Unterhaltung

Schweden liebt Tommy Krangh Gebärdendolmetscher soll zum ESC fahren

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Tommy Krangh legt sich ins Zeug, damit nicht nur der Text, sondern auch Ausdruck und Stil der Musik erfahrbar werden.

(Foto: Screenshot YouTube)

Während Deutschland über den Rückzug von Andreas Kümmert diskutiert, feiert Schweden gleich zwei Gewinner beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest: einen offiziellen und einen der Herzen. Letzterer ist der Gebärdendolmetscher der Songs.

Am Samstag wählten die schwedischen Zuschauer ihren Kandidaten für den Eurovision Song Contest - Mans Zelmerlöw gewann mit großer Mehrheit. Der eigentliche Star aber stand nicht direkt auf der Bühne, auch wenn er für einige Zuschauer die alles entscheidende Person war: Tommy Krangh war der Gebärdendolmetscher des Abends, er übersetzte die Songtexte der Beiträge für die gehörlosen Zuschauer.

Weil der 48-Jährige dabei besonders leidenschaftlich vorging und durch seine Körpersprache auch noch den Stil der Musik rüberbrachte, wurde er zum Liebling des Abends. Nicht wenige Zuschauer des schwedischen Vorentscheids waren der Meinung, dass Krangh das Land auch in Wien vertreten sollte und taten dies in sozialen Netzwerken kund. Da er allerdings kein regulärer Kandidat war, kommt nun Zelmerlöw zu dieser Ehre.

In mehreren Videos kann man sich aber überzeugen, wie gut Krangh seine Sache macht, auch wenn man keine Gebärden versteht. Darunter sind etwa der Gewinnersong "Heroes" oder der Beitrag von Magnus Carlsson. Einige dieser Videos wurden bereits millionenfach geklickt. "Das hat meine Welt auf den Kopf gestellt", zitiert der britische "Guardian" Krangh. "Ich bin begeistert und glücklich."

Verloren im Moment

Demnach hat sich Krangh, der nie eine Ausbildung als Gebärdendolmetscher hatte, fünf Wochen lang intensiv auf den Vorentscheid vorbereitet. Wenn er dann erstmal auf der Bühne stehe, verliere er sich in dem Moment, erzählt er weiter. Das sieht man auch in einem älteren Video, in dem er bereits 2012 den Song "Mystery" der Metalband Dead by April dolmetschte.

Dieser Service für Gehörlose ist beim ESC noch vergleichsweise neu. Beim Finale in Kopenhagen vor einem Jahr wurde vom Veranstalter eine Gebärdenübersetzung angeboten. Auch Wien stellt den Service in diesem Jahr zur Verfügung. Dabei geht es um eine internationale Gebärdensprache, die dann von Zuschauern in allen Ländern verstanden werden kann.

Das Finale findet am 23. Mai in der österreichischen Hauptstadt statt. Für Deutschland tritt Ann Sophie mit "Black Smoke" an. Sie hatte den deutschen Vorentscheid in Hannover gegen Andreas Kümmert verloren. Doch dieser verzichtete überraschend auf das Ticket und gab es an Mit-Finalistin Ann Sophie weiter. Außerdem wird erstmals ein Teilnehmer aus Australien beim ESC dabei sein.

Quelle: ntv.de, mli

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