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Tragepflicht im Gespräch Soll man jetzt doch Schutzmasken bestellen?

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Fast alle Schutzmasken kommen aus China.

(Foto: imago images/Ritzau Scanpix)

In Österreich darf man bald nur noch mit Mund- und Nasenschutz einkaufen, deutsche Politiker erwägen ähnliche Schritte. Aber wo soll man die Masken kaufen? Internetbestellungen ergeben bei den aktuellen Preisen und Lieferzeiten kaum Sinn. Aber es geht auch viel einfacher.

Einfache Masken, die nicht mindestens nach FFP2 zertifiziert sind, schützen ihren Träger nicht oder nur in sehr geringem Umfang vor einer Covid-19-Infektion. Doch Virologen sind sich einig, dass sie das Risiko minimieren, andere Menschen anzustecken, wenn man selbst infiziert ist, ohne Symptome zu haben. Denn auch diese Masken verhindern effektiv, dass Tröpfchen fliegen, wenn man hustet, niest oder spricht.

Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dass Österreich eine Masken-Pflicht in Supermärkten beschlossen hat, wo Menschen oft keinen Mindestabstand einhalten (können). Auch deutsche Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder "beschäftigt dieser Gedanke". Es gibt also gute Gründe, sich einfache Schutzmasken zu besorgen, aber woher soll man sie bekommen?

Wucherpreise und lange Lieferzeiten

Ja, im Internet findet man noch jede Art von Atemschutzmasken, sogar solche, die angeblich FFP2 zertifiziert sind. Praktisch alle Artikel kommen aus China und ob die Angaben stimmen, weiß man letztendlich erst, wenn man die Masken ausgepackt hat. Außerdem muss man bei sehr langen Lieferzeiten absolute Wucherpreise bezahlen.

Ein Beispiel ist der aktuelle Bestseller bei Amazon, der sich erst seit 16. März im Sortiment des Online-Händlers befindet. Zehn FFP2-Masken sollen 17,75 Euro kosten, also fast 1,80 Euro pro Stück. Im Vergleich zu anderen Wucherangeboten ist das aber noch vergleichsweise günstig, zumal auch noch der Versand kostenlos sein soll.

Allerdings ist die Lieferung nur beim Standardversand gratis, und dann kommen die Masken irgendwann zwischen dem 14. und 27. Mai an. Per Expressversand könnte der rare Artikel schon am 24. April eintreffen. Doch dann kosten die zehn Masken inklusive Verpackung und Versand 76,75 Euro. Das sind also rund 7,70 Euro pro Maske, die ihre volle antivirale Wirkung nur ein paar Stunden behält und eigentlich Ärzten, Pflegern und anderen besonders gefährdeten Menschen vorbehalten sein sollte. Mitte Februar haben FFP2-Masken laut ARD noch 45 Cent pro Stück gekostet.

Bei den einfachen Masken sieht es auch nicht anders aus. Wer vielleicht noch diese Woche an den begehrten Mund- und Nasenschutz kommen möchte, muss sich nach einem deutschen oder wenigstens europäischen Online-Shop umsehen. ntv.de wurde auf der Webseite einer großen Supermarktkette fündig, über die auch Drittanbieter verkaufen.

Zehn dreilagige Mundschutzmasken kosten hier bei einem deutschen Händler inklusive Versandkosten knapp 16,50 Euro, also 1,65 Euro pro Stück. Vor der Corona-Krise bekam man so eine einfache Maske für ein paar Cent. Aber immerhin: Die Ware soll zwischen dem 1. und 8. April ankommen und wurde tatsächlich auch wenige Stunden nach dem Kauf versendet.

Selbstgemachte Masken tun's auch

Mit diesen sündhaft teuren Masken wäre man also für eine mögliche Schutz-Pflicht in Supermärkten rechtzeitig gewappnet. Schlau ist es trotzdem nicht, sein Geld für ein überteuertes Wegwerfprodukt zum Fenster hinauszuwerfen. Zwar halten Experten wie Virologe Christian Drosten oder Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt das Tragen einfacher Masken als Fremdschutz und zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sinnvoll und wünschenswert. Doch Drosten weist ausdrücklich darauf hin, dass professionelle Schutzmasken "für Berufe mit Patientenkontakt reserviert sein müssen". Und Klaus Reinhardt schreibt: "Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken."

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Einfache Masken aus Stoff kann man auch selbst nähen, wenn man das Können und die Ausrüstung dafür hat.

(Foto: imago images/Michael Weber)

Aber wie soll Otto Normal dann sich und seine Mitmenschen schützen? Weil es eben nur darum geht, eine Tröpfcheninfektion zu verhindern, raten beide Experten, sich einfache Masken selbst zu basteln. Das kann ein mehrlagiger Mund- und Nasenschutz aus Küchenpapier und Papiertaschentuch sein, wofür beispielsweise der "Tagesspiegel" eine einfache Anleitung bietet.

Drosten nennt auch Stoff als Alternative. Am besten sei dafür doppelt gedrehte 120er-Baumwolle, die er sonst zu Maßhemden verarbeite, sagte ein Schneider "Hallo München". Er näht jetzt wiederverwendbare Schutzmasken für 10 Euro das Stück statt Hemden und hat sich mit seinem Lieferanten besprochen, welcher Stoff am besten geeignet ist. T-Shirt-Stoff sei jedenfalls viel zu grobmaschig.

Vermutlich tut's zur Not auch eine Maske aus einem alten Hemd von der Stange oder ein Seidentuch. Die Stadt Essen empfiehlt kochfesten Baumwollstoff, der bei 90 Grad gewaschen werden kann. Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man sich selbst einen Mundschutz nähen kann, findet man hier.

Quelle: ntv.de

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