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Verbraucher können bei den meisten Lachsen bedenkenlos zugreifen.
Verbraucher können bei den meisten Lachsen bedenkenlos zugreifen.(Foto: picture alliance / Holger Hollem)
Mittwoch, 21. Februar 2018

Warentest kostet Fisch: Zuchtlachs macht das Rennen

Es ist gar nicht so lange her, da war Lachs nicht für jedermann erschwinglich. Doch die Zeiten sind vorbei. Und auch gezüchtete Nahrungsmittel sind nicht so schlecht wie ihr Ruf, wie ein Test von Wildlachs und seinen Artgenossen im Bassin zeigt.

Lachs gilt nicht nur als Delikatesse, sondern auch als äußerste gesund - dank den reichlich darin vorkommenden Omega-3-Fettsäuren. Die Zeiten, in denen sich Verbraucher extra auf die Suche nach einer Fischtheke machen mussten, um an das begehrte Gut zu kommen, sind längst vorbei. Seit 2014 verkaufen Discounter und Supermärkte frisch abge­packten Lachs.

Die Stiftung Warentest hat 30 abgepackte Lachsfilets getestet, davon 7 frische und 14 tiefgekühlte von Zuchtlachsen sowie 9 tiefgekühlte von Wildlachsen. Dabei sind die Preisunterschiede ­­gewaltig – ein Kilogramm kostet zwischen 7,95 und 69 Euro.

Fazit der Untersuchung: Guten Lachs gibt es schon für 16 Euro pro Kilo; in Bio-Qualität für 23,60 Euro pro Kilo. Dafür wurden die Filets auf Schadstoffe ­und unerwünschte Mikro­organismen geprüft, Geschmack und Konsistenz bewertet und die Kennzeichnung kontrolliert. ­Die Gesamt­urteile reichen von gut bis ausreichend.

Zuchtlachs schneidet besser ab

Insbesondere beim Zuchtlachs wurde besonders nach kritischen Stoffen gefahndet. Schließlich werden dem Futter in den Fischfarmen nicht selten Antibiotika untergemischt. Rückstände davon konnten aber in den Filets nicht nachgewiesen werden. Genauso wenig wie Quecksilber, Blei oder Kadmium, dem alle Meeresbewohner mehr oder weniger ausgesetzt sind.

Der Wildlachs hat zudem noch mit unschönen Parasiten zu kämpfen, den sogenannten Nematoden­. Diese konnten auch von den Testern in allen freilebenden Lachsen nachgewiesen werden. Glücklicherweise sterben die Parasiten, wenn der Fisch tiefgekühlt, gesalzen oder gegart wird.

Zucht- und Wildlachs unterscheidet sich aber noch in weiteren Punkten. So ist der Wildlachs deutlich länger gefroren als sein Artgenosse aus dem Bassin. Dafür weist der regel­mäßig gefütterte Zucht­lachs deutlich mehr Fett auf als Wildlachs. Denn dieser frisst nach Angebot und bewegt sich auf seinen Wegen durch Flüsse und Meere deutlich mehr.

Bei den frischen Zuchtlachsfilets konnte im Test das Produkt der Deutschen See überzeugen ("gut", 1,8, 30 Euro pro Kilo), genauso wie das "Bio Lachsfilet" von Aldi Nord ("gut", 1,9, 23,60 Euro pro Kilo). Aber auch das mit 16 Euro günstigere "Norwegische Lachsfilet mit Haut" von Seafood Spezialisten konnte punkten ("gut", 1,9). Gleiches gilt für das Produkt Almare Seafood von Aldi Süd zum selben Preis ("gut", 2,0).

Tiefgekühlt sollten Verbraucher bei den "Lachsfilet Portionen" von Eismann zugreifen ("gut", 1,9, 31,50 Euro pro Kilo).

Wer es lieber ganz natürlich mag und sich deshalb Wildlachs schmecken lassen möchte, ist mit tiefgefrorenen "Wildlachsfilets" von Costa gut bedient ("gut", 2,4, 20 Euro pro Kilo).

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Quelle: n-tv.de