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Finanztest klärt auf So sparen Paare Steuern

Ehegatten haben noch bis zum 30. November Zeit, andere Steuerklassen zu beantragen. Foto: Andrea Warnecke

Ehepaare haben noch bis zum 30. November Zeit, andere Steuerklassen zu beantragen.

(Foto: dpa)

Der beste Grund für eine Ehe oder eingetragene Lebensgemeinschaft ist sicherlich Liebe. Aber auch finanziell kann sich der Bund für das Leben lohnen. Zumindest dann, wenn die Steuerklassen richtig kombiniert werden.

Ehepaare oder Lebenspartner hatten die Wahl und haben sich entschieden - für einen vor dem Gesetz festen Partner. Aber im Gegensatz zu Singles können sie auch unter mehreren Kombination von Steuerklassen auswählen.

Zur Auswahl stehen die Steuerklassenkombinationen III/V, IV/IV und das sogenannte Faktorverfahren. Bei einer Partnerschaft mit Vertrag wird vom Finanzamt zunächst automatisch die IV/IV-Kombination zugewiesen. Hierdurch kann erreicht werden, dass die einbehaltene monatliche Lohnsteuer bereits nahe an die tatsächliche Jahressteuerschuld der Paare herankommt. So können sich Ehepaare und eingetragene Lebenspartner sofort ein höheres Nettoeinkommen sichern. Genau wie mit der III/V-Variante. Zu viel gezahlte Steuern müssten ansonsten erst im kommenden Jahr über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückgeholt werden. Auf die tatsächlich zu zahlende Steuer hat die Wahl der Steuerklassen aber erst einmal keinen Einfluss.

Anders ist dies, wenn die Einkommen der Paare weit auseinanderliegen. "Finanztest" zeigt dazu in einem Beispiel das tatsächliche Sparpotenzial bei der Steuer auf. Verdient der Ehemann beispielsweise 50.000 und die Gattin nur 20.000 Euro, ist eine Verringerung der tatsächlichen Steuerlast (inklusive Solidaritätszuschlag) im Vergleich zu unverheirateten Paaren um rund 1000 Euro möglich. Voraussetzung dafür ist, dass die Eheleute das sogenannte Splittingverfahren gewählt haben und nicht die Einzelveranlagung. Die Wahl haben Ehepaare oder Lebenspartner vor jeder Steuererklärung.   

Genau wie bei der Steuerklasse. Grundsätzlich können gesetzlich dokumentierte Partnerschaften hier einmal jährlich bis zum 30. November wechseln. Die beantragten Steuerklassen gelten dann ab dem Folgemonat. Der entsprechende Antrag ist beim zuständigen Finanzamt zu stellen und muss von beiden Partnern unterschrieben sein. Ein Wechsel außer der Reihe ist auch dann möglich, wenn einer der Partner keinen Arbeitslohn mehr bezieht, einen neuen Job beginnt oder sich das Paar dauerhaft trennt. Auch wer ein Kind erwartet und Elterngeld beantragen möchte, kann dies tun.

Für letzteren Fall kann es dann aber wieder günstiger sein, eine getrennte Veranlagung zu beantragen. Nämlich dann, wenn Elterngeld geflossen ist. Denn dieses ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt - die tatsächliche Steuer kann also steigen. Bei einer getrennten Veranlagung passiert dies dann aber nur bei dem ohnehin durch die Elterngeldzahlung verminderten Lohneinkünfte. Der Verdienst des Hauptverdieners bliebe dann unbelastet.      

Quelle: n-tv.de, awi

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