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Rabattaktion des Bundes Was man zum 9-Euro-Ticket wissen muss

Eine Tram fährt in die Haltestelle Friedrichstraße ein.

Wer ein 9-Euro-Ticket kauft, soll es ab Juni in ganz Deutschland nutzen können.

(Foto: Carsten Koall/dpa/Symbolbild)

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In den kommenden Wochen könnte es voll werden in Bus und (Regional-)Bahn. Denn seit dem 01. Juni ist das 9-Euro-Ticket zu haben. Es soll für Entlastung bei den Ausgaben für die stark gestiegenen Energie- und Spritpreise sorgen. Was man dazu wissen sollte, lesen Sie hier..

Vom Entlastungspaket der Ampel-Regierung, um die stark gestiegenen Energie- und Spritpreise für die Bürger zu kompensieren, war ja nicht gleich jeder begeistert. Vorwurf: Gießkannenprinzip, ungerecht et cetera. Das übliche eben. Dennoch gilt es, nicht undankbar zu sein. Denn um die gestiegenen Energiekosten zumindest etwas abzufedern, hilft das Gesamtpaket schon ein wenig. Zum Beispiel, wenn man auf das im Paket enthaltene 9-Euro-Ticket zurückgreift. Was es dazu bisher zu wissen gibt, folgt nun. Los geht's:

Was ist das 9-Euro-Ticket?

Das ist eine vergünstigte Monatskarte für 9 Euro für den öffentlichen Nahverkehr. Es gilt für Busse, S- und U-Bahnen sowie für Straßenbahnen. Aber auch Regionalbahnen können damit genutzt werden, und die dann auch bundesweit. Es ist insofern auch möglich, vergünstigt mit der Regionalbahn von Rostock nach Berlin zu fahren. Oder auch bei einem Besuch in Köln als Hamburger damit in den Bus zu steigen. Denn das Ticket ist nicht auf einen bestimmten Verkehrsverbund beschränkt und kann für insgesamt 27 Euro drei Monate genutzt werden.

Wann ist das Ticket zu haben?

Ab dem 1. Juni 2022.

Wie lange gilt die Rabattaktion?

Insgesamt drei Monate. Also bis einschließlich 31. August dieses Jahres. Die 9 Euro beziehen sich dabei auf jeweils einen Monat. Gleitende Zeiträume sind nach derzeitiger Beschlusslage nicht vorgesehen, wie es in einer zusammenfassenden Übersicht des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heißt. Das Ticket läuft somit jeweils zum Monatsende aus. Ab dem 1. September gelten dann allerorts die vielfach höheren regulären Tarife.

Wie läuft die Sache für Neukunden?

"Für Neukundinnen und Neukunden stehen Schnupper-Abos bereit. Dieses Angebot gilt vom 1. Juni bis zum 31. August dieses Jahres. Für sie soll das Ticket eine Art "Schnupperangebot" sein, das sie von den Vorzügen des öffentlichen Nahverkehrs dauerhaft überzeugen soll. Das Ticket gilt nur für den jeweiligen Kunden", heißt es vonseiten des VDV. Das Ticket wird demnach im Laufe des Mais vorrangig digital, aber auch am Automaten und Kundenzentren zu haben sein. Für die Mitnahme eines Fahrrads ist nur möglich, wenn dafür ein eigener Fahrschein gelöst wird.

Was gilt für Abo-Kunden?

Die müssen sich laut VDV um nichts kümmern. Wer beispielsweise ein Jobticket hat, dem wird von seinem jeweiligen Verkehrsbetrieb die Differenz von 9 Euro und Summe X automatisch zurückerstattet. Alle Vorteile des Abos bleiben erhalten.

Gibt es Kritik zur Umsetzung?

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt bei "RP Online" vor Problemen. "Das 9-Euro-Ticket ist ein guter Ansatz der Bundesregierung, etwas für den Öffentlichen Personennahverkehr zu tun", so der Sprecher von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. "Allerdings drohen bei der Umsetzung mehrere Probleme, die vorher gelöst werden müssen. Wir rechnen mit überfüllten Zügen auf touristisch beliebten Strecken. Dafür müssen mehr Züge bestellt werden". Zudem bedauerte er, dass das Ticket nur für den Regionalverkehr gilt und Fernpendler leer ausgehen, obwohl auch sie massiv unter den hohen Treibstoffkosten leiden. Außerdem sei wichtig, dass nach der Laufzeit das Angebot der Zugverbindungen und der Ausstattung besser werde. Denn "nur dann bleiben die Menschen dauerhaft bei der Bahn als Alternative zum Auto".

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Wer bezahlt das Ganze und wie teuer wird es?

Wohl der Bund. Die Kosten belaufen sich auf geschätzt 2,5 Milliarden Euro. Die nicht zuletzt durch die Corona-Krise und damit verbundenen niedrigeren Fahrgastzahlen belasteten Verkehrsbetriebe sehen sich nicht in der Lage, diese zu tragen. Denn die 9 Euro decken nur einen Bruchteil der Kosten der Verkehrsbetriebe.

Quelle: awi

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