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Sport
Noch Fragen? Sandro Wagner.
Noch Fragen? Sandro Wagner.(Foto: imago/Achim Keller)
Montag, 05. März 2018

Die Lehren des 25. Spieltags: Wagner rettet den FC Bayern, keiner den HSV

Von Anja Rau und Stefan Giannakoulis

Wenn keiner will, er weiß da jemanden: Sandro Wagner trifft nicht nur für den FC Bayern, er würde auch Jupp Heynckes' Trainerjob übernehmen. In Hamburg sagt man derweil Tschüss. Der BVB fährt "Rolls Reus".

Der FC Bayern hat einen neuen Trainer

Die Trainerfrage beim FC Bayern ist geklärt. Nachdem einige Tage das Gerücht durch die Fußball-Bundesliga waberte, die Münchner seien an Christian Streich interessiert, stellte der Übungsleiter des SC Freiburg am Sonntag vor dem 0:4 gegen eben jene Bayern im Gespräch mit dem Bezahlsender Sky mal was klar. Nämlich: "Jede Woche ist ein anderer in München. Ich wäre fast beleidigt gewesen, wenn bei den vielen Namen ich nicht aufgetaucht wäre." Aber: Kein Grund für Herzrasen. Im Streich'schen Vokabular sollte das heißen: "Das entbehrt jeglicher Realität. Es gab keine Anrufe, keinen Kontakt."

Muss es auch gar nicht. Für Streich würde nun auch Bayern-Angreifer Sandro Wagner in die Bresche springen - falls Jupp Heynckes im Sommer wieder einmal endgültig in den Ruhestand geht, wonach es ja aktuell aussieht. Also, sprach Wagner, der in Freiburg das 3:0 der Münchner erzielt hatte: "Es wird sich schon jemand in der Republik finden, der uns nächste Saison trainiert." Und falls nicht, sei das auch kein Problem: "Zur Not mach ich es selber." Damit ist das also geklärt. Ansonsten stellt sich auch nach diesem 25. Spieltag die Frage, ob es überhaupt noch Sinn ergibt, die Punkte zu zählen, die der FC Bayern als Spitzenreiter Vorsprung auf den Tabellenzweiten hat. Nun ja: Mittlerweile sind es 20, und auf Rang zwei steht nun der FC Schalke 04, der sich im ihm eigenen Minimalismus zu einem 1:0 gegen die Berliner Hertha quälte. Den Münchnern dürfte das egal sein. Heynckes lieferte nach der Partie einen prägnanten Beitrag zur Diskussion um seine berufliche Zukunft, indem er bei der Pressekonferenz zu seinem Kollegen Streich sagte, dies sei "sicher die letzte Begegnung von uns beiden". Und dann schwärmte der Trainer des FC Bayern nach einer anfangs gar nicht so souveränen Darbietung: "Wir hatten eine sehr gute Raumaufteilung, haben fußballerisch sehr gut gespielt. Ich war sehr zufrieden und angetan von meiner Mannschaft. Das war eines der besten Spiele der Saison von uns."

In Hamburg sagt man Tschüss

Die Mannschaft wehrt sich zwar im Rahmen ihrer limitierten Möglichkeiten, bleibt aber notorisch erfolglos. Und so läuft alles darauf hinaus: Der HSV wird in dieser Saison aus der Bundesliga absteigen. Erstmals - und völlig verdient. Dass die Hamburger immer noch nicht Tabellenletzter sind, haben sie allein den Kölner Pechvögeln zu verdanken, die sich gegen den VfB Stuttgart quasi selbst geschlagen haben. Beim Hamburger 0:0 gegen den FSV Mainz wurde erneut die ganze Misere des HSV deutlich. Einige Fans formulierten das auf einem Plakat so: "R.I.P. Dino".

