das nicht ernst genommen und zu Unrecht gedacht, die könnten mich stören, aber jeder Kontakt ist hilfreich! Ich heul' ja auch nicht die ganze Zeit, ich bin immer noch derselbe Mensch, ich habe immer noch denselben blöden Humor. Wenn der getriggert wird, kann man sogar lachen, während man heult, alles ist möglich.

Der andere muss das aushalten können, und das kann nicht jeder.

Andere sind unsicher, ich verstehe das auch. Aber was kann schon Schlimmes passieren? Was soll sein, wenn einer über seinen Schatten springt und den Kranken, den Trauernden, den Behinderten, den Nicht-Normalen einfach mal anspricht? Das Worst-Case-Szenario ist, dass der sagt: "Lass' mich in Ruhe". Na und? Und außerdem wirst du das nie hören, auf keinen Fall von mir - denn man dürstet nach Kontakten und Trost. Es kann nichts Schlimmes passieren und deswegen ist es traurig und auch enttäuschend, dass so viele Leute aus Unsicherheit den Kontakt abbrechen. Das ist ein bisschen charakterschwach.

Möchtest du und kannst du anderen helfen?

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Sie wollte nicht, dass man googeln muss.

(Foto: Annette Apel)

Ja. Aber ich habe gar keine Toleranz für Bullshit, Befindlichkeiten, Nichtigkeiten, gekränkte Eitelkeit, das sind in meinen Augen nur Lappalien. Dafür habe ich wenig Geduld und auch keine Lust, mich damit zu befassen. Ich glaube, dass ich spüre, wenn jemand ein Problem hat, ich bemerke die Vibrations. Ich helfe dann gerne und glaube, das kann ich auch. Weil ich ja nicht auf einem Podest stehe. Ich bin auf Augenhöhe mit Leuten, denen es nicht gut geht.

Wie mutig musstest du sein, um dein Foto mit den amputierten Brüsten im Buch zu veröffentlichen?

Gar nicht. Ich bin ja Journalistin und von Haus aus neugierig, ich will immer alles wissen. Ich war echt überrascht, dass mich nicht ständig Leute gefragt haben: "Wie sieht denn das bei dir jetzt aus?" Ich umgekehrt hätte sofort gefragt (lacht). Kann man googeln, ich weiß, aber ich fand, wenn ich so viel drüber schreibe, dann will doch jeder wissen, wie das jetzt konkret bei mir aussieht. Und sollen die Leute dann andere Frauen ohne Brüste googeln? Nee. Außerdem find' ich mich ja gut. Und Hagen hab' ich auch weiterhin gefallen. Es würde ihm auch gefallen, dass ich ein Foto ins Buch mache.

Du trägst enge T-Shirts - wenn man genau hinguckt, sieht man ja, was los ist. Wie sind dir die Menschen anfänglich begegnet? Haben sie geglotzt?

Nee, die meisten, die mich nicht vorher kannten, denen fällt es nicht auf. Die denken vielleicht, ich habe wenig Brust. Von der Seite sieht man es eher. Die, die mich vorher kannten, die sagen nichts. Damit ich es bemerke, muss mir jemand schon seeehr lange auf den Oberkörper stieren und das macht keiner.

Du wirkst sehr entspannt, wie du mit dem Thema umgehst, jedenfalls nach außen.

Ja, klar, ich spiele dir und niemandem etwas vor.

Andere sind schnell belehrend, wenn sie eine krasse Erfahrung gemacht haben - du hast gleich mehrere gemacht. Und stülpst dich einem aber nicht so über mit deiner Meinung und deinem Wissen - vielleicht, weil du sonst die Fragen gestellt hast?

Du meinst, weil ich Journalistin bin? Kann sein. Da drängt man sich ja erstmal nicht so in den Vordergrund (lacht). Weißt du, ich habe mir die Brüste ja nicht einfach so abnehmen lassen, sondern weil ich der festen Überzeugung bin, dass es der bessere Weg ist, mit der Krankheit umzugehen. Ich glaube, dass es gesünder ist und hoffe, dass der Krebs nicht wiederkommt. Die Gesundheit steht für mich an erster Stelle und Bestrahlen und Chemo ist ungesund. Aber vielleicht hätte ich anders gehandelt, wenn ich nur eine kranke Brust gehabt hätte und eine gesunde - dann hätte ich vielleicht auch gedacht, dass ein Aufbau Sinn macht. Das sagt man ja nicht einfach so, zack, weg mit den Dingern. Ich will aber auch niemandem vorschreiben, wie das zu handhaben ist, wenn man vor dieser Entscheidung steht.

