Kino

Die Zeitschleifen-Problematik Tim Burton lässt Kinder verschwinden

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Die dunkle Kulisse sorgt bereits für Grusel.

(Foto: 20th Century Fox)

Der junge Jake entdeckt eine Insel voller Kinder mit Superkräften. Doch ihre Welt ist in Gefahr. Das neueste Abenteuer von Tim Burton trägt den wenig klangvollen Namen "Die Insel der besonderen Kinder" und dürfte für Physiker ein Problem sein.

Es ist die klassische Heldenerzählung vom Kampf zwischen Gut und Böse, in der die Liebe triumphiert und Zusammenhalt zum Erfolg führt: In seinem neuesten Abenteuer "Die Insel der besonderen Kinder" erzählt Regisseur Tim Burton die Geschichte eines Jungen, der das Geheimnis seines Großvaters zu enträtseln versucht und sich dabei in ein wildes Abenteuer stürzt.

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Der Tod des Großvaters trifft den jugendlichen Jake (Asa Butterfield) unerwartet, und vor allem die Umstände, die dazu geführt haben, regen ihn zu weiteren Nachforschungen an, denn er starb keines natürlichen Todes. Schon als kleiner Junge hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Opa. Mit fantastischen Geschichten von fliegenden, unsichtbaren und extrem starken Kindern verzaubert er das Kind. Dass diese tatsächlich wahr sind, entdeckt Jake erst später.

Durch einen Zufall gerät er in einen Felsspalt, der sich als Portal zu einer anderen Welt entpuppt. Dort leben ganz besondere Kinder unter der Obhut von Miss Peregrine (Eva Green). Ihre Zeit steht beinahe still, denn sie leben in einer verborgenen Zeitschleife. Doch ihre Welt ist bedroht und nur einer kann sie retten.

Einer fehlt zum Burton-Streich

Burtons neuester Streich geht leider nach hinten los. Der erfolgreiche Produzent scheint bei "Die Insel der besonderen Kinder" alle seine bisherigen Erfolgsfilme - darunter "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Alice im Wunderland" oder "Edward mit den Scherenhänden" - in einem Topf zu kochen. Vielleicht fehlt zum Erfolg aber auch einfach nur Schauspieler Johnny Depp, der beinahe in allen Burton-Filmen zu sehen ist.

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Wer fliegen kann, muss blau tragen, lautet wohl das Motto.

(Foto: 20th Century Fox)

Das Kinoabenteuer bietet etwas für Liebhaber der Genres Thriller, Grusel, Abenteuer, Fantasy und Romanze. Und genau darin liegt das Problem. Knapp zwei Stunden genügen nicht, um all diesen Kategorien gerecht zu werden. Den Stoff für den Film liefert der Roman "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children" von Ranson Riggs. Im englischen Original trägt der Film eben jenen Titel. In der deutschen Fassung geht durch "Die Insel der besonderen Kinder" leider viel verloren.

Gesetze der Physik außer Kraft

Nicht wirklich überzeugen leider auch die Schauspieler. Zwar sind mit Judi Dench als Miss Avocet, Samuel L. Jackson in der Rolle des Bösewichts Barron und Eva Green drei preisgekrönte Hollywood-Größen im Cast vertreten, doch zeigen sie sich nicht in Höchstform. Den Figuren mangelt es an Vielfältigkeit. So sind die besonderen Eigenschaften der Kinder bereits an ihrem Äußeren absehbar und bieten daher wenige Überraschungsmomente: Die blonde und zarte Emma (Ella Purnell) fliegt offensichtlicher in einem blauen Kleid durch die Gegend und ihre Freundin Olive (Lauren McCrostie), deren Superkraft das Feuer ist, hat natürlich feurig rote Haare.

Wer einen Nachmittag voller Abenteuer sucht und mit der ganzen Familie neue Welten entdecken möchte, ist bei "Die Insel der besonderen Kinder" genau richtig. Jene, die ausgeklügelte Figuren, intelligente Dialoge und die Gesetze der Physik lieben, dürfen nicht allzu viel erwarten, denn allein die Logik der Zeitschleifen erschließt sich dem Zuschauer nicht recht. Die echten Tim-Burton-Fans werden den Film vermutlich trotzdem lieben. Immerhin hat er es in den USA bereits an die Spitze der Kinocharts geschafft.

"Die Insel der besonderen Kinder" läuft ab 6. Oktober in den deutschen Kinos.

 

Quelle: ntv.de