Ratgeber

Comdirect legt vor Erste große Online-Bank verlangt Strafzinsen

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Für Sparer wird die Luft dünner ...

(Foto: imago stock&people)

Die Einschläge kommen näher. Als erstes Online-Geldinstitut verlangt nun auch die Commerzbank-Tochter Comdirekt Strafzinsen von ihren Kunden. Beruhigenderweise erst mal nur von sehr Vermögenden. Und auch erst nach individueller Vereinbarung. Dennoch ist der Tabubruch da.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen, dass ein ums andere Geldinstitut in Deutschland Strafzinsen auf die Guthaben auch ihrer Privatkunden erhebt. Die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck sogar auf Guthaben von Tagesgeldkonten ab 0,01 Euro. Und nun führt auch die erste große Direktbank Negativzinsen auf Einlagen von Privatkunden ein.

Wie das Finanzportals Biallo berichtet, müssen Kunden der Comdirect ab 1. Januar ein sogenanntes Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent für Einlagen über 250.000 Euro zahlen. Demnach hat die Commerzbank-Tochter bereits im November ein Schreiben an sehr vermögende Kunden verschickt, in dem darum gebeten wird einer entsprechenden Zusatzvereinbarung zuzustimmen. Denn ein solcher Strafzins kann eigentlich nur von Neukunden gefordert werden

Schon 59 Geldhäuser verlangen von Privatkunden Starfzinsen

"Wir wollen ein Verwahrentgelt im breiten Privatkundengeschäft weiterhin vermeiden. Daher haben wir uns bewusst dafür entschieden, ein solches Entgelt nur individuell mit ausgewählten Bestandskunden zu vereinbaren", sagt Christiane Rehländer, Sprecherin der Comdirect gegenüber Biallo. Und weiter: "Die Bank ist im engen Austausch mit den betreffenden Kunden, um Alternativen auszuloten, wie man das Geld anderweitig besser anlegen kann."

Damit bestreitet die Comdirect einen Weg, den auch kürzlich die Commerzbank, die Deutsche Bank oder die Frankfurter Sparkasse gegenüber vermögenden Kunden eingeschlagen hat. Denn um solche Verwahrentgelte im Nachhinein einführen zu können, sind individuelle Vereinbarungen notwendig.

Laut Biallo verlangen bisher 59 Geldhäuser von Privatkunden Starfzinsen. Was nichts weiter als den Versuch der Geldinstitute darstellt, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhobenen Strafzinsen für das Geldparken an die Kundschaft weiterzureichen.

Kunden, die soviel Einfallslosigkeit vonseiten ihrer Bank nicht mittragen möchten, sind gut beraten Geld, das partout nicht angelegt werden soll, auf verschiedene Anbieter zu streuen. Wer sein Erspartes derart verteilt, dürfte auch niedrigere Freibeträge langfristig unterlaufen. Zudem sollten in Hinblick auf die gesetzliche Einlagensicherung Vermögen für Spareinlagen ohnehin nicht höher als 100.000 Euro pro Institut sein.

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Quelle: ntv.de, awi