Brüste machen lassen ohne Grund finde ich ein heikles Thema - nur aus Schönheitsaspekten kann ich es nicht nachvollziehen. Ich denke immer, dass das nicht sein muss, wenn keine Not herrscht. Dass es quasi Sünde ist, sich einfach so unters Messer zu legen …

Danke, dass du das sagst. Ich habe das schon immer verachtet, muss ich ganz ehrlich sagen. Man sollte sich doch so annehmen, wie man ist. Kann doch nicht jeder aussehen wie Claudia Schiffer. Besser wär's, wenn jeder Spaß hat und nett ist. Also, Plastik im Körper zu haben finde ich so grausam, es ist ja nicht mal für die Ewigkeit. Wofür dann? Damit andere denken, was man für einen tollen Busen hat? Ich möchte lieber, dass ich in einem anderen Kontext toll gefunden werde. Ich muss echt gestehen, dass ich Frauen, die künstliche Brüste haben, sehr misstrauisch beäuge, weil ich nicht locker drüber weggucken kann. Ich finde es auch gemein anderen Frauen gegenüber, denn keine Frau ist super selbstbewusst, was ihre Brüste angeht. Natürlich hängen die irgendwann! Und dann hüpfen da Frauen ohne BH durch die Gegend mit Nippeln, die in den Himmel ragen - was sollen denn wir Schwestern da sagen, die scheiße aussehen (lacht)? Die verderben voll die Preise am Baggersee oder auf Ibiza!

Wie handhabst du jetzt Nacktheit?

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Immer noch und immer wieder Spaß bei der Arbeit - wichtig!

(Foto: imago images/POP-EYE)

Ich geh' weiter in die Sauna und mach FKK. Erst weiten sich die Augen der anderen und dann gucken sie weg, aber das macht nichts.

Die sind unsicher, wie sie sich verhalten sollen ...

Ja. Aber sollen sie doch denken, dass ich scheiße aussehe …

Anders.

Meinetwegen, anders. Okay. Und wenn ich dann in der Sauna was sage, so was wie "Mann, ist das heiß heute", dann sind die meisten ziemlich erleichtert und auch wieder ganz normal.

Vielleicht hilft dein Buch ja dabei, die Akzeptanz für das Nicht-Perfekte zu erhöhen, da gibt es so viel zwischen Himmel und Erde und wir rennen immer nur einem Schönheitsideal hinterher.

Das wäre schön, wenn wir alle - auch Männer - nicht immer so unter Druck gesetzt werden würden. Von klein auf. Die Frau muss immer noch schön sein. Und haarlos. Männer dürfen Haare unterm Arm haben, Frauen nicht. Ist doch blöd.

Mein Mann braucht meist länger im Bad als ich, hat mehr Klamotten, keine Haare und kann nicht handwerkern.

Kann er auch schlecht einparken?

Ja …

Dann ist er ein toller Mann! (lacht)

Apropos Mann - dein Leben jetzt: Kann es da wieder einen Mann geben?

Ich bin immer noch Single (lacht). In meinem Alter wird das nicht so leicht, selbst wenn ich nicht ständig auf der Suche nach einem zweiten Hagen bin. Aber mit 55? Da rennen jetzt nicht wirklich so viele heiße Single-Männer rum. Die Guten sind verheiratet - das soll auch so bleiben - und die anderen sind dann bindungsunfähig oder so doll enttäuscht ...

Die will man dann auch nicht haben …

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Genau (lacht). Also, ehrlich gesagt glaub' ich nicht nochmal an die große Liebe. Ich bin auch noch wie früher: Ich muss schwer verliebt sein und es darf nur den einen geben. Und ich darf auch nur die eine sein! Ich bin da vielleicht etwas Märchenprinz-mäßig unterwegs … In meinem Mann habe ich ja nach all den Jahren immer noch den Typen mit dem Waschbrettbauch gesehen, auch wenn er inzwischen einen klitzekleinen Bierbauch bekommen hatte. Aber jetzt lern' ich ja nur noch den Bierbauch kennen.

Wie gehen deine Kinder mit der Situation um?

Meine Kinder reden heute noch wenig über ihren Vater, die wollen auch nicht mein Buch lesen. Das jüngere Kind hat aber auch mitgekriegt, was das für ein Akt war, dieses Buch zu schreiben. Ich musste so viel weinen. Beide wollten aber ein Buch haben. Vielleicht wollte ich ihnen das auch hinterlassen, damit sie später mal nachlesen können, wie schön das mit ihrem Vater war. Er taucht manchmal auf in unseren Unterhaltungen, aber nur ganz vorsichtig und erst jetzt, nach vier Jahren, es war ganz lange ein Tabu. Es wurde nicht über ihn geredet, obwohl er immer da war.

Mit Anja Caspary sprach Sabine Oelmann

Quelle: ntv.de