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Der Junge Miguel nimmt es in "Coco" mit den Toten auf - und mit der Musik.
Der Junge Miguel nimmt es in "Coco" mit den Toten auf - und mit der Musik.(Foto: Disney / Pixar)
Donnerstag, 30. November 2017

Liebesgrüße an Mexiko: Pixars "Coco" rührt zu Tränen

Ups! Am Freitag dürfen wir ja echt schon das erste Türchen aufmachen! Pünktlich zur Weihnachtszeit bringen Disney und Pixar ihren Wohlfühlfilm "Coco" auf die Leinwand, angesiedelt in Mexiko. Ob Donald Trump den Film wohl auch guckt?

Was ist eigentlich mit Donald Trumps Mauer zu Mexiko? Steht die schon? Während man sich im Weißen Haus vermutlich nach wie vor den Kopf über den antimexikanischen Schutzwall zerbricht, schickt Hollywood derweil ein paar dicke Liebesgrüße an den Nachbarn. Schließlich ist die Geschichte von "Coco", neuestes Werk aus der Disney-Pixar-Schmiede, nicht nur in Mexiko angesiedelt. Gestrickt um den "Dia de los Muertos" setzt sie sich auch mit einem wichtigen Stück mexikanischer Kultur auseinander. Denn der "Tag der Toten" ist hier einer der bedeutendsten Feiertage.

Ja, so ist das mit der buckligen Verwandschaft im Jenseits.
Ja, so ist das mit der buckligen Verwandschaft im Jenseits.(Foto: Disney / Pixar)

Was kommt nach dem Tod? Und warum sollte man der Verstorbenen gedenken? Es sind schwere Themen, um die es in dem Film geht. Doch deprimierend ist die Geschichte keineswegs. "Coco" von den Regisseuren Lee Unkrich und Adrian Molina ist stattdessen eine fröhliche, farbenprächtige und spannende Erzählung voller Musik. Am "Dia de los Muertos" kehren die Seelen der Verstorbenen zu ihren Familien zurück, die deshalb fröhlich feiern. Zufällig entdeckt der 12 Jahre alte Miguel an diesem Abend die Brücke, über die die Seelen auf die Erde gelangen. Mutig schleicht er sich in das Totenreich und erlebt ein aufregendes Abenteuer, bei dem er auch einem alten Familiengeheimnis auf die Spur kommt.

Zwischen Familie und Leidenschaft

Miguel hat einen Traum: Er will Musiker werden, singen und Gitarre spielen. Nur ist Musik in Miguels Familie seit Generationen streng verboten. Dabei ist sich der Junge sicher, dass er ein Nachfahre von Ernesto de la Cruz ist, einem der berühmtesten Gitarristen Mexikos. Im Reich der Toten will Miguel deshalb unbedingt de la Cruz treffen und sich von ihm den Segen für seine Musikerkarriere holen. Allerdings hat er nicht mit der toten Verwandtschaft gerechnet: Von Tante Rosita über Urgroßvater Papá Julio bis hin zu Ururgroßmutter Imelda - alle wollen sie verhindern, dass Miguel der Musik verfällt. Einzig der Gauner Hector ist bereit, dem Jungen zu helfen. So muss sich Miguel entscheiden, zwischen Familie und Leidenschaft.

Und wer ist eigentlich Coco? Das ist Miguels Urgroßmutter.
Und wer ist eigentlich Coco? Das ist Miguels Urgroßmutter.(Foto: Disney / Pixar)

"Coco" erzählt einfühlsam und gefühlvoll vom Leben, vom Sterben und insbesondere vom Wert der Erinnerung und der Familie. Denn die Rückkehr auf die Erde ist an eine Bedingung geknüpft: Irgendjemand muss am Dia de los Muertos ein Bild des Toten auf einem Gedenkaltar aufgestellt haben. Wer niemanden mehr hat, der sich erinnert, löst sich auf und ist für immer verschwunden.

Schön ist vor allem die Unbekümmertheit, mit der sich der Film der Endlichkeit des Lebens nähert. Der Tod nicht als großes Aus, sondern als Möglichkeit, in den Herzen und Gedanken von Familie und Freunden weiterzuleben. Das feiern die Mexikaner, mit ausgelassenen Picknicks auf Friedhöfen, Totenschädeln aus Zuckerguss oder "Pan de Muerte" (Totenbrot). In den Häusern werden Altäre aufgestellt, üppig geschmückt mit Kerzen, orange-farbenen Blumen und Kreppgirlanden. Und die Lebenden bringen den Toten Opfergaben dar: Brot, Salz und gern auch Tequila oder Zigarren.

Fröhlich und farbenprächtig

So ist es auch im Film, der in bunten Farben schwelgt: Die Brücke ins Reich der Toten besteht aus knallorangen Blüten der Blume Cempasúchil. Und auch sonst geht es dort sehr fröhlich und farbenprächtig zu, etwa wenn die Geistführer unterwegs sind, schillernde Tierwesen, die den Seelen zur Seite stehen. Doch so schön es dort ist, Miguel muss sich mit der Suche nach Ernesto de la Cruz beeilen. Denn bleibt er zu lange in der Totenwelt, wird er selbst zum Skelett und kann nicht mehr auf die Erde zurückkehren.

Am Ende rührt der Film zu Tränen, denn der Tod ist traurig, bei aller Fröhlichkeit. Und doch besteht Hoffnung, denn in so einem munteren Totenreich weiß man die Verstorbenen gut aufgehoben. Und wer weiß, vielleicht sind sie ja am nächsten "Dia de los Muertos", der bei uns Anfang November an Allerheiligen und Allerseelen gefeiert wird, mitten unter uns, wenn wir uns die vergnüglichen und schönen Geschichten erzählen, die wir mit ihnen erlebt haben.

"Coco" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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