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56. Grammy Awards Daft Punk und Lorde räumen ab

Roboterhelme und ein Teenager sind die Stars der diesjährigen Grammy-Verleihung. US-Rapper Jay-Z geht als Favorit ins Rennen um die begehrten Musikpreise, doch andere ziehen an ihm vorbei. Einige Auszeichnungen gehen auch nach Deutschland.

Die Bilanz für Deutschland ist bei den diesjährigen Grammys mager ausgefallen. Bei der Verleihung der US-Musikpreise Los Angeles gingen die meisten deutschen Nominierten in Klassik-Kategorien leer aus. Nur der Dirigent Christoph Eschenbach wurde mit dem NDR-Sinfonieorchester in der Sparte "Bestes klassisches Sammelprogramm" für die Aufnahme "Hindemith: Violinkonzert - Symphonic Metamorphosis - Konzertmusik" ausgezeichnet. Das Plattenlabel Deutsche Grammophon gewann einen Grammy für die beste Opernaufnahme.

Die deutschen Elektro-Pioniere Kraftwerk gehörten zu den Künstlern, die in diesem Jahr einen Ehrengrammy für ihr Lebenswerk erhielten. Kraftwerk seien "eindeutig ihrer Zeit voraus" gewesen, hieß es in Erklärung der Recording Academy, die hinter den US-Musikpreisen steht. Die Gruppe habe mit industriellen Klängen experimentiert und daraus "minimalistisch-robotische Popmelodien" komponiert. Als das erste Album mit dem Titel "Kraftwerk" 1971 auf den Markt kam, sei die Band einzigartig gewesen. Mit ihrem Stil hätten Kraftwerk Künstler wie Björk, Blondie, David Bowie, Daft Punk und Depeche Mode inspiriert.

17-Jährige triumphiert

Die Abräumer des Abends war die Band Daft Punk. Das französische Elektropop-Duo holte mit seiner Platte "Random Access Memories" nicht nur die Trophäe für das beste Album des Jahres. Gemeinsam mit dem Hip-Hop-Star Pharrell Williams wurde die Gruppe für das Lied "Get Lucky" in den Kategorien "Beste Single des Jahres" und "Beste Popdarbietung eines Duos/einer Gruppe" ausgezeichnet. "Radioactive" von der amerikanischen Indierock-Band Imagine Dragons, "Locked Out Of Heaven" von R&B-Sänger Bruno Mars, "Blurred Lines" von Robin Thicke und "Royals" von Lorde hatten keine Chance.

Die Jungs von Daft Punk, Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter, zeigen sich bei ihren Auftritten immer nur mit Roboterhelmen. Auch bei der Musikpreis-Gala im Staples Center versteckten die Musiker ihre Gesichter hinter Helmen und holten sich die Trophäen schweigend ab. "Die Roboter möchten sich bedanken", scherzte Pharrell Williams bei der Entgegennahme der Trophäe für die Single des Jahres. "Ich wette, dass Frankreich gerade richtig stolz auf diese Jungs ist."

Obwohl die junge Sängerin Lorde nicht für die Single des Jahres ausgezeichnet worden war, konnte sie sich freuen: Für den besten Song ("Royals") und die beste Pop-Solodarbietung des Jahres bekam die neuseeländische Newcomerin zwei Trophäen. "Danke an alle, die dafür gesorgt haben, dass dieser Song explodiert", sagte die 17-Jährige. Lorde, die mit bürgerlichem Namen Ella Yelich-O'Connor heißt, hatte es als erste Musikerin aus Neuseeland an die Spitze der US-Charts geschafft.

"Bester neuer Künstler" sind Macklemore & Ryan Lewis

Als heißeste Newcomer wurde das Rapduo Macklemore & Ryan Lewis geehrt. Zu ihren vier Grammys gehörten außerdem die Auszeichnungen für das beste Rap-Album "The Heist", für den besten Rap-Song "Thrift Shop" und für den besten Rap-Auftritt.

Insgesamt werden die kleinen goldenen Grammy-Grammophone in 82 Kategorien verliehen. Bei dem Gala-Spektakel traten zahlreiche Stars auf, darunter Katy Perry, Taylor Swift und Pink, die wie eine Zirkusakrobatin an von der Decke herabhängenden Seilen turnte. Ringo Starr und Paul McCartney, die beiden noch lebenden Mitglieder der Beatles, standen für einen seltenen gemeinsamen Auftritt auf der Bühne. Auch der Rapper Jay-Z und seine Ehefrau, die Popdiva Beyoncé, taten sich für eine rare gemeinsame Performance zusammen. Jay-Z, der als Favorit ins Rennen gegangen war, gewann zudem einen Grammy für die beste Rap-Koproduktion - und versprach ihn in seiner Dankesrede seiner kleinen Tochter Blue Ivy. "Ich möchte Blue sagen: "Schau mal, Daddy hat eine goldene Baby-Schnabeltasse für dich."

Quelle: n-tv.de, ame/AFP

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