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Dienstag, 26. Juni 2018

Billiger und schneller : So kommen Bahn-Kunden besser ans Ziel

Eine Bahnfahrt die ist lustig, eine Bahnfahrt die ist schön? Eigentlich schon. Wenn da nicht die vielen Verspätungen und Servicemängel wären. Die Stiftung Warentest zeigt, wie sich der Verdruss zumindest in Grenzen halten lässt und wie Kunden viel Geld sparen können.

Die Deutsche Bahn hat auf die Konkurrenz der Fernbusse reagiert und deutlich an der Preisschraube gedreht. Mit Erfolg. Denn das Unternehmen hat viele neue Kunden gewonnen, die das Bahnfahren als angenehme und umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto oder eben dem Bus empfinden. Letzteres gilt besonders für die neue Strecke Berlin-München, die sich großer Nachfrage erfreut.

Doch leider vermiesen Verspätungen, Servicemängel und verpasste Anschlüsse das Fahrvergnügen. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest waren allein in der Zeit vom 23. April bis 6. Juni von 179 schnellen ICE-Sprintern zwischen der Hauptstadt und der bayerischen Landeshauptstadt 34 Züge unpünktlich. Das heißt, 19 Prozent von ihnen kamen mindestens 6 Minuten zu spät oder fielen auch abschnittsweise aus. Und dies, obwohl ein Großteil der Infrastruktur neu ist. Was bedauerlich ist, denn eigentlich ist die neue Strecke mit einer Fahrzeit von nur 4 Stunden, via Halle, eine echte Konkurrenz zum Flugzeug.

Insgesamt konstatiert Warentest, dass nur 77,7 Prozent aller Fernzüge der Bahn im ersten Halbjahr einigermaßen pünktlich ans Ziel kamen. Die gute Nachricht für Bahnkunden lautet, ab 20 Minuten Verspätung entfällt automatisch die Zugbindung. Dies bedeutet, dass Bahnreisende entgegen ihres Tickets auch andere Züge benutzen können - auch wenn dann nicht ohne entsprechendes Ticket in die 1. Klasse umgestiegen werden kann. Darüber,welche Bahnen hierfür in Frage kommen oder bei welchen Verbindungen mit Störungen und Verspätungen zu rechnen ist, informieren drei Apps.

Per App ans Ziel

So informiert der "DB Streckenagent" etwa per Push-Meldung über aktuelle Störungen auf Strecken zu Uhrzeiten und Tagen, die der Kunde ausgewählt hat. Zudem sollen Tipps zu Reisealternativen helfen, dennoch ans Ziel zu kommen. Allerdings ist bei den Meldungen laut der Untersuchung nicht immer erkennbar, auf welche Fahrplanänderung sie hinweisen.

Der "DB Zugradar" verspricht hingegen, die Position der Züge in Echtzeit anzuzeigen. Die Daten hierfür basieren zum einen auf Meldepunkten, welche entlang der Strecke zu finden sind und zum anderen auf Prognosen. Dennoch kann es passieren, dass ein rollender Zug angezeigt wird, obwohl er irgendwo zum Stehen gekommen ist. Laut der Tester sollten sich Kunden besser in der Version auf Bahn.de informieren. Denn diese nennt auch die Uhrzeit der letzten Positionsmeldung, was eine realistischere Einschätzung der Anzeige auf dem Display möglich macht.

Auch der "DB Navigator" informiert über Verspätungen und alternative Reiserouten. Darüber hinaus kann man hier auch DB-Tickets kaufen, auch per Sparpreis-Finder, sowie Fahrkarten mehrerer Verkehrsverbünde erwerben. Gespart werden kann vor allem dann, wenn auf bahn.de die Suchoption "Schnelle Verbindungen bevorzugen" deaktiviert wird. Häufig tauchen dann sehr viel günstigere Angebote auf, mit denen die Fahrt kaum länger dauert.

Wer die Navigation beherrscht, muss beispielsweise für die Fahrt Hamburg-München 87 Prozent weniger hinblättern, wenn der "Super Sparpreis" oder "Sparpreis Aktion" für 19,90 Euro gebucht wird. Der reguläre Tarif der 2. Klasse kostet 150 Euro. Die Tester raten, sich die Schnäppchen frühzeitig zu sichern; Buchungen sind maximal 180 Tage im Voraus möglich. Vorerst allerdings nur bis zum 8. Dezember 2018.

Aber auch Kunden, die im Besitz einer Bahncard 25 oder Bahncard 50 sind, können alle Sparpreise nutzen. Für sie reduziert sich der Preis bis auf 14,90 Euro. Warentest verschweigt auch nicht, dass die neue private Konkurrenz Flixtrain eine Reisealternative sein kann. So waren die Flixtrain-Tickets etwa vier Wochen vor Reisebeginn im Schnitt etwa 40 Prozent billiger als die Fahrkarten für DB-Züge.

Quelle: n-tv.de