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"Two and a Half Men"-Star HIV-positiv Charlie Sheen, du Sack!

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Mutig, irre, nicht mehr erpressbar: Charlie Sheen.

(Foto: imago stock&people)

Normalerweise wäre man rücksichtsvoller, wenn eine so arme Seele eine HIV-Infektion hat. Bei Charlie Sheen jedoch, dem Frauenvernascher, dem Protzer, dem Süchtigen, läuft es ein bisschen anders. Er wurde obendrein erpresst.

Welch eine Erleichterung es manchmal doch sein muss, endlich die Wahrheit sagen zu können: "Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin", sagte der 50-jährige Charlie Sheen nun in der "Today"-Show, die vom US-amerikanischen TV-Sender NBC ausgestrahlt wird. Ein schlimmes Statement, ein absoluter Horror für jeden Menschen, eine Diagnose, die erschüttert. Bei Charlie Sheen allerdings erschüttert - im Sinne von überrascht - sie nicht so sehr, oder? Doch, all die Frauen, die mit ihm im Bett waren natürlich, und die werden jetzt gegen ihn klagen. Und seine Exfrauen, drei Stück immerhin, darunter Schauspielerin Denise Richards, seine fünf Kinder, sein Vater - der wunderbare Martin Sheen -, all diese Menschen werden geschockt sein. Wenn sie es nicht schon wussten. Der Rest wird denken: Das hat er sich aber auch redlich erarbeitet. Zynisch, gemein und fies ist das, jawohl - so wie der einst vielversprechende Schauspieler selbst geworden ist.

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Mit Lindsay Lohan in "Scary Movie 5".

(Foto: picture alliance / dpa)

Nun hat es ihn erwischt. Und es ist mutig, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber auch eine Notwendigkeit! "Dankesheen", werden sich seine ungezählten Betthupferl jetzt denken und zum Arzt eilen, um einen Aids-Test zu machen. Nachdem wochenlang spekuliert worden war, wer der "Hollywood-Star" sein könnte, der mit dieser Diagnose im US-amerikanischen TV herausplatzen könnte und der Name Charlie Sheen das eine oder andere Mal hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde, ist es nun raus: Ja, er ist es. Und ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch, und wenn alles gut geht, dann wird er das auch noch sehr lange tun. Hoffen wir das Beste, denn wie gesagt: Er hat fünf Kinder.

Plus: Er könnte eine Kehrtwendung machen und zum Botschafter werden! Zu einem, der es zu doll getrieben hat, der vor nichts und niemandem Angst hatte, der Menschen benutzt hat, Geld zum Fenster rauswarf, der maßlos war und jetzt darüber nachdenkt, es anders zu machen, besser. Nicht? Könnte doch sein.

"Unmöglich, dass ich es weitergegeben habe ... "

Selbst ein Charlie Sheen könnte sich doch ändern, oder? Er wisse es seit vier Jahren, sagte Sheen in der "Today"-Show. "Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an", sagte er. "Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist." Er habe zwar auch anschließend ungeschützten Sex gehabt. "Aber es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe." Er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei. (Anm. d. Red.: Achtung! Über den HI-Virus zu reden, schützt nicht vor der Übertragung desselbigen!!)  

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Bessere Zeiten mit Denise Richards.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Sheen gab nun zu, dass er erpresst worden sei: "Eine Prostituierte hat ein Foto von den Medikamenten gemacht und hinterher Geld gefordert." Er habe an mehrere Menschen gezahlt, "insgesamt muss das mehr als eine Million gewesen sein". Gefragt, ob er noch immer zahle, sagte Sheen: "Von heute an nicht mehr." Er mache es öffentlich, "um mich selbst aus diesem Gefängnis zu entlassen".

Was war der Typ genial! Bekannt geworden ist Sheen 1986 durch seine Hauptrolle in Oliver Stones Vietnamdrama "Platoon". Im Jahr darauf war er an der Seite seines Vaters Martin Sheen in "Wall Street" zu sehen. Sheen glänzte mit Rollen in den Sitcoms "Spin City" und vor allem ab 2003 in "Two and a Half Men". Die Hauptrolle des Charlie Harper hatte er im Jahr 2011 nach mehreren öffentlich gewordenen Eskapaden verloren.

Ekelhafter Sack!

Sheen war immer wieder witzig zwischendurch, legte sich aber auch ständig mit Leuten an, mit denen man sich besser nicht anlegt. Nachdem er Kim Kardashians Hintern zum Beispiel einen "ekelhaften und wabbeligen Sack" genannt hatte, legte er noch nach, indem er ihrem Ehemann Kanye West wünschte, dass er doch bald sein Augenlicht wieder erlangen möge. Sheen ist der maßlose Typ, der immer übertreiben muss: Selbst die Mutter zweier seiner Kinder keifte er öffentlich an: "Wir sehen uns vor Gericht, du terroristischer Sack voll Müll", pöbelte er beispielsweise gegen Denise Richards (dem aufmerksamen Beobachter wird eine Vorliebe für das Wort "Sack" aufgefallen sein). Richards blieb gelassen und wünschte ihm auf Twitter einen schönen Vatertag. Wohl die einzige Methode, wie man mit einem aufbrausenden Typen wie Charlie Sheen umgehen sollte.

Bitte nicht falsch verstehen: Man wünscht niemanden Aids an den Hals, auch nicht Charlie Sheen. Es ist einfach nur nicht überraschend. Und die Wut auf ihn begründet sich auch nicht aus der Tatsache heraus, dass der Mann mit vielen Frauen im Bett war oder ein Drogen- und Alkohol-Problem hat/hatte. Jeder kann machen, was er will. Die nicht ganz so bestürzt-wirkende Reaktion auf diese Nachricht begründet sich darauf, dass er so ein Angeber ist. Und darauf, dass er über die Frauen, mit denen er im Bett war, nicht gut spricht. Oder darauf, dass er Präsident Barack Obama rassistisch auf Twitter angegriffen hat. Und und und ...

Sheen ist ein Macho durch und durch, und da gibt es eben die sympathische Sorte und die unsympathische, die nichts lernt. Ja, eine Frau, die sich auf Charlie Sheen eingelassen hat, hätte wissen sollen, worauf sie sich einlässt, möchte man meinen, aber die Liebe und die Leidenschaft gehen ja bekanntlich oft merkwürdige Wege. Und die eine oder andere hat den durchaus nicht unattraktiven, witzigen und wohlhabenden, talentierten Mister Sheen eventuell auch therapieren wollen. Frauen sind so.

Durch sein mutiges Coming Out hat er sicher einige für sich gewonnen, die sich in letzter Zeit von ihm abgewendet hatten. Wir sind jetzt sehr gespannt, wie der Golden-Globe-Gewinner Charlie Sheen sich zukünftig verhalten wird.

Quelle: n-tv.de

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