Ratgeber

Crash auf dem Arbeitsweg Finanzamt an Unfallkosten beteiligen

Was tun, wenn der Wagen von der Straße abkommt? Experten raten: Erst Warndreieck aufstellen, dann 112 anrufen. (Foto: Hannibal)

Der Abschreibungszeitraum für einen Pkw beträgt in der Regel sechs bis acht Jahre.

Es ist immer ärgerlich, mit seinem Wagen einen Unfall zu bauen, auch auf dem Weg zur oder von der Arbeit kann dies niemand gebrauchen. Tröstlich, dass gute Chancen bestehen, den Fiskus an dem Schaden zu beteiligen. Unter bestimmten Voraussetzungen.

Glück im Unglück - wer auf dem Weg von oder zur Arbeit einen Unfall mit seinem Auto hat, kann die Kosten unter Umständen von der Steuer absetzen. Das gilt allerdings nur für Ausgaben, die nicht von der Versicherung übernommen werden. Denn die von der Versicherung nicht gedeckten Schäden können unter Beachtung einiger Dinge steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkannt werden, wie die Lohnsteuerhilfe Bayern mitteilt.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Unfall auf der direkten Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eingetreten sein muss. Das polizeiliche Aufnahmeprotokoll dient hier als ein sicheres Beweismittel. Es muss sich entfernungsmäßig nicht um die kürzeste Strecke handeln, sondern die gefahrene Strecke muss im Vergleich zur kürzesten Strecke verkehrsgünstiger sein. Eine gut ausgebaute Umgehungsstraße kann, auch ohne verkehrsgünstiger zu sein, anerkannt werden, sofern sie zuverlässiger erscheint, weil keine Ampeln, Bauarbeiten oder Staubildungen vorhanden sind.

Umwege sollten aber vermieden werden, außer es werden Arbeitskollegen mitgenommen oder eine Tankstelle aufgesucht. Alkoholbedingte Unfälle scheiden aus.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können alle selbst getragenen Reparaturkosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Gezahlte Versicherungsentschädigungen sind hiervon abzuziehen. Hat der Wagen bei dem Unfall einen Totalschaden erlitten, richtet sich die Steuererleichterung nach den Richtlinien der Abschreibung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA). Entscheidend ist hier das Alter des Autos.

Der Abschreibungszeitraum für einen Pkw beträgt in der Regel sechs bis acht Jahre. Ist das Fahrzeug aber älter als acht Jahre, gilt es als voll abgeschrieben. Ein Steuervorteil kann dann meist nicht mehr geltend gemacht werden. Bei einem Pkw, der bei Kauf nicht neu, aber jünger als acht Jahre alt ist, muss der Kaufpreis anteilig auf die verbleibenden Jahre der achtjährigen Nutzungsdauer verteilt werden, um den Buchwert zu bestimmen.

Arbeitnehmer, die ein gebrauchtes Auto gekauft haben, können den Kaufpreis auf die geschätzte Restnutzungsdauer verteilen. Diese ergibt sich aus Alter, Zustandes und der Jahreslaufleistung des Pkw. Hier hilft ein Kfz-Gutachten weiter. Beispiel: Der Kaufpreis betrug 12.000 Euro. Als verbleibende Nutzungsdauer werden drei Jahren angenommen, so existiert bei Eintritt des Unfalles noch ein Drittel des Kaufpreises als Rest- oder Buchwert. Von diesem 4000 Euro Buchwert ist der zu erzielende Verkaufserlös für das Schrottauto, zum Beispiel 1000 Euro, abzuziehen und die Differenz - 3000 Euro - sind steuerlich abzugsfähig.

Quelle: ntv.de, awi