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"Let's Dance" - Show 2 Zeigte Ella den besten Contemporary ever?

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Ella Endlich, die Gewinnerin des Abends.

(Foto: RTL NOW)

Ellas Tanz geht unter die Haut, Evelyn wirkt ganz verschüchtert und einer muss die Show leider verlassen. Etwas an diesem 80er-Jahre-Special aber verwirrte: die Punkte! Unfair, viel zu wenig, unverdient. Show Nummer 2 erhitzt die Gemüter!

"Ich habe hier über die Jahre schon tausend Tänze gesehen, aber das gehört zu den vier, fünf Prozent der besten, was wir hier je hatten", sagt Chefjuror Llambi zum Barfusstanz von Ella Endlich. Die Jury springt von den Stühlen, Standing Ovation auch im Publikum und Ella? Die bricht ob des Lobes in Tränen aus. Jorge, dessen Anblick an diesem Abend jede Femme fatale vor Neid erblassen lässt, ergänzt, "keinen Unterschied zwischen einem Promi und einem Profi" gesehen zu haben. Ella und ihr Tanzpartner Valentin kassieren 29 Punkte. So weit, so spektakulär, jetzt das große ABER: Ja, dieser Tanz ging unter die Haut, aber dass Ella mehrfach betont, wegen Fieber "nur anderthalb Tage Zeit fürs Training" gehabt zu haben, dann aber so dermaßen abliefert, geht vielen Zuschauern auf den Sender. Und auch, dass nicht erwähnt wird, dass sie auf zehn Jahre Musical-Erfahrung zurückschauen kann und somit zumindest ein kleiner Profi ist. Dennoch: Was für eine "mega" Leistung! Aber war es auch, wie betont wird, der beste Contemporary in der "Let's Dance"-Geschichte?

Show Nummer 2 liegt ganz im Zeichen der Achtzigerjahre oder wie Thomas Rath sagen würde: "Neeeeein, doch, ohhhhh!" Mit dem Mann, der ein bisschen an eine überdrehte Version von Louis de Funès erinnert und in einer Minute zigfach "Danke" sagt, gehen komplett die Pferde durch. Im weißen Disco-Glitzeranzug präsentiert er mit seiner Partnerin Kathrin Menzinger nicht nur einen "Super Trouper" Cha-Cha-Cha, sondern auch "schön ausgedrehte Füßchen". Weniger "Chichi" ist manchmal aber einfach mehr.

Punktevergabe: unfair!

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Pommes und sein "General" Ekat.

(Foto: RTL NOW)

Apropos Punkte: Herrgott, was ist nur wieder mit unserem Llambi los? Werden wir ihn jemals verstehen? So gibt er beispielsweise "Mocki" für ihren Tango mit Erich Klann nur lumpige zwei Punkte! Darüber kann selbst der Profitänzer nur den Kopf schütteln, wahrlich, ein Witz! Denn Mocki, übrigens Hauptfeldwebel a.D., hat in dieser Woche eine phantastische, sexy Entwicklung hingelegt und hart an sich gearbeitet. Wenn man ihren Tango nun mit Kerstin Otts Cha-Cha-Cha vergleicht, die vom Juror dieselbe Punktzahl kassierte, sind Fragezeichen im Kopf und Verwirrung beim Profitänzer durchaus verständlich.

Die Punktevergabe ist unerklärlich wie lange nicht. Man fragt sich ein bisschen: Ist das hier eine Tanzshow oder ein Sympathie-Contest? Kerstin, die als Kind "auf Bäume geklettert" ist, sagt: "Der Wald wäre sehr leise, wenn nur die begabtesten Vögel singen würden."

Wichtig ist, dass man an sich glaubt, dass man da rausgeht und sagt: "Bäm, da bin ich!" Einem, dem das an diesem Abend mit Bravour gelingt, ist "Pommes". Wie der Profi-Handballer seinen "General" Ekat zu "Gold" von Spandau Ballet "dominiert", kann sich durchaus sehen lassen. Was für ein Tango! "Du bist bis jetzt die größte Überraschung dieser Staffel", lobt der Jury-Boss.

