Ratgeber
Der Vermieter muss dafür Sorge tragen, dass seine Mieter die Räume in der Heizsaison ausreichend beheizen können.
Der Vermieter muss dafür Sorge tragen, dass seine Mieter die Räume in der Heizsaison ausreichend beheizen können.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Montag, 22. Oktober 2018

Kalt hier: Haben Mieter eine Heizpflicht?

Wer es gern kühl mag, bitteschön. Allerdings sollten Mieter darauf achten, dass durch kalte Räume keine Schäden entstehen. Für eine ausreichende Beheizbarkeit der Wohnung ist hingegen der Vermieter verantwortlich.

Für Mieter besteht keine generelle Heizpflicht. Sie dürfen bei Abwesenheit im Winter die Heizung ausschalten. Dabei müssen sie allerdings dafür sorgen, dass keine Schäden durch das Einfrieren der Rohre entstehen. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hin.

Der Vermieter dagegen muss dafür Sorge tragen, dass seine Mieter die Räume in der Heizsaison ausreichend beheizen können. Wenn die Wohnung über Einzelöfen oder eine Gasetagenheizung verfügt, muss er diese regelmäßig instandhalten. Eine zentrale Heizungsanlage muss so eingestellt sein, dass zumutbare Mindesttemperaturen gesichert sind.

Gesetzliche Vorgaben zur Höhe einer Mindesttemperatur gibt es nicht. Landläufig gilt die Zeit vom 1. Oktober bis 31. März als Heizsaison. Oftmals steht der Zeitraum, in dem nur ein Dreh am Ventilknopf die Wohnung kuschelig warm macht, auch im Mietvertrag und in der Gemeinschaftsordnung von Wohnungseigentümergemeinschaften. Dieser kann natürlich auch länger sein - etwa vom 15. September bis zum 31. April oder sogar in den Mai hinein, wenn es in Deutschland immer noch vereinzelte frostige Tage geben kann. Das kommt in Mietverträgen zunehmend vor, wie der Deutsche Mieterbund (DMB) beobachtet hat.

Heizt der Vermieter trotz Aufforderung durch den Mieter nicht oder nicht ausreichend, kann dieser Ansprüche auf Mängelbeseitigung, Mietminderung und eventuell Schadenersatz geltend machen. Mieter sind berechtigt, die Miete für den Zeitraum zu mindern, in dem die vorgegebenen Raumtemperaturen nicht erreicht werden. Wird es drinnen nur kühle 15 bis 17 Grad, erlaubt die Rechtsprechung Minderungen um bis zu 25 Prozent. Bei einem Totalausfall der Anlage in der Heizsaison kann die Minderung bis zu 100 Prozent betragen. Im Extremfall ist sogar eine fristlose Kündigung möglich. Der Grund für den Ausfall - ob die Anlage kaputt ist, einfach nicht eingeschaltet wurde oder der Brennstoff fehlt - spielt dabei keine Rolle.

Bei der Ermittlung der Minderungsquote kommt es darauf an, welche Temperatur in welchen Räumen bei welcher Außentemperatur erreicht wurde. Der DMB empfiehlt, die Werte in einer Tabelle zu dokumentieren und einen Zeugen dabei zu haben.

Ist die Heizanlage kaputt, ist schnelles Handeln gefordert. Denn im Winter können Wohnungen schnell auskühlen, das schadet Menschen und Gebäude. Deshalb dürfen weder Eigentümer noch Mieter untätig bleiben. Ulrich Ropertz vom Deutscher Mieterbund mahnt Mieter daher: "Bei Fehlern oder Mängeln muss der Vermieter informiert werden." Vermieter hingegen sind verpflichtet, den Mangel umgehend zu beheben. 

Quelle: n-tv.de