Technik

iPhone kontrolliert Haushalt Apple Homekit mit Elgato Eve getestet

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Elgato Eve Room weiß genau, wann gelüftet werden muss.

(Foto: kwe)

Apple hat mit Homekit einen eigenen Standard für die Heimautomation entwickelt, der besonders sicher sein soll und der Geräte verschiedener Hersteller verbindet. Zu den ersten gehört Elgatos Eve-Serie, n-tv.de hat sie ausprobiert.

Steckdosen, Lampen, Heizung oder andere Dinge im Haushalt zentral über Smartphone oder Computer zu steuern, kann sehr bequem und praktisch sein, wenn es gut gemacht wird. Es gibt bereits viele Anbieter, die Geräte fürs sogenannte "Smart Home" verkaufen, die allerdings alle einen wichtigen Nachteil haben: Sie funktionieren nur mit der eigenen App und nur Geräte eines Herstellers lassen sich verbinden. Wie AV-Test im vergangenen Jahr festgestellt hat, sind Smart-Home-Kits auch nicht immer sicher vor Hackerangriffen. Aus diesen Gründen hat Apple mit Homekit seinen eigenen Standard entwickelt. Mit ihm können via iPhone oder iPad Geräte unterschiedlicher Hersteller gemeinsam genutzt werden und die von ihnen gesammelten Daten sollen vor unbefugtem Zugriff absolut sicher sein. Elgato ist mit seiner Eve-Serie einer der ersten Anbieter von HomeKit-fähigen Geräten, n-tv.de hat sie getestet.

Starter-Kit für 220 Euro

Elgatos HomeKit-Serie besteht derzeit aus einer kleinen Box, die in Räumen Luftqualität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit misst und aufzeichnet, eine Wetterstation ist für Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck zuständig, Eve Energy ermittelt den Stromverbrauch von Geräten und ermöglicht es, sie per App ein- und auszuschalten. Außerdem bietet Elgato noch ein kleines Gadget an, das registriert, wenn Türen oder Fenster geöffnet werden.

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Eve Energy kontrolliert den Stromverbrauch und dient zur intelligenten Steuerung.

(Foto: Elgato)

Die Einrichtung der Geräte ist wie versprochen ein Kinderspiel, es genügt, den zugehörigen Code mit der iPhone-Kamera zu scannen, um das Gerät per Bluetooth zu koppeln. Ohne Code haben andere Nutzer nur dann Zugriff auf die gesammelten und verschlüsselten Daten, wenn sie als Gast eingeladen werden. Die Eve-Geräte bieten allerdings keine Verbindung, die größere Strecken überbrücken kann. In der Test-Wohnung lieferte die Wetterstation auf 15 Meter Entfernung keine Daten mehr an iPhone und iPad. Holt man sich die Daten der vergangenen Tage oder Wochen ab, benötigt man Geduld, die Geräte lassen sich dazu viel Zeit.

Vielseitiger Sensor

Das vielleicht interessanteste Mitglied der Eve-Familie ist Room (80 Euro), weil es nicht nur einfach den CO2-Gehalt der Luft ermittelt, sondern laut Elgato auch flüchtige organische Verbindungen misst. Dazu gehören beispielsweise Ausdünstungen von Menschen, Möbeln oder elektrischen Geräten. Die Messungen werden in der App zur Auswertung in einer Zeitschiene dargestellt und der aktuelle Zustand im Überblick groß angezeigt. So weiß man, wann man lüften muss und kann unter Umständen den Zusammenhang zwischen Ereignissen und dem Abnehmen der Luftqualität erkennen.

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Die Wetterstation ist natürlich wetterfest, sollte aber trotzdem ein Dach über dem Kopf haben.

(Foto: Elgato)

Benachrichtigungen oder Alarme kann das Eve-System leider nicht auslösen, obwohl es eigentlich sehr sinnvoll wäre. Push-Nachrichten erlaubt das geschlossene Sicherheitskonzept Homekit derzeit nicht. So hilft nur ein regelmäßiger Blick in die App. Ähnlich verhält es sich mit Wetterstation, Strommesser und Eve Door & Window: Sie sammeln zwar zuverlässig Daten, bieten aber bisher sonst kaum Zusatznutzen. Immerhin können Temperaturen oder andere aktuelle Informationen per Siri-Sprachkommando abgerufen werden. Zu den Einschränkungen von Homekit gehört allerdings auch, dass eingebundene Geräte nur bedingt aus der Ferne zu bedienen sind. Um Siri zu Hause etwas erledigen zu lassen, ist für den Fernzugriff bisher noch ein Apple TV der 3. Generation als Vermittler erforderlich.

HomeKit in Szene gesetzt

Am meisten können Nutzer vorerst mit Eve Energy anfangen. Denn die App bietet ihnen die Möglichkeit, Szenen festzulegen, die bestimmte Aktionen auslösen. So kann man beispielsweise festlegen, dass alle verbundenen Lampen gelöscht werden, wenn man Siri sagt "Ich verlasse das Haus". Szenen dürften künftig eine größere Rolle spielen, zum Beispiel, wenn Heizungsregler oder Musikanlagen eingebunden werden. Passend dazu erlaubt es die Eve-App, Geräte zu Dienstgruppen zusammenzufassen, die dann gemeinsam geregelt werden können. Für größere Häuser oder Wohnungen empfiehlt es sich außerdem, Bereiche festzulegen, um den Überblick zu bewahren.

Homekit ist noch relativ neu. Richtig interessant wird Apples Heimautomation erst, wenn es eine Vielzahl von Geräten gibt, die mehr Aufgaben übernehmen können und dürfen. Für interessierte Einsteiger ist Elgatos Eve-Serie aber ein gelungenes Starter-Kit, das die noch eingeschränkten Möglichkeiten so gut wie möglich nutzt. iOS-Nutzer, die mit dem Ausbau ihres Smart Homes noch ein wenig warten, machen aber auch keinen Fehler.

Quelle: ntv.de

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