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Fotograf tat ihr "wirklich weh" Emily Ratajkowski berichtet von Übergriff

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"Das meiste, was dann kam, war verschwommen, bis auf das Gefühl", erinnert sich Ratajkowski zurück.

(Foto: REUTERS)

Sexy Fotoshoots gehören für Emily Ratajkowski zum Alltag. Nun erhebt das Model aber schwere Vorwürfe gegen einen Fotografen, mit dem sie als 20-Jährige gearbeitet hat. Sie bezichtigt ihn des sexuellen Missbrauchs.

Seit Jahren ist Emily Ratajkowski als international gefragtes Model tätig. Ausschließlich positive Erfahrungen scheint die US-Amerikanerin in der Branche allerdings nicht gemacht zu haben. In einem Essay für "The Cut", einer dem "New York"- Magazin zugehörigen Zeitschrift, berichtete Ratajkowski nun über einen Vorfall, der sich im Jahr 2012 mit Fotograf Jonathan Leder zugetragen haben soll. Damals war sie 20 Jahre alt.

Ratajkowski sei mit Leder in dessen Haus zu einem Fotoshooting verabredet gewesen, wie von ihrer Bookerin beauftragt. "Ich würde die Nacht bei ihm verbringen, sagte sie. Dies wurde von der Branche als 'unbezahltes Editorial' bezeichnet, was bedeutet, dass es in der Zeitschrift abgedruckt wird und die 'Reichweite' dann meine Belohnung sei", schreibt die 29-Jährige.

Vor Ort habe Leder dann viel über Models erzählt, mit denen er bereits geschlafen habe, anzügliche Kommentare über Ratajkowski und ihre "harten Nippel" gemacht und ihr immer mehr Wein zum Trinken gegeben. Eine Make-up-Artistin sei anwesend gewesen, sie hätten Unterwäschebilder im Schlafzimmer gemacht, gefolgt von Aktaufnahmen. Für das Model kein Problem, es sei nicht sein erstes Nacktshooting gewesen. Nach getaner Arbeit wären Ratajkowski, wieder in Unterwäsche, Leder und die Make-up-Artistin ins Wohnzimmer zurückgekehrt.

Letztere habe sich nach kurzer Zeit verabschiedet, woraufhin sich ein ungutes Gefühl in der damals 20-Jährigen breitgemacht habe. "Ich war wütend auf sie, weil sie mich verlassen hatte, aber ich wollte mir nicht eingestehen, dass ihre Anwesenheit einen Unterschied gemacht hatte", erinnert sich Ratajkowski. Sie habe sich eingeredet, "allein mit ihm fertig zu werden". Doch sie schien sich getäuscht zu haben. "Jonathan und ich saßen auf seiner Couch und die raue Beschaffenheit seiner Jeans rieb an meinen nackten Beinen. (...) Das meiste, was dann kam, war verschwommen, bis auf das Gefühl."

"Es tat wirklich, wirklich weh"

Das Model erinnere sich, "wie seine Finger plötzlich in mir waren. Immer härter und härter und drängender und drückender, als hätte mich zuvor noch niemand berührt. (...) Es tat wirklich, wirklich weh." Instinktiv habe sie Leders Hand gepackt und "seine Finger mit Gewalt aus mir herausgezogen". Wortlos sei der Fotograf daraufhin aufgestanden und ins Obergeschoss des Hauses verschwunden. Auch Ratajkowski "kletterte die Holztreppe hinauf", in jenen Raum, in dem zuvor das Shooting stattgefunden hatte.

"Ich zitterte unkontrolliert. Ich war sowohl verwirrt darüber, warum Jonathan ohne ein Wort gegangen war, als auch entsetzt, dass er zurückkommen würde." Am nächsten Morgen sei sie verkatert gewesen. Das Thema hätten beide bei ihrer Begegnung totgeschwiegen. Das Model habe "niemanden erzählt, was passiert ist, und auch versucht, nicht darüber nachzudenken".

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Später veröffentlichte Leder drei Bücher mit den Aufnahmen, die er von Ratajkowski gemacht hatte. Die Fotos wurden auch in einer Galerie ausgestellt. Sowohl die 29-Jährige als auch ihre ehemalige Agentin beteuern allerdings, niemals eine Freigabe der Bilder unterzeichnet zu haben, wie von Leder und der Galerie behauptet wird. Sie sei sich sicher, dass die Unterschriften gefälscht wurden, schreibt Ratajkowski.

Von Seiten des Fotografen hagelt es Dementi. "USA Today" veröffentlichte Ausschnitte eines Statements, in dem es heißt, dass Leder "die empörenden verleumderischen Anschuldigungen gänzlich dementiert". Man wolle "rechtliche Schritte" gegen Vox Media, die Muttergesellschaft des "New York"- Magazins, einleiten, aufgrund der Tatsache, "einen so geschmacklosen und unbegründeten Artikel" veröffentlicht zu haben.

Quelle: ntv.de, lri/spot

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