Ratgeber
Die Höhe des Krankengeldes hängt vom Einkommen vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit ab.
Die Höhe des Krankengeldes hängt vom Einkommen vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit ab.
Freitag, 09. November 2018

Unterstützung von der Kasse : Krankengeld nur bei korrekter Bescheinigung

Um Krankengeld zu erhalten, muss die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers schriftlich lückenlos von einem Arzt festgehalten werden. Telefonischer Kontakt zum Mediziner ist nicht ausreichend, wie das Sozialgericht Dortmund urteilt.

Erkrankte Arbeitnehmer müssen sich ihre Arbeitsunfähigkeit lückenlos bescheinigen lassen, um ihren Anspruch auf Zahlung von Krankengeld zu bewahren. Dazu reicht allerdings ein telefonischer Kontakt mit dem Arzt nicht aus.

Im verhandelten Fall am Sozialgericht Dortmund ging es um eine schon länger erkrankte Frau, die nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus an einem 22. Dezember mit ihrer Hausarztpraxis telefonierte und die Information bekam, dass diese bis zum 26. Dezember geschlossen sei. Man könne aber ihre Arbeitsunfähigkeit am 27. Dezember rückwirkend bescheinigen.

Die Krankenkasse zahlte dann aber nur bis zum 22. Dezember Krankengeld mit der Begründung, die Arbeitsunfähigkeit sei nur bis dahin lückenlos nachgewiesen. Und das Sozialgericht Dortmund wies die Klage der Frau gegen die Entscheidung der Krankenkasse ab. Denn die Patientin hatte nur telefonischen Kontakt mit ihrem Hausarzt und sei damit ihrer Pflicht als Versicherte, die Arbeitsunfähigkeit lückenlos ärztlich feststellen zu lassen, nicht zur Genüge nachgekommen. Dafür sei in der Regel ein persönlicher Kontakt mit dem Arzt nötig. Auf den Fall weist der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hin (Az.: S 39 KR 1512/17).

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer, die gesetzlich versichert sind und längerfristig erkranken, ab der siebenten Woche Anspruch auf Krankengeld. Zuvor muss der Arbeitgeber den normalen Lohn weiter zahlen. Dabei hängt die Höhe des Krankengeldes vom Einkommen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit ab. Es beläuft sich auf 70 Prozent des Bruttogehalts, maximal werden aber nur 90 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens gezahlt.

Dabei beginnt der Anspruch auf Krankengeld von dem Tag an, an dem ein Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat. Um den Anspruch auf Krankengeld zu erhalten, muss ein Arzt den Arbeitnehmer ohne Unterbrechung erneut krankschreiben. Dies muss spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit erfolgen.

Quelle: n-tv.de