Ratgeber

Gute Nachrichten ins Homeoffice Gebrauchte Büroausstattung ist absetzbar

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Das Arbeitszimmer muss wie ein Büro eingerichtet sein und fast ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden.

Die Corona-Krise hat viele ins Homeoffice katapultiert. Doch nicht jeder hat zu Hause ein gut ausgestattetes Büro. Wer sich neue Ausstattung anschafft, kann auch gebrauchtes kaufen.

Gute Nachrichten für Beschäftigte im Homeoffice: Das Finanzamt beteiligt sich auch an gebrauchter Büroausstattung. "Die Kosten von Schreibtisch, Bürostuhl oder Schreibtischlampe aus zweiter Hand müssen aber glaubhaft gemacht werden können", erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin.

Das kann zum Beispiel durch eine Quittung oder einen handschriftlichen Kaufvertrag geschehen. Anders als beim Kauf im Handel fällt bei Privatkäufen keine Umsatz- beziehungsweise Mehrwertsteuer an. Daher gilt: Hat der Gegenstand weniger als 800 Euro gekostet, kann er direkt im Jahr der Anschaffung steuermindernd abgesetzt werden. Teurere Dinge müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Büroausstattung zählt zu den Werbungskosten. Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer automatisch eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1000 Euro. Wird die Grenze von 1000 Euro überschritten, können die Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Homeoffice-Pauschale soll kommen

Wer sich privat im vergangenen Jahr oder davor einen neuen Schreibtisch oder Bürostuhl zugelegt hat, den er jetzt im Homeoffice vorwiegend beruflich nutzt, kann die Kosten ebenfalls steuerlich geltend machen. "Hier kann aber nicht einfach der Neuwert angesetzt werden", erklärt Rauhöft. "Es muss der Restwert ermittelt werden."

Ein Beispiel: Schreibtisch-Kauf im März 2019 für 850 Euro, ab März 2020 wird er beruflich genutzt. Da Büromöbel über einen Zeitraum von 13 Jahren abgesetzt werden müssen, werden hier 1/13 von März 2019 bis Februar 2020 abgezogen. Es verbleiben 785 Euro. Da dieser Betrag unter der Grenze von 800 Euro liegt, können die Ausgaben in voller Höhe als Werbungskosten abgezogen werden.

Zudem können Mitarbeiter, wenn der Arbeitgeber die Arbeit im Homeoffice anweist und die Bürogebäude wegen des Coronavirus schließen, die weiteren Kosten des häuslichen Arbeitszimmers steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitnehmer einen abgeschlossenen Raum als Arbeitszimmer zu Hause zur Verfügung hat. Das Aufstellen eines Laptops am Esstisch reicht für den Werbungskostenabzug nicht aus.

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Als Werbungskosten können dann maximal 1250 Euro geltend gemacht werden. Der Höchstbetrag von 1250 Euro ist auch bei nicht ganzjähriger Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers in voller Höhe, also nicht zeitanteilig, zum Abzug zugelassen.

Ungeachtet dessen möchte die Regierungskoalition diejenigen steuerlich entlasten, die wegen der Corona-Pandemie viel zu Hause arbeiten. Die Finanzpolitiker von Union und SPD einigten sich auf eine neue Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag. Höchstens sollen aber 600 Euro im Jahr geltend gemacht werden können. Inwieweit diese dann mit der Werbungskostenpauschale verrechnet wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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