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Kita wegen Streik geschlossen Dürfen Eltern zu Hause bleiben?

Schon wieder ein Streik. Diesmal trifft es die Kitas. Doch wohin mit dem Kind? Ist bei Verwandten oder Freunden keine Ersatzbetreuung möglich, bleibt erwerbstätigen Eltern oft nur mit ihrem Nachwuchs zu Hause zu bleiben. Droht nun Ärger mit dem Chef?

"Morgen Streik" - manchmal kommt die Ankündigung überraschend. Dann bleibt kaum Zeit, eine alternative Kinderbetreuung zu organisieren. (Bild: dpa)

Ist keine Ersatzbetreuung aufzutreiben, dürfen Eltern zu Hause bleiben.

Eltern, die ihre Kinder in Kindertagesstätten betreuen lassen, müssen sich in den nächsten Tagen auf Streiks der Einrichtungen einstellen. Für manche Eltern stellt sich seit Dienstag durch den Streik der Lokführergewerkschaft GDL ja ohnehin die Frage, wie sie ihr Kind überhaupt in die Kita bekommen. Nun erweitert sich die Problematik auch noch um die Frage, ob erwerbstätige Betroffene bei einem Streik der Kita zwecks Betreuung ihres Nachwuchses ganz zu Hause bleiben können.

Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang lautet: Ja, Eltern dürfen notfalls bei der Arbeit fehlen, wenn die Kita wegen eines Streiks geschlossen bleibt. Laut Arbeitsrechtlern handelt es sich hierbei um einen "wichtigen Grund", der es rechtfertigt, der Arbeit fernzubleiben. Eine Abmahnung oder gar Kündigung müssen Eltern deshalb nicht fürchten. Zunächst sollten sie aber versuchen, eine Ersatzbetreuung zu finden.

Kann diese nicht organisiert werden, sollte darüber so schnell wie möglich der Arbeitgeber in Kenntnis gesetzt werden. Wenn Großeltern, Nachbarn oder eine Tagesmutter als Ersatz für die Kinderbetreuung ausscheiden, können Beschäftigte beim Arbeitgeber nachfragen, ob sie ihr Kind mit ins Büro bringen dürfen. Damit signalisiere sie dem Arbeitgeber, dass sie sich um eine Problemlösung bemühen und versuchen, zur Arbeit zu kommen.

Auch über die Vergütung der Fehlzeit brauchen sich betroffene Eltern nicht zu sorgen. Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung. Zumindest dann, wenn der Streik erst kurzfristig angekündigt wurde. Dabei können sich auf den Paragrafen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches berufen. Dieser besagt, dass Arbeitnehmer einen Anspruch auf Lohn behalten, wenn sie ohne eigenes Verschulden durch ein unvorhergesehenes Ereignis verhindert sind.

Auch der heute für Freitag bekanntgewordene Streik dürfte kurzfristig genug angekündigt sein, um als unvorhergesehenes Ereignis zu gelten. Eine höchstrichterliche Entscheidung zu entsprechenden Fristen gibt es hierzu bisher aber laut Arbeitsrechtlern noch nicht.

Quelle: n-tv.de, awi

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