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Liebe kann die eine oder andere Komplikation nach sich ziehen.
Liebe kann die eine oder andere Komplikation nach sich ziehen.(Foto: imago/Westend61)
Donnerstag, 09. März 2017

Vielleicht Vater: Hat der Liebhaber ein Umgangsrecht?

Die Liebe ist nicht immer einfach. Insbesondere, wenn aus der Konsequenz daraus Kinder mit im Spiel sind. Und so muss ein Gericht entscheiden, ob ein ehemaliger Liebhaber der Mutter, der vielleicht der Kindsvater ist, den Nachwuchs sehen darf.

Nach dem Gesetz hat der leibliche Vater ein Umgangsrecht, wenn er ernsthaftes Interesse an dem Kind zeigt und der Umgang dem Kindeswohl dient. Nur ist nicht immer ganz klar, wer der leibliche Vater ist.

So auch in einem Fall, der vor dem Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg verhandelt wurde (Az.: 13 WF 14/17). Dieses hatte zu entscheiden, welche Rechte bestehen, wenn ein ehemaliger Liebhaber der Mutter, der vielleicht der Vater ist, Umgang mit dem ehelich geborenen, aber vielleicht aus einem Seitensprung der Mutter stammenden Kind haben möchte. Die Eheleute wollten hingegen einen solchen Umgang auf jeden Fall verhindern und bestritten eine etwaige Vaterschaft des Liebhabers energisch.

Erschwerend weigerte sich die Mutter, eine sogenannte Abstammungsuntersuchung durchzuführen und so Klarheit in die Verhältnisse zu bringen. Die Vorinstanz hatte die Verweigerung für rechtmäßig gehalten. Denn es könne nicht festgestellt werden, dass ein Umgang des fremden Mannes mit dem erst einjährigen Kind dem Kindeswohl diene. Dies könne erst dann beurteilt werden, wenn das Kind über seine biologische Herkunft aufgeklärt worden ist, was aber frühestens im Vorschulalter erfolgen kann. Gegen diese Entscheidung ging der Ex-Liebhaber in Revision. Wenn er seine Rechte erst in ein paar Jahren geltend machen könne, könne er in den entscheidenden ersten Lebensjahren keine Beziehung zu dem Kind aufbauen, argumentierte er.

So sah es auch das OLG. Demnach muss die Mutter die Abstammungsuntersuchung dulden. Zwar seien immer die Interessen aller Beteiligten abzuwägen. Dies führe aber im konkreten Fall dazu, dass bereits jetzt die biologische Vaterschaft zu klären ist. Der Kindesmutter drohten durch die Untersuchung keine zusätzlichen Belastungen für das Familienleben, zumal ihr Ehemann Bescheid wisse.

Sollte denn die Untersuchung die biologische Vaterschaft des Mannes bestätigen, müsse anschließend geklärt werden, ob ein Umgang dem Kindeswohl dient. Hierfür müssten dann gegebenenfalls verschiedene Vorwürfe, die die Eheleute gegen den Mann erhoben hatten, aufgeklärt und wohl auch das Kind – in kindgerechter Art und Weise – über die ganze Sache unterrichtet werden. Sollte die Untersuchung eine Vaterschaft nicht bestätigen, wären all diese weiteren Ermittlungen dagegen ohnehin nicht mehr erforderlich. Deswegen sei jetzt zunächst einmal eine Vaterschaftsfeststellung erforderlich.

Quelle: n-tv.de

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