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Minusgeschäft für Sparer Fast 400 Banken verlangen Strafzinsen

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Für Sparer wird die Luft dünner.

(Foto: imago stock&people)

In der Corona-Krise halten die Menschen in Deutschland ihr Geld zusammen. Doch das zahlt sich nicht unbedingt aus, im Gegenteil. Größere Summen auf dem Konto können zunehmend ins Geld gehen - denn immer mehr Geldhäuser belasten Privatkunden mit Negativzinsen.

Die Deutschen sparen wie die Weltmeister. Im letzten und auch im aktuellen Jahr wurde besonders viel Geld auf die hohe Kante gelegt. Doch das kann sich zunehmend als Minusgeschäft erweisen.

Denn laut Finanzportal Biallo.de haben von knapp 1300 untersuchten Banken und Sparkassen rund 370 Institute mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich eingeführt, bei Firmenkunden sind es rund 420 Geldhäuser. Allein im März haben knapp 50 Banken und Sparkassen Strafzinsen für Privatkunden erhoben. Das sind deutlich mehr als im Januar und Februar, wo jeweils gut 30 neue Geldhäuser dazugekommen sind. Bei dem sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5000 bis zu Millionen Euro reichen. Rund 50 Banken gewähren nur noch einen Freibetrag von 10.000 Euro oder weniger, 22 Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu.

Bestehende Verträge prüfen

Sie reagieren damit auf die marktüblichen Entwicklungen infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase. Geschäftsbanken müssen 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank parken. Auch wenn es Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser weiter und berechnen Kunden Negativzinsen. Die Bank mit dem höchsten von Biallo ermittelten Strafzins ist die PSD Bank Rhein-Ruhr aus Düsseldorf. Sie verlangt für neu eröffnete Tagesgeldkonten je nach Anlagesumme bis zu 1 Prozent Strafzinsen.

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Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Geldhäuser nicht ohne Weiteres die Belastungen für bestehende Konten aufrufen dürften. Um solche Verwahrentgelte im Nachhinein einführen zu können, sind nach ihrer Meinung individuelle Vereinbarungen notwendig. Eine Einschätzung, die auch Finanztip-Chef und ntv-Experte Hermann-Josef Tenhagen teilt. Zudem beklagt er an dieser Stelle die Einfallslosigkeit vieler Geldinstitute, die Parkgebühren der EZB einfach an die Kunden weiterzureichen. Vielmehr sollten sich die Geldhäuser überlegen, was sonst noch für beide Seiten lohnend mit dem Ersparten der Kunden anzufangen ist.

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Quelle: ntv.de, awi

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