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"Sing meinen Song" - Runde drei "DJ BoBo singt einen Song von mir!"

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Wenn er zum Mikro greift, bleibt kein Auge trocken: DJ BoBo.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Für Rapperin Nura ist die ganz persönliche "Star des Abends"-Folge bei "Sing meinen Song" eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zum Glück ist die taffe Berlinerin auf ihrer aufwühlenden Erinnerungsreise nicht allein unterwegs.

Wenn sich einer wie DJ BoBo ans Covern macht, dann spitzen alle die Ohren, egal ob Popper, Rocker oder Freunde von straßentauglichem Sprechgesang. Letztgenannte kleben in der dritten "Tauschkonzert"-Folge besonders gespannt an den Lippen des Schweizer Eurodance-Urgesteins. Der Grund: DJ BoBo buddelt diesmal im Archiv von Hip Hop-Kampfhündin Nura.

Die Berliner Rapperin mit eritreischen Wurzeln wischt sich auch sogleich den Schweiß von der Stirn: "Mein Gott, DJ BoBo singt einen Song von mir!", kreischt das einstige Fangirl. Sekunden später tanzt Nura auf der Couch. In stylischer Glitzerjacke mimt DJ BoBo den rappenden Papa Schlumpf ("On Fleek"). Da läuft sogar der Teleprompter heiß. "So viele Schimpfwörter kannte ich vorher gar nicht", gesteht der Älteste in der Runde.

Pop-Lebensfreude auf dem Silbertablett

Musikalisch steht schon jetzt fest: Noch sensationeller kann es heute wohl nicht mehr werden. Man gibt trotzdem sein Bestes: Gentleman bringt einen luftigen "Bouncer" an den Start ("Kein Bock"). Gastgeber Johannes Oerding schleift Justin Timberlake durch die Eck-Kneipen ("Ohne Sinn"). Und Nesthäkchen Joris serviert seiner "Habibti" ganz viel Pop-Lebensfreude auf dem Silbertablett ("Habibi").

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Im Gespräch mit ihren Kollegen gab Nura auch viel Privates preis.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

"What the fuck, bitch!", jubelt Nura. Auf dem Ostsee-Schlossgut geht es verbal zu wie in einem Neuköllner Hinterhof. Aber genau das ist Nura: Glamouröser Späti-Charme trifft auf bedingungslose Multikulti-Offenheit. Unter der harten Schale verbirgt sich aber auch ein weicher Kern.

Nura ist verletzlich. Die ehemalige Tänzerin der "The toten Crackhuren im Kofferraum" hat in ihrem Leben schon viel erlebt. Auf der "Tauschkonzert"-Couch lässt Nura ihren Emotionen freien Lauf. Unter Tränen berichtet die Rapperin von ihrer "Löwenmama", die einst ganz allein mit vier kleinen Kindern die Flucht vor dem Golfkrieg antrat.

Zwischen Proll-Attitüde und Überholspur-Lifestyle

In aufwühlenden Outings geht es um Mobbing, Rassismus und das kleine Licht am Ende des Tunnels namens Selbstbewusstsein. In diesem Licht erstrahlen zunächst Krawallo-Bands wie Korn, Slipknot und Linkin Park. Über den ganz in schwarz gehüllten Alternative-Pfad geht es dann irgendwann in Richtung Hip-Hop-Underground. Und genau dort, wo sich maskuline Proll-Attitüde und der nicht immer legale Lifestyle auf der Überholspur zu einem explosiven Ganzen vereinen, findet Nura ihr neues Zuhause.

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In Stefanie Heinzmann hat Nura eine neue "Sister" gefunden.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Licht und Schatten begleiten sie auf dem Weg ins Rampenlicht. Ihre Zeit im Heim reißt besonders tiefe Wunden. Mighty-Oaks-Chef Ian Hooper nimmt sich der Erinnerungen an und fungiert als musikalisches Pflaster ("Auf Der Suche").

Und dann ist da ja auch noch Nuras neue "Sister", Stefanie Heinzmann. Die Schweizerin steht vor der größten Hürde des Abends. Ihr ausgewählter Song "Babe" ist im Original eine tiefergestimmte Trauerhymne - einst verfasst für Nuras viel zu früh verstorbenen Freund Sam.

Stefanie trumpft groß auf

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Stefanie schluckt kurz. Dann aber nimmt sie kurz Anlauf und meistert die Challenge mit Bravour. Die Soulpop-Expertin dreht das Original auf links und verwandelt das traurige Mollstück in eine danksagende und euphorisierende Grußsendung. Ganz weit oben, auf welcher Wolke auch immer sitzend, klatscht sich Sam die Hände wund - so viel ist sicher. Ein schönes Happy End für einen Abend, der auch in eine andere Richtung hätte abdriften können. In diesem Sinne: Yo, Baby, Yo, Baby, Yo! Und ab dafür.

"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" läuft immer dienstags um 20.15 Uhr bei Vox und ist jederzeit bei TVNOW abrufbar. Mehr Informationen zur Sendung gibt es auch bei vox.de.

Quelle: ntv.de

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