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Schlussplädoyers gehalten Anklage: R. Kelly hatte Missbrauchs-Netz

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Der frühere Superstar bei einer Anhörung vor Gericht am 19. August.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Im Missbrauchsprozess um R. Kelly sind die Schlussplädoyers gehalten. Während der Angeklagte schweigt, ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, dass der Superstar über ein elaboriertes Missbrauchs-Netzwerk verfügte.

Der Missbrauchsprozess gegen den früheren R’nB-Superstar R. Kelly geht in die Endrunde: Der 54-jährige Musiker soll "Lügen, Manipulation, Drohungen und körperliche Missbrauch" eingesetzt haben, um seine Opfer über Jahre hinweg gefügig zu machen. Dieses Fazit zog Staatsanwältin Elizabeth Geddes in ihrem dreistündigen Schlussplädoyer vor den Geschworenen in New York. Dafür sieht sie nicht nur den Musiker in der Verantwortung.

Vor einer Plakatwand mit einem Fahndungsfoto des Sängers und Bildern von Personen aus seinem Umfeld erklärte Geddes, Kelly hätte sich ein ganzes Netzwerk aufgebaut, das ihn schützte und systematisch Opfer rekrutierte. "Ohne sie hätte der Angeklagte sein Verbrechensmuster nicht fast drei Jahrzehnte lang ausüben können", führte sie aus.

Die Anklage hatte seit Prozessbeginn Mitte August insgesamt 45 Zeugen angehört, darunter Freunde und Familie R. Kellys, Mitarbeiter und langjährige Ärzte. Sechs der elf vor Gericht angehörten mutmaßlichen Opfer - Frauen wie Männer - waren minderjährig, als Kelly den Missbrauch begonnen haben soll.

Mehrere sagten aus, sie seien körperlich missbraucht, unter Drogen gesetzt und eingesperrt worden. Zudem sei der Sex regelmäßig gefilmt worden. Eine Frau berichtete, sie sei von Kelly gezwungen worden, als Jugendliche eine Abtreibung durchzuführen.

"Zur Abtreibung gezwungen"

Auch der Missbrauch der damals 15-jährigen Sängerin Aaliyah, die Kelly illegal geheiratet hatte, ist Gegenstand des Prozesses. Sie starb 2001 im Alter von 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Laut Gedees sei der Grund für die Hochzeit gewesen, dass Kelly strafrechtliche Verfolgung fürchtete, nachdem er annahm, dass Aaliyah von ihm schwanger sein könnte. Demnach soll er versucht haben, sie zu einer Abtreibung zu zwingen.

Kelly hatte auf eine eigene Aussage verzichtet. In den drei Prozesstagen zuvor hatte die Verteidigung insgesamt fünf Zeugen - ehemalige Angestellte und einen Freund aus Kindertagen des mittlerweile 54-jährigen Kelly - aufgerufen. Diese sagten aus, sie hätten nichts von Missbrauch mitbekommen. Kelly weist alle Vorwürfe zurück und plädiert auf nicht schuldig. Bei einer Verurteilung drohen ihm zehn Jahre Gefängnis, bereits seit 2019 sitzt er in Untersuchungshaft.

Quelle: ntv.de, mau/spot

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