Essen und Trinken

Ladiges kocht nicht, er bäckt Ein Hauch Gold im November - Baumkuchen aus Baden-Baden

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Gülden schimmern die Baumküchlein in der Sonne - höchstwahrscheinlich nicht lange. Sie sind zu lecker.

(Foto: ML)

November. Die Tage werden kürzer, das Wetter ist nass und kalt. Jetzt kommt die Zeit, wo wir uns nach dem Geruch von Gebäck und Glühwein sehnen. Aber warum gibt es so viel Gebäck zu Weihnachten?

Schon in vorchristlicher Zeit gab es rituelles Backen zu Festen wie der Wintersonnenwende (die ist aber erst am 21. Dezember). Heute haben wir unsere Backfreude auf die Weihnachtszeit verlegt. Sie galt früher als Huldigung Jesu Christi. Aber auch die Kalorien haben früher die Menschen besser durch den Winter gebracht. Und wer es sich leisten konnte, verschenkte das wertvolle Gebäck.

Wenn Sie diesen alten Brauch auch mögen, möchte ich Ihnen ein Rezept nahebringen, das die Beschenkten Augen machen lässt: den Baumkuchen.

Zutaten

Baumkuchen-Spitzen mit dunkler Schokolade

Für 50 Stück:

200 Gramm Mehl
250 Gramm Butter
200 Gramm Zucker
1 Päckchen echter Bourbon-Vanillezucker
50 Gramm blanchierte, gemahlene Mandeln (hell, ohne Schalen)
6 Eier
3 Esslöffel Rum
1 Messerspitze Meersalz
250 Gramm Zartbitter-Kuvertüre (mind. 60 Prozent Kakaogehalt)
50 Gramm Kokosfett
Optional Goldpuder, Grand Marnier (Orangenlikör)
Butter zum Einfetten, Springform (am besten viereckig), Bleistift,
Backpapier, Wasserbad, Backpinsel, Teigspatel

Wir kennen den Baumkuchen als Symbol der Bäcker-Innung, er wird auch der "König der Kuchen" genannt. Er hat seinen Ursprung vermutlich in Ungarn, wobei auch schon die alten Griechen einen Kuchen am Spieß über dem Feuer gebacken haben. Da wir keinen Spieß verwenden, werden wir den Baumkuchen schichtweise unter dem Grill des Backofens backen. Das Rezept wirkt sehr aufwendig, doch das Ergebnis lässt die Mühe vergessen.

Zubereitung

Fette die Springform mit Butter ein. Stelle sie auf ein Backpapier und zeichne den Boden auf das Papier. Schneide den Boden aus und lege ihn in die Form. Schalte die Grillfunktion im Backofen an und platziere den Rost so, dass die Springform grade unter den Grill passt.

Trenne zuerst die Eier in zwei Schüsseln. Schlage in einer Küchenmaschine die weiche Butter zusammen mit dem Zucker, Vanillezucker und dem Rum schaumig. Gib nach und nach das Eigelb dazu. Schlage das Eiweiß zusammen mit dem Salz mit einem Handrührgerät steif.

Das Mehl, die Mandeln und Eiweiß nun unter die Eigelbmasse heben, bis ein glatter Teig entsteht. Mehrere Esslöffel Teig in die Form füllen und bis zum Rand verstreichen. Circa 2 Minuten unter dem Grill backen, bis die Masse bräunt. Die Form dann herausnehmen und erneut einige Esslöffel Masse darin verstreichen. Wieder 2 Minuten unter den Grill geben und weiter so verfahren, bis der Teig aufgebraucht ist.

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Vanille - Geschmack der Kindheit.

(Foto: PantherMedia / wsf pan)

Das Gebäck jetzt abkühlen lassen und dann auf ein Gitter stürzen. Jetzt lässt sich das Backpapier leicht abziehen. Wenn gewünscht, mit Likör beträufeln.

Das Kokosfett im Wasserbad schmelzen. Dann die zerkleinerte Kuvertüre unter Rühren vorsichtig darin schmelzen lassen. Den Baumkuchen in Dreiecke, Rauten oder Vierecke schneiden. Mit der Glasur großzügig rundum bestreichen oder auch übergießen. Wenn das Gebäck gut ausgekühlt und die Glasur fest geworden ist, kann man diese noch mit Goldpuder dekorieren, das man in etwas Wasser aufgelöst hat. Das Gebäck ist bis nach Weihnachten haltbar. Da es aber eine Gaumenfreude ist, wird es wahrscheinlich nicht lange halten.

Das Rezept braucht etwas Übung, aber wenn Sie es einmal gemacht haben, werden Freunde und Familie bald auf eine Wiederholung hoffen.

Gutes Gelingen wünscht Marc Ladiges

Marcs Tipp

Vanille gehört zu den teuersten Gewürzen überhaupt. Das liegt daran, dass nicht nur der Anbau durch die nur händisch mögliche Bestäubung, sondern auch die Weiterverarbeitung mit einer Dauer von einem Monat sehr aufwendig ist. Am bekanntesten ist die Bourbon-Vanille, die aus Madagaskar und von den umliegenden Inseln kommt.

Um das wertvolle Aroma der Vanille besser auszunutzen, verwende ich für meine Rezepte nur das Mark der Schoten. Die Hülle stecke ich in ein Glas mit Zucker. Der Zucker verwandelt sich automatisch in Vanillezucker, da er das Vanille-Aroma bindet.

Auf die Verwendung von künstlich hergestellten Vanillin beispielsweise in herkömmlichem Vanillezucker verzichte ich lieber. Dies wird aus Lignin, einem Nebenprodukt der Zellstoffherstellung, gewonnen. Echter Bourbon-Vanillezucker ist im Handel ebenfalls erhältlich.

Quelle: ntv.de

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