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Mit einem Sieg wäre zumindest theoretisch noch etwas drin gewesen. Dann hätte der Abstand auf die Mainzer, die auf dem Relegationsplatz stehen, nur noch vier Punkte betragen. Doch ein vergebener Elfmeter von Filip Kostic und die Tatsache, dass die Hamburger gute 30 Minuten nichts mit einer Überzahl anzufangen wussten, sagt viel aus. Dass die Fans "Absteiger, Absteiger" skandieren und Trainer Bernd Hollerbach sich nicht anders zu helfen weiß, als Phrasen zu dreschen ("Wir haben noch neun Endspiele"), passt zum trostlosen Eindruck. Und so bleibt nichts anderes mehr, als das Lied von Heidi Kabel zu zitieren: "In Hamburg sagt man Tschüss, das heißt auf Wiedersehn, In Hamburg sagt man Tschüss, beim Auseinandergehen." Lieber HSV, beehr' uns bald wieder in der Bundesliga, ohne dich ist es doch auch nix.

Der 1. FC Köln mag nicht aufgeben

Apropos Abstieg: Die Kölner hatten wir erwähnt. Auch für sie scheint nun besiegelt, dass sie in der kommenden Saison ihr Glück in der zweiten Liga versuchen müssen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt für das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck nach der Niederlage gegen Stuttgart sogar schon acht Punkte. Dabei begann an diesem Sonntagnachmittag alles so wunderbar. Claudio Pizarro brachte den FC bei seinem Startelfdebüt schon nach sieben Minuten in Führung. Mit 39 Jahren ist er nun der viertälteste Torschütze der Ligageschichte. Älter waren nur Mirko Votava, Manfred Burgsmüller und Morten Olsen. In 18 Jahren war der Peruaner damit in Erstligaspielen erfolgreich. Insgesamt kommt er - inklusive der zwei Tore für den FC Chelsea in der Premier League - auf 194 Treffer. Begonnen hatte Pizarros Serie in der Saison 1999/2000 im Trikot des SV Werder Bremen. Nur in seiner letzten Saison beim FC Bayern, 2014/15, ging er leer aus. Aber zurück nach Müngersdorf: Die Kölner spielten in der ersten Halbzeit stark und doch endete es tragisch. Doch, na klar, die Hoffnung stirbt zuletzt. "Es tut weh", sagte Ruthenbeck. Aber: "Wir geben nicht auf. So einen Ballbesitz- und Kombinationsfußball als Tabellenletzter zu spielen, ist nicht normal. Diese Art und Weise macht mir Mut." Die Stuttgarter hingegen sind obenauf und auf Platz neun angelangt. Ihr vor Amtsantritt arg kritisierter Trainer Tayfun Korkut vermied aber jeden Anschein von Triumph: "Letztlich haben wir ein Tor mehr geschossen als der Gegner und deshalb das Spiel gewonnen."

Marco Reus macht den BVB besser

Marco Reus hat viele Fans. Und nach dem 1:1 seiner Dortmunder Borussia in Leipzig mindestens einen mehr - Willi Orban. Der Kapitän der Rasenballsportler zeigte sich durchaus beeindruckt vom Können des Mannes, der in seiner Karriere so oft verletzt war wie kaum ein anderer seiner Prominenz. Nach einem perfekten nahezu Pass des Kollegen Mahmoud Dahoud hatte Reus an diesem Samstagabend elegant und dynamisch Leipzigs Peter Gulacsi umkurvt und den Ball zum Ausgleich ins Tor befördert. "Das war eine dieser Situationen, die ihn auszeichnen, in denen er mit Tempo in die Tiefe geht und dann die Ruhe hat, am Torwart noch vorbeizugehen", sagte Orban. "Das war gut gemacht, das muss man sagen."