Power, Grazie und schlechtes Gewissen

So mancher "wartete in den Achtzigern noch auf seine Geburt", andere feierten zu Nena und tanzten zu Madonna, das DDR-Kind Ella erinnert sich an ihre Flucht mit der Mutter über Ungarn. Schon geboren oder noch nicht auf der Welt, dieses Musik-Jahrzehnt lässt fast niemanden kalt. Und so tanzt auch Insta-Burschi Lukas mit Katja Kalugina einen Contemporary zu "Halt Mich" von Herbert Grönemeyer wie ein alter Hase. Und wer so leidenschaftlich tanzt, wie er auch seine behinderte Schwester, die ihn mit den Eltern beim Training besucht, auf Händen und im Herzen trägt, der kann eigentlich gar nichts falsch machen. Herrlich, wie sich die zuvor schön hochgezüchteten Vorurteile gegen den Influencer verflüchtigen wie Llambis guter Ton.

Was aber unbedingt erwähnt werden sollte: Es ist Show Nummer 2. Nummer 2! Hallo? Und dann solche Leistungen von Nazan Eckes und Ulrike Frank! Doch auch für Nazans Wiener Walzer: viel zu wenig Punkte von Llambi, genau genommen vier. Barbara Becker und Massimo legen die Messlatte ebenfalls ziemlich hoch und zeigen einen "sehr sinnlichen" Cha-Cha-Cha. Klar, die Barbara steckt für ihre 52 Lenze "voller Power", aber diese "Grazie" und diese durchtrainierten Arme! Man kriegt sofort ein schlechtes Gewissen und überlegt, sich vielleicht doch mal ihr Pilates-Programm reinzupfeifen.

Benjamin berührt, Özcan gewinnt eine neue Familie

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Benjamin, der gehörlose Tänzer.

Zum Highlight zählt zweifelsohne erneut Benjamin Piwko. Ein Gehörloser, der einen Cha-Cha-Cha tanzt, mit so viel Gefühl, "innerlicher Stärke und Kraft" – wie viel schwerer das Tanzen für ihn doch sein muss, kann man nur erahnen. Seine Tanzpartnerin Isabel lernt Gebärdensprache, aber es ist auch die Sprache des Tanzes, die so berührt, dass nicht nur Motsi in Tränen ausbricht. Man kann nur seinen Hut ziehen. Okay, hier und da ist auch Ben "nicht perfekt im Rhythmus", aber 16 Punkte fühlen sich ob dieser Leistung, wie so oft an diesem Abend, ziemlich unfair an.

Sehr leise in Show Nummer 2: unser "Material Girl" Evelyn. Der noch immer verletzte Schnuckelhase tanzt mit Profi Evgeny einen eleganten Slowfox. Wachrütteler Llambi war es dieses Mal schon deutlich weniger billig, aber auch hier braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Handbremse angezogen ist, wo doch die Kritik der vergangenen Woche das zarte Pflänzchen Tanzliebe so beschädigt hat, dass es fast einging.

Man steckt halt nicht drin, in diesen Juroren. So müssen Evelyn und Comedian Özcan Coşar am Ende zittern. Özcan, der Llambi zu "bieder" tanzte, tatsächlich aber mit seiner Marta einen sehr ordentlichen Jive mit einem "super Solopart" präsentierte, muss die Show verlassen - unverdient! Auch seine Punkte: gefühlt zu wenig für diesen "anspruchsvollen Tanz". Der Comedian sieht sein frühes Aus nicht als Scheitern und sagt mit Blick auf die Tanz-Crew: "Ich verliere vielleicht einen Wettbewerb, aber dafür habe ich eine neue Familie gewonnen."

Quelle: n-tv.de

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