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Nachbarn aus der Vorhölle Der Kieler "Tatort" im Schnellcheck

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Sahin (Almila Bagriacik) und Borowski (Axel Milberg) klopfen gleich beim Tod an.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Die Supermarktkassiererin Peggy fühlt sich wie Aschenputtel, wäre aber gerne eine Prinzessin. 14,2 Millionen Euro würden ihr bei der Transformation schon sehr helfen - zufälligerweise scheint die verhasste Nachbarin gerade genau so viel im Lotto gewonnen zu haben.

Das Szenario

Peggy Stresemann (Katrin Wichmann) führt ein ganz normales Leben: Sie kassiert halbtags im Mega-Supermarkt und kümmert sich den Rest der Zeit um das Einfamilienhaus, in dem sie zusammen mit ihrem Mann Micha (Aljoscha Stadelmann) wohnt, der "früher Gas-Wasser-Scheiße und heute in Elektrik" macht. Micha ist glücklich, Peggy nicht: Sie will vom Aschenputtel zur Prinzessin werden. So wie die wohlhabende Nachbarin, die von ihrem Mann mit Pralinen und Champagner beglückt wird - und zu allem Überfluss auch noch den 14,2-Millionen-Jackpot gewonnen hat. Das jedenfalls denkt Peggy, als sie die Beiden zeitgleich zur Ziehung der Lottozahlen auf dem Nachbargrundstück jubeln sieht.

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Taugt nicht zur Einbrecherin: Peggy (Katrin Wichmann)

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Am nächsten Tag brennen bei Peggy die Sicherungen durch: Sie steigt bei den Nachbarn ein, nascht die übriggebliebenen Pralinen und den Schampus und stellt das Haus bei der Suche nach dem vermeintlichen Lottoschein auf den Kopf. Den Schein findet sie dabei nicht, wohl aber eine geladene Pistole: Der Herr des Hauses kommt heim, die Situation eskaliert. Als die Kieler Kommissare Borowski (Axel Milberg) und Sahin (Almila Bagriarcik) am Tatort eintreffen sieht alles nach einem tödlichen Ehestreit aus - doch Borowski wittert, dass etwas faul ist.

Die eigentliche Botschaft

Wer Nachbarn hat, braucht keine Feinde: Die Spirale aus Neid, Missgunst und Hass dreht sich in so manchem Vorort schneller als bei einer Folge "Germany's Next Topmodel".

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Was man mit Haushaltsgegenständen nicht alles anfangen kann: Der Smoothieblender schreddert problemlos Telefone und der Rasenmäher stutzt auch Flokati und Flachbildfernseher zurecht.

Der Plausibilitätsfaktor

Einerseits ist "Borowski und das Glück der Anderen" ziemlich plausibel: Die Vorhölle, zu der Nachbarschaft bisweilen werden kann, stellt der Film recht glaubhaft dar. Ein paar Plotlöcher und jede Menge Überspitzungen revidieren den ersten Eindruck allerdings wieder.

Die Bewertung

6,5 von 10 Punkten. "Borowski und das Glück der Anderen" könnte ein intensiver Psychothriller sein, bremst sich durch die kräftige Einstreuung klamaukiger Passagen aber selbst aus.

Quelle: n-tv.de

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