Kino

Hakuna Matata "Der König der Löwen" brüllt wieder

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Sind die echt? "Der König der Löwen" feiert fotorealistische Wiederauferstehung.

(Foto: Disney Enterprises)

Die Walt-Disney-Studios klonen sich weiter fröhlich selbst. Mit "Der König der Löwen" erhält nun auch einer der erfolgreichsten Zeichentrickstreifen aller Zeiten ein Remake in fotorealistischer Optik. Zum Brüllen? Oder taugt die Neuauflage nur als Bettvorleger?

Für viele ist er nicht nur "Der König der Löwen". Mit der Geschichte über den Kampf des Löwenjungen Simba um seinen Platz im Kreislauf des Lebens setzte Disney 1994 auch seiner legendären Zeichentricktradition die Krone auf, ehe ein Jahr später mit "Toy Story" langsam, aber sicher das Zeitalter der computergenerierten Animationsstreifen eingeläutet wurde.

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Noch immer gehört "Der König der Löwen" zu den 50 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Nicht minder prominent ist das Musical, das auf ihm basiert und etwa in Hamburg seit 2001 in Dauerschleife läuft. Die Songs aus der Feder von Elton John und Tim Rice - allen voran "Circle of Life", "Can You Feel The Love Tonight" und "Hakuna Matata" - sind längst Evergreens mit Kultcharakter.

Jon Favreau - sicher ist sicher

Doch egal, wie groß das Vermächtnis auch sein mag - irgendwann droht es immer zu verblassen. Und so haben es sich die Walt-Disney-Studios seit ein paar Jahren auf die Fahnen geschrieben, ihren größten Klassikern ein zeitgemäßes Remake zu verpassen. Egal, ob "Cinderella", "Das Dschungelbuch" oder "Die Schöne und das Biest" - sie alle wurden bereits einer Animations- oder Realfilm-Frischzellenkur unterzogen.

Den Verantwortlichen bei Disney dürfte das Sakrileg sehr wohl bewusst gewesen sein, das sie bei einer verhunzten Neuauflage von "Der König der Löwen" begangen hätten. Und so wurde mit Jon Favreau für den Film ein Regisseur berufen, der sein Geschick bei der Neuinterpretation einer ikonischen Zeichentrickvorlage mit "The Jungle Book" schon einmal unter Beweis gestellt hat.

Favreau, so viel lässt sich unumwunden sagen, hat auch bei "Der König der Löwen" ganze Arbeit geleistet. Dabei hält sich sein Streifen - anders als manch andere Disney-Remakes - bei der Handlung nahezu vollständig ans Original. Auch die populärsten Songs aus dem Film von 1994 haben in die Neuauflage wieder Einzug gehalten. Einige Lieder, darunter zwei von Elton John sowie der von Beyoncé gesungene Titelsong "Spirit", wurden jedoch extra neu komponiert. Hollywood-Legende Hans Zimmer, der für seine Originalmusik 1995 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, hat erneut für den Soundtrack gesorgt. Und Pop-Überflieger Pharrell Williams stieg bei einer Handvoll Songs als Produzent mit ein.

Beyoncé singt und spricht

Doch damit ist das "Who is Who" bei dem Streifen noch nicht komplett. Auch bei den englischsprachigen Synchronstimmen wurde mit Sprechern wie Donald Glover alias Childish Gambino (Simba), Chiwetel Ejiofor (Bösewicht Scar) oder Seth Rogen (Warzenschwein Pumbaa) mehr geklotzt als gekleckert. Und apropos Beyoncé: Auch sie ist nicht nur als Sängerin in dem Film zu hören. Sie verleiht ebenso Simbas Freundin Nala ihre Stimme.

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Nicht ganz so nett: Scar und die Hyänen.

(Foto: Disney Enterprises)

Der größte Star von "Der König des Löwen" im Jahr 2019 ist jedoch nicht aus Fleisch und Blut. Es ist der Computer. Favreau schöpft die heutigen Animationsmöglichkeiten wirklich bis ins Allerletzte aus, sodass der Ausdruck "Fotorealismus" keine Floskel bleibt. Bisweilen könnte man tatsächlich meinen, dass einem auf der Leinwand echte Löwen begegnen, die auf einmal das Sprechen gelernt haben.

Manche Kritiker bemängeln, dass dadurch die Emotionen in dem Film ein wenig auf der Strecke bleiben - mit dem Zeichenstift lassen sich nun einmal noch andere Ausdrücke ins Gesicht zaubern als bei einer möglichst realistischen Darstellung. Das mag sein. Doch die Wucht der opulenten Optik entschädigt dafür allemal. Zumal der feinsinnige Humor, mit dem das Remake glänzt, die Originalverfilmung bisweilen sogar in den Schatten stellt. Ooops, sorry für dieses Sakrileg.

Worum geht es nochmal?

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Auch Simbas Freunde Pumbaa und Timon sind wieder mit von der Partie.

(Foto: Disney Enterprises)

Haben wir was vergessen? Ach ja, die Handlung. Für alle, die sie tatsächlich nicht kennen sollten, hier die Schnellzusammenfassung: Simba wird als potenzieller Thronfolger seines Vaters Mufasa und seiner Mutter Sarabi geboren. Das wiederum passt Mufasas neidischem und hinterhältigen Bruder Scar ganz und gar nicht, der stattdessen die Macht mithilfe der ausgebufften und abgehalfterten Hyänen an sich reißen will. Scar schreckt dabei auch nicht davor zurück, Mufasa zu ermorden und dem noch jungen Simba einzureden, dass er für den Tod des Vaters verantwortlich sei. Während Simba sein Heil in der Flucht und in einem neuen Leben getreu dem Motto "Hakuna Matata" ("Es gibt keine Probleme, alles in Ordnung") an der Seite des Warzenschweins Pumbaa und des Erdmännchens Timon sucht, errichtet Scar mit den Hyänen eine Schreckensherrschaft. Wird Simba seine wahre Bestimmung doch noch bewusst werden und er den ihm angestammten Platz an der Spitze der Tiere einnehmen?

Die Antwort darauf kennt vermutlich jedes Kind. Die Antwort auf die Frage, ob sich der Kinobesuch für das Remake von "Der König der Löwen" lohnt, geben wir Ihnen: Absolut. Unbedingt. Auf jeden Fall.

"Der König der Löwen" 2019 läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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