Ratgeber

Chicorée, Feldsalat und Rucola Wie gut ist der Salat?

imago71816788h.jpg

Die positiven Effekte von Salat werden höher bewertet als die Nachteile durch eine Belastung mit Nitrat.

(Foto: imago/CTK Photo)

Salat ist gefragt. Er gilt als kalorienarm und gesund. Während Ersteres unumstritten ist, zeigen Untersuchungen immer wieder hohe Schadstoffbelastungen in den grünen Blättern. Warentest wollte es genau wissen und hat drei Sorten getestet.

Blattsalate sind als Nahrungsmittel äußerst beliebt. Lange vorbei sind die Zeiten, als das frische Grün vor allem als Hasenfutter seine Berechtigung hatte. Nicht nur, dass er mit dem richtigen Dressing oder auch roh vielen einfach schmeckt, gilt er vor allem als gesund. Denn im Salat steckt neben viel Wasser vor allem auch Eisen, Kalium, Folsäure, Vitamin C und jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe. Das klingt verlockend und viele Verbraucher greifen gerne zu.

Doch wie so oft, wenn ein Lebensmittel verstärkt nachgefragt ist, wird beim Anbau auf Massenproduktion umgestellt. Was mitunter Auswirkungen auf die Qualität und die Schadstoffbelastung hat. Die Stiftung Warentest wollte es genau wissen und hat insgesamt 28 Salate auf Schadstoffe getestet. Mit dabei waren zehn Chicorée, neun Feldsalate und neun Rucola vom Discounter und aus Supermarkt und Biohandel. Dabei erzielt Chicorée durch die Bank weg gute und sehr gute Ergebnisse. Was vor allem daran liegt, dass Chicorée das vor allem gefundene Nitrat in der Wurzel und nicht wie andere Salate im essbaren Blatt speichert.

Problem Nitrat

Bei Rucola und Feldsalat sieht es hingegen wegen der zum Teil hohen Nitratbelastungen weniger erfreulich aus. Nitrat kommt quasi in allen Böden vor - durch einen intensiven Ackerbau, Abfällen von Biogasanlagen sowie Massentierhaltung kommt es jedoch häufig zu einer Überdüngung. Dabei ist der Stoff relativ harmlos, was sich aber dann ändert, wenn er sich im menschlichen Körper in Nitrit umwandelt. Denn dieses gilt als potenziell krebserregend. Mitunter findet sich Nitrit auch in gepökeltem Fleisch und auch im Trinkwasser.

Bei anderen Schadstoffen sah es hingegen deutlich besser aus. Lediglich ein Rucola weist deutliche Mengen an Perchlorat auf - zu viel davon kann die Schild­drüse hemmen, Jod aufzunehmen. Allerdings liegen auch hier die Belastungen unterhalb der EU-Richtwerte. 

Bei Chicorée konnten vor allem die Bio-Produkte von Alnatura und Denn's punkten. Beide Waren erhielten ein "sehr gut" (0,79 beziehungsweise 0,80 Euro pro 100 g/Gesamtnote beide 1,0). Aber auch das Produkt von Aldi Nord konnte mit einem "gut" (0,26 Euro pro 100 g, 1,7) überzeugen.

Beim Feldsalat reichte es nur für das Bio-Grün von Denn's zu einem "gut" (1,99 Euro pro 100 g, 2,1). Alle anderen Salate wurden wegen der Schadstoffbelastungen nur mit "befriedigend" oder "ausreichend" bewertet. Für Rucola hingegen fanden die Tester keine einzige gute Note. Bis auf eine Ausnahme Edeka ("befriedigend"/3,5) wurden alle anderen acht Produkte wegen der Gesamtbelastung nur für "ausreichend" befunden.   

Quelle: ntv.de, awi