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"Er manipuliert sein Image" Leah Remini knöpft sich Tom Cruise vor

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Eine Ex-Scientologin und ein praktizierender Scientologe: Leah Remini und Tom Cruise.

(Foto: Imago / Collage: ntv.de)

"King of Queens"-Darstellerin Leah Remini ist selbst jahrelang Mitglied von Scientology, ehe sie 2013 aussteigt. Jetzt rechnet sie ab, etwa mit dem prominentesten Sekten-Guru Tom Cruise. Er sei bei Weitem nicht der "nette Kerl", für den ihn alle hielten. Ganz im Gegenteil.

Leah Remini weiß, wovon sie spricht. Schließlich wurde sie schon im Alter von gerade mal neun Jahren Mitglied von Scientology. Ihre Mutter war der Sekte beigetreten und erzog die Tochter fortan nach deren Glaubensgrundsätzen. 35 Jahre lang bleibt Leah Remini daraufhin Scientology treu. Sie unterstützt die Organisation mit mehreren Millionen Dollar, ehe sie 2013 den Absprung wagt.

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Remini wurde an der Seite von Kevin James in "King of Queens" bekannt.

(Foto: imago images/Mary Evans)

Seither räumt Remini mit ihrer Vergangenheit auf. Und sie lässt dabei kein gutes Haar an Scientology. Unter anderem verfasste sie ein Buch über ihre Erfahrungen mit der selbsternannten Religionsgemeinschaft. Auch eine TV-Dokumentation zum Thema, die in drei Staffeln lief, hat sie realisiert. Im australischen Fernsehen hätte nun eine weitere Produktion ausgestrahlt werden sollen. Doch dazu kam es nicht. Die Sendergruppe "Channel 7", bei der das Format zu sehen sein sollte, zog offenbar äußerst kurzfristig den Stecker.

Seit Januar sei die Sendung rechtlich abgeklopft worden, sagt Remini in einem Interview mit dem US-Portal "US Weekly". Noch zehn Stunden vor ihrer geplanten Ausstrahlung habe nichts auf eine Absetzung hingedeutet. Dass die Dokumentation dann in buchstäblich letzter Sekunde gekippt worden sei, "rieche förmlich nach" Schauspielkollege Tom Cruise und anderen hochrangigen Scientology-Vertretern, spekuliert Remini über die Hintergründe. "Channel 7" dagegen erklärt, die Entscheidung sei eigenmächtig und aufgrund von rechtlichen Bedenken getroffen worden.

Angestellte gequält?

In dem Interview mit "US Weekly" holt Remini jedoch noch weiter gegen Cruise aus, der bekanntlich das wohl prominenteste Aushängeschild der Sekte ist. "Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Menschen aufwachen und den Tatsachen ins Auge blicken. Tom hat jahrelang sein Image manipuliert, um als netter Kerl dazustehen", erklärt die 50-Jährige. Es habe zwar bestimmt eine Zeit gegeben, in der Cruise noch "eine anständige und gutherzige Person" gewesen sei, doch inzwischen habe er sich voll und ganz der Mission der Sekte verschrieben, "80 Prozent der Weltbevölkerung zu Scientologen zu machen".

Dabei gehe der aus Filmen wie "Top Gun" oder "Mission Impossible" bekannte Star nicht zimperlich vor, sagt Remini. "Tom hat seine Kirche jahrelang dazu benutzt, seine Angestellten zu quälen, indem er sie auf ihre eigenen Kosten zu Verhören schickte", erklärt die Schauspielerin mit Blick auf die oftmals geschilderte Scientology-Praxis, Menschen in kostspieligen Sitzungen auszuhorchen und so zu "reinigen". Eine ihr bekannte Frau sei so sogar in den Ruin getrieben worden. "Sie wurde von ihrer Kirche jahrelang verhört und bestraft, bis sie ihr Zuhause verlor. Das gehört zu den Dingen, die Tom getan hat, ohne dass darüber je gesprochen wird. Ich denke, es ist an der Zeit, das zu ändern", so Remini.

Ehe-Aus mit Kidman wegen Scientology?

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Zugleich charakterisiert die Darstellerin ihren Kollegen jedoch in gewisser Weise auch als Opfer. So geht Remini in dem Interview auch auf die Ehe von Cruise und Nicole Kidman ein, die von 1990 bis 2001 währte. Laut Remini ging sie zu Bruch, weil Kidman sich von der Sekte abwenden wollte. Scientology habe viel daran gesetzt, einen Keil zwischen das Paar zu treiben, um Cruise nach der Trennung noch stärker an sich binden zu können, berichtet sie.

Anders als Cruise wurde Leah Remini nicht durchs Kino, sondern durch das Fernsehen bekannt. Ihre bis heute wichtigste Rolle spielte sie in der Serie "King of Queens", in der sie die Ehefrau Carrie des von Kevin James dargestellten Doug Heffernan verkörperte.

Quelle: ntv.de, vpr