Guter Mann: Marco Reus.
Guter Mann: Marco Reus.(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

Dass Orban die Muße für dieses Lob hatte, zeigte auch, dass die Leipziger nach drei Niederlagen hintereinander mit diesem Remis zufrieden waren. Als Tabellensechster haben sie noch alle Chancen, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Die Dortmunder auf Platz drei haben diese Möglichkeit eh - zumal sie jetzt einen wie Reus haben, der nun alle Tore des BVB in den jüngsten drei Bundesligaspielen erzielt hat. "Er ist gut drauf, keine Frage", sagte sein Trainer Peter Stöger, der auch in der zehnten Ligapartie mit der Borussia ungeschlagen blieb. Erst am 10. Februar hatte der Nationalspieler beim 2:0 gegen den HSV sein Comeback nach 259 Tagen und seinem Teilriss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie gefeiert. Man stehe mit Reus im engen Austausch, wolle ihn nicht überbelasten, betonte Stöger. Aber er weiß auch: Dieser "Rolls Reus" macht den Unterschied. Apropos Königsklasse: Für Leipzig und Dortmund geht es am Donnerstag erst einmal in Europas zweiter Liga mit den Hinspielen des Achtelfinals weiter. Dort trifft der BVB (ab 19 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auf Leipzigs Schwesterklub Red Bull Salzburg. RBL spielt ab 21.05 Uhr gegen Zenit St. Petersburg.

Kohfeldt wechselt den Gefühls-Erfolg ein

Die Bremer werden es nicht gern hören, aber es gibt schon gewisse Parallelen zum Rivalen aus Hamburg. Seit Jahren dümpeln beide Klubs im Kreise der potenziellen Absteiger. Glück für Werder, dass der HSV immer noch schlimmer dran ist. Und dass Werder Florian Kohfeldt hat. Dank der Einwechslungen des Trainers erkämpfte sich die Mannschaft nach einem 0:2 bei der Borussia in Mönchengladbach noch ein 2:2. Erst brachte er kurz nach der Pause Aron Jóhannsson für Robert Bauer, dann wechselte er eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie Jérôme Gondorf für Marco Friedl ein. Beide sorgten in der 78. Minute gemeinschaftlich für das 2:2. Kurios: Schon in der Woche zuvor und am 21. Spieltag hatte Kohfeldt ein goldenes Händchen bewiesen, damals wechselte er sogar die Siegtorschützen ein.

Einen Sieg gab es diesmal zwar nicht, aber einen gefühlten Erfolg schon - der "wichtig für die Moral" ist, wie Kohfeldt sagte. "Es gibt Unentschieden, die sich schlechter anfühlen", meint auch Thomas Delaney, der die Aufholjagd mit seinem Kopfballtreffer einleitete. Und Aushilfskapitän Max Kruse sagte: "Mich ärgert es, dass wir so ein Spiel nur Unentschieden spielen." Neben seinen goldenen Einwechslungen hat es der Trainer geschafft, eine alte Bremer Tugend wiederzubeleben: das Spektakel. Wenn schon Unentschieden, dann bitte mit allem Drum und Dran.

Hoffenheim siegt fürs Gemüt

Sie können es ja doch noch. Der bis Samstag letzte Auswärtssieg datierte vom 5. November 2017. Am elften Spieltag gewannen die Hoffenheimer mit 3:0 beim 1. FC Köln. Dementsprechend freuten sie sich nun über das 2:0 in Augsburg. "Oh, ist das schön", sagt Torwart Oliver Baumann. "Wir sind froh, endlich wieder mit drei Punkten in den Kraichgau zu fahren", ergänzt Trainer Julian Nagelsmann. Mit 13 Zählern rangiert die TSG in der Auswärtstabelle lediglich auf Rang zehn. Zum Vergleich: Im eigenen Stadion haben sie ein Spiel weniger zu Buche stehen, aber neun Punkte mehr auf dem Konto. Das macht in der richtigen Tabelle Platz sieben. Und der Erfolg in Augsburg dürfte auch insgesamt die Stimmung im und um den Klub aufheitern. Schließlich hatte es in den acht Spielen zuvor nur einen Sieg gegeben. Hinzu kamen die schon länger erwartete Trennung von Sport-Geschäftsführer Hans-Dieter Flick und eine Aussprache zwischen Nagelsmann und Fans, die nach seiner überspitzten Publikumsschelte dringend nötig geworden war. Und nun? "Der Support ist da, das wissen wir", sagte Baumann und versprach: "Das sollte jetzt eine Grundlage sein für die nächsten Wochen."

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Quelle: n-tv.de