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Nie mehr Steuerberater? Online-Steuerprogramme im Test

Mit der Steuererklärung vom Finanzamt Geld zurückbekommen und das auch noch ohne großen Aufwand - ganz einfach, in wenigen Minuten. Steuerprogramme versprechen viel. Ob sie das auch halten, hat die Stiftung Warentest überprüft.

Die Formulare am Computer ausfüllen: Steuerprogramme speichern einmal eingegebene Stammdaten - sodass diese nicht jedes Jahr aufs Neue eingetippt werden müssen. Foto: Kai Remmers

Die Formulare am Computer ausfüllen: Steuerprogramme speichern einmal eingegebene Stammdaten, so dass diese nicht jedes Jahr aufs Neue eingetippt werden müssen.

(Foto: dpa)

Nicht Wenige erledigen ihre Steuererklärung noch immer analog – will heißen, die meist lohnende jährliche Last wird noch immer auf den entsprechenden Vordrucken des Finanzamtes per Hand ausgefüllt. Dabei geht es so viel einfacher und schneller, versprechen zumindest Steuerprogramme. Diese müssen zwar gekauft werden, dafür muss man sie nicht herunter­laden und kann sie theoretisch über­all nutzen. Denn die Programme laufen im Internet­browser, damit auch auf dem Tablet oder sogar auf dem Smartphone. Zudem sind sie unabhängig vom Betriebssystem. So weit, so gut - doch ob die Programme tatsächlich halten, was sie versprechen, hat "Finanztest" anhand von vier Produkten überprüft.

Besonderen Wert wurde bei der Untersuchung auf Bedienung und Benutzerführung gelegt. Eines vorweg: In wenigen Minuten waren die von den Testern simulierten einfachen Steuerfälle mit den Programmen nicht zu erledigen. Tatsächlich waren diese nach etwa einer Stunde fertiggestellt. Am leichtesten zu bedienen war im Test das Programm "Smartsteuer" (befriedigend/2,9/14,95 Euro). Der entsprechende Steuerfall wurde allerdings nicht fehlerfrei gelöst.

Deutlich schwieriger zu bedienen ist der Klassiker am Markt: "Wiso Steuerweb". Das Programm bietet zwei Wege durch den Steuerfall, einen Standard- und einen Interviewmodus. Besonders Ersterer überfordert im Test aber die Anwender. Dafür machte "Wiso" am wenigsten Fehler ("gut") bei der Berechnung. Insgesamt schnitt das teuerste Produkt im Test damit auch am besten ab (befriedigend/2,7/34,95 Euro).

Aber auch die Steuerprogramme "Steuerfuchs" (befriedigend/3,2/14,95 Euro) und "Lohnsteuer kompakt" (mangelhaft/4,7/14,99 Euro) können bei der Bedienung nicht wirklich überzeugen. Die Berechnung des Musterfalls gelingt bei "Steuerfuchs" "gut", bei "Lohnsteuer kompakt" nur "ausreichend". Mängel in den Datenschutzbestimmungen sorgen dann für die schlechteste Gesamtbewertung.

Als Fazit stellt Warentest fest, dass keines der getesteten Programme völlig überzeugen kann. Bei komplexeren Steuerfällen und ohne eigenes Know-how sollte dann aber vielleicht doch über die Dienste eines Steuerberaters nachgedacht werden.

Quelle: n-tv.de, awi

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