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Bedauern im Fall Weinstein Tarantino: "Ich wusste genug ..."

Harvey Weinstein und Quentin Tarantino sind Freunde. Von "Pulp Fiction" bis "Django Unchained" haben die beiden Hollywood-Größen zusammengearbeitet. Von den Missbrauchsvorwürfen habe er seit Jahren gewusst, sagt nun Tarantino.

Der US-amerikanische Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Quentin Tarantino bedauert es, nicht schon früher auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein reagiert zu haben. "Ich wusste, er hat einige dieser Dinge getan", sagte Tarantino der "New York Times". "Ich wusste genug, um mehr zu tun, als ich getan habe", sagte er mit Blick auf Schauspielerinnen, die ihm von Belästigungen Weinsteins erzählt hätten. Er hätte viel früher "Verantwortung" übernehmen und seine Zusammenarbeit mit Weinstein beenden müssen, sagte der Regisseur weiter.

Mehr als 20 Jahre arbeiteten Tarantino und der Hollywood-Mogul eng zusammen an Film-Hits wie "Pulp Fiction", "Kill Bill", "Inglourious Basterds" und "Django Unchained". Tarantino räumte ein, schon lange von sexuellen Übergriffen gewusst zu haben. 1995 hätte ihm seine damalige Freundin, die Schauspielerin Mira Sorvino, von früheren Belästigungen erzählt. Er sei damals "schockiert und aufgebracht" gewesen und habe danach von weiteren Fällen gehört, aber nie das ganze Ausmaß der angeblichen Vorfälle erkannt. Er habe die Anschuldigungen verdrängt und als Missverhalten des Produzenten abgetan.

Dutzende Frauen haben in den letzten Tagen Vorwürfe gegen Weinstein von Belästigungen bis zu Vergewaltigung öffentlich dargelegt. Viele Branchen-Kollegen, darunter Filmstars wie Tom Hanks, Leonardo DiCaprio und Meryl Streep, haben sich deutlich gegen Weinstein positioniert.

Tarantino erbat sich Zeit

Auch Tarantino distanzierte sich bereits vorige Woche mit dem Statement, er sei "erstaunt und erschüttert über die Offenbarungen, die über Harvey Weinstein, meinen Freund seit 25 Jahren, ans Licht gekommen sind". Er bat um einige Tage Zeit, "um meinen Schmerz, meine Emotionen, meine Wut und meine Erinnerungen zu sortieren", bevor er sich äußern wollte.

Nach Bekanntwerden der massiven Vorwürfe in den letzten zwei Wochen habe er mehrfach bei Weinstein angerufen, aber nichts von ihm gehört. Er habe keine Erklärung für dessen angeblichen Vergehen. Weinstein müsse nun für diese Taten geradestehen, sagte Tarantino der "New York Times".

Quelle: ntv.de, bad/dpa