Unterhaltung
Oliver Kalkofe ist bekannt dafür, den täglichen Fernsehwahnsinn gekonnt auf die Schippe zu nehmen. Vor dem Dschungelcamp macht er natürlich nicht halt.
Oliver Kalkofe ist bekannt dafür, den täglichen Fernsehwahnsinn gekonnt auf die Schippe zu nehmen. Vor dem Dschungelcamp macht er natürlich nicht halt.(Foto: Screenshot n-tv.de)
Dienstag, 27. Januar 2015

Das Dschungelcamp und sein Publikum: Im Netz wird vor allem gespottet

Von Linus Volkmann

Sich gemütlich im Fernsehsessel berieseln lassen? Das ist out! Das sieht man mal wieder bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Das Dschungelcamp ist Thema vieler Internet-Kommentare. Vor allem über die Teilnehmer wird gelästert.

Wikipedia statt Brockhaus, Dating-Seiten statt Klammerblues, Online-Shops statt Schuhgeschäft: Das Internet hat viele Dinge des Alltags rigoros verändert. Auch das herkömmliche Fernsehen, wie es uns einst Eltern, Thomas Gottschalk und die Hörzu überliefert haben, verändert sich. Mediatheken, Second Screen, Social TV sind die Schlagworte der Stunde.

Datenschutz

Man möchte natürlich gleich zwei Schritte zurücktreten, wenn man so etwas hört. Doch bei aller Liebe zum Kulturpessimismus zeigt die neunte Staffel des Dschungelcamps, wie unterhaltsam es sein kann, wenn eine Sendung eben nicht bloß sendet, sondern auf emsige Rückkanäle trifft. Das Bullshit-Bingo-Buzzword dazu lautet "User generated content", also Inhalte, die der Nutzer selbst weiterspinnt.

n-tv.de ist einmal durch den bunten Garten der Mitmacher gewandert.

Twitter

Die Nummer Eins der TV-Kommentarmedien ist Twitter. Einmal nach dem hashtag #ibes gesucht - und schon taucht man ein in eine herrliche Zeitverbrennungsmaschinerie.

Facebook

Hier lohnt es sich, den Profilen der Camper zu folgen. Mitunter posten ihre Begleiter tagesaktuell aus dem Hotel Versace, wie beispielsweise Nils - der best boy von Rolf Scheider. Außerdem lassen die Fanseiten erkennen, wer in der Gunst der Zuschauer vorn liegen dürfte. So zählt Patricia Blancos Seite gerade mal um die 800 Likes, bei Maren Gilzer sind es schon fast 7000 - Jörn Schlönvoigt dagegen hat bereits mehr als 320.000 Fans.

Instagram

Vor allem Walter Freiwald ist beliebtes Motiv für Memes.
Vor allem Walter Freiwald ist beliebtes Motiv für Memes.

Auch in der Foto-Community der sozialen Medien wird das Treiben rund ums Lagerfeuer durch eigene Betätigung interessanter gemacht. Der Essener Instagram-Star Pukki imitiert die seltsamen Posen von Promis - und macht dabei vor den Dschungelstars nicht Halt.

Memes

Die markante Physiognomie und die nicht minder markigen Aussagen des arbeitssuchenden Walter Freiwald beflügeln die Phantasie. Memes sind bearbeitete Bilder mit einer Pointe - sie überschwemmen momentan viele Timelines.

Karikaturen

Bettina Marlowe nimmt Patricia Blanco auf die Schippe, die inzwischen aus dem Camp geflogen ist.
Bettina Marlowe nimmt Patricia Blanco auf die Schippe, die inzwischen aus dem Camp geflogen ist.(Foto: Bettina Marlowe)

Neben Memes verbreiten sich auch klassische Cartoons und Karikaturen digital, etwa von Oli Hilbring, Egon Forever oder Bettina Marlowe, die exklusiv eine Zeichnung für n-tv.de angefertigt hat.

Social Media

Jeder ist eingeladen, seinen Kommentar abzugeben und viele tun genau das. Im Newsfeed des Autors poppte schon Sekunden nach Freiwalds wirrer Bewerbungsansprache - etwa für die Lanz-Nachfolge - dieses Posting auf: "Oh schön, 'Wetten dass..?' kommt wieder!"

Youtube

Datenschutz

Youtube hängt noch etwas hinterher im Reigen. Nur wenige der zigtausend, meist jüngeren Videoblogger nehmen sich des Themas an. Dennoch wird man auch hier fündig. Empfehlenswert ist der Camp-Report von Oliver Kalkofe, auf dem er stets die aktuellen Ereignisse im Camp mit bissigen Pointen versieht.

Blogs

Die Popkultur-Journalistin und Wired-Redakteurin Anja Rützel bloggt privat - und trotzdem für alle und wie immer bestechend auf einem nagelneuen Account.

Online-Shops

Sogar bei den Ekel-Ess-Prüfungen wird dieser Tage mitgemacht. In Online-Shops kann man sich beispielsweise die passenden Insekten-Snacks bestellen - wenn man den Mut dazu aufbringt.

U-Bahn

Vorhin und gänzlich non-digital schnappte der Autor dieser Zeilen in der U-Bahn ein Gespräch auf, in dem sich über einen gewissen KRAWALTER empört wurde, der gesungen hätte: "Ich bin ein Star, ich pack ihn aus".

Web 2.0 oder nicht - der Dschungel lauert eben überall.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de