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Nach Interview zu Epstein-Affäre Sponsoren wenden sich von Prinz Andrew ab

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Prinz Andrew droht eine soziale Isolation.

(Foto: imago images/AAP)

Das Interview mit der BBC sollte ein Befreiungsschlag werden. Doch das Gespräch über seine mutmaßlichen Verstrickungen in der Epstein-Affäre entwickelt sich für Prinz Andrew zu einem Desaster. Der Ruf des Royals leidet massiv und das hat erste Konsequenzen.

Der wegen Missbrauchsvorwürfen umstrittene britische Prinz Andrew hat wichtige Sponsoren für eines seiner Projekte verloren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unterstützt nicht mehr Andrews Initiative "Pitch@Palace", berichtete die Nachrichtenagentur PA. Der Vertrag lief nach Angaben des Buckingham-Palastes bereits Ende Oktober aus. "Pitch@Palace" ist ein Mentoring-Programm unter anderem für Technologie-Startups. Auch die Bank Standard Chartered kündigte an, ihre Unterstützung für das Projekt auslaufen zu lassen.

Auch andere Einrichtungen erwägen, sich von Andrew zu distanzieren. Studenten der englischen Universität Huddersfield haben darüber abgestimmt, ob sie den Royal als Kanzler loswerden wollen. Das Ergebnis soll in den kommenden Tagen feststehen. Der 59-Jährige ist - wie die anderen Royals auch - Schirmherr vieler Organisationen.

Prinz Andrew ist nach seinem BBC-Interview zum US-Multimillionär Jeffrey Epstein sehr stark unter Druck geraten. Es hinterließ Kritikern zufolge mehr Fragen als Antworten im Missbrauchsskandal. Kommentatoren sprechen von einer "PR-Katastrophe". Andrew war jahrelang mit dem vorbestraften Geschäftsmann Epstein befreundet. Der US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Er wurde am 10. August tot in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden.

Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. "Ich habe keinerlei Erinnerung daran, diese Dame jemals getroffen zu haben", sagte Andrew in dem am Samstagabend von der BBC ausgestrahlten Interview mit Blick auf Virginia Giuffre. Diese wurde nach eigenen Worten jahrelang von US-Millionär Epstein missbraucht und auch zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden - einschließlich Prinz Andrew - verpflichtet.

"Ich habe das so oft Revue passieren lassen"

Prinz Andrew wies Giuffres Anschuldigungen in der Vergangenheit wiederholt zurück. In dem BBC-Interview vom Samstag betonte er: "Ich habe immer wieder und häufig gesagt, dass wir niemals irgendeinen sexuellen Kontakt hatten." Er könne "absolut kategorisch sagen, dass es nie passiert ist". Nach einer Anhörung in den USA im August hatte Giuffre vor Reportern gesagt, Prinz Andrew wisse "genau, was er getan hat, und ich hoffe, dass er reinen Tisch macht".

Auf einem weit verbreiteten Foto ist mutmaßlich der Prinz zu sehen, wie er seinen Arm um die damals 17-jährige Giuffre legt, im Hintergrund zeigt das Bild Epsteins Ex-Freundin Ghislaine Maxwell. Andrew sagte dazu in dem BBC-Interview, es handle sich um "die Fotografie einer Fotografie einer Fotografie". Er glaube nicht, dass "das Foto in der Weise aufgenommen wurde, die da angedeutet wird".

In dem BBC-Interview sagte er, er bereue, dass er auch nach der Verurteilung Epsteins im Jahr 2008 dessen Freund geblieben sei. "Ich habe das so oft Revue passieren lassen", sagte Andrew. "Mit all' der nachträglichen Einsicht, die man haben kann, war es definitiv falsch." Nachdem Epstein 2008 gestanden hatte, eine Minderjährige in die Prostitution gedrängt zu haben, saß er 13 Monate im Gefängnis. Der 59-jährige Andrew ist der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth II. und steht in der Thronfolge auf Platz acht. Von 1986 bis 1996 war er mit Sarah Ferguson verheiratet.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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