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Huawei Freebuds 3i Das sind gute ANC-Ohrhörer für 100 Euro

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Die Huawei Freebuds 3i gibt's in Weiß oder Schwarz.

(Foto: Huawei)

Die Huawei Freebuds 3i sind für rund 100 Euro außergewöhnlich günstige kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Ob sie auch so gut sind wie viel teurere Konkurrenten, hat ntv.de ausprobiert.

Mit den Freebuds 3 konnte Huawei die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, echte Herausforderer der Airpods Pro zu sein. Zwar boten die kabellosen Ohrhörer eine effektive aktive Geräuschunterdrückung (ANC), doch konnten sie klanglich mit Apples Topseller nicht mithalten. Denn weil die Chinesen auf Silikon-Aufsätze verzichteten, blieben bei einem sonst sehr ordentlichen Sound die Bässe auf der Strecke. Das soll bei den mit Stöpseln ausgestatteten Freebuds 3i anders sein, die auch nochmal deutlich günstiger zu haben sind. ntv.de hat genau hingehört, ob Huawei diesmal abliefert.

Der Name täuscht etwas

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Etwas umständlich ist, dass man die Ohrhörer drehen muss, um sie ins Ladecase zu legen.

(Foto: Huawei)

Nach dem Auspacken fällt zunächst auf, dass die neuen Ohrhörer trotz des fast identischen Namens keine verbesserten Freebuds 3 sind. Sie sehen anders aus und haben ein völlig unterschiedliches Ladecase. Und ein Blick auf den Beipackzettel ergibt, dass sie auch technisch keine nahen Verwandten sind. Unter anderem steckt in den Freebuds 3i nicht Huaweis starker Kirin-A1-Chip und der Treiber misst statt 14 nur 10 Millimeter.

Keinen großen Unterschied gibt es beim komfortablen Sitz. Trotz der Silikon-Aufsätze spürt man auch die Freebuds 3i kaum im Ohr und könnte sie problemlos den ganzen Tag tragen. Allerdings sind die Akkus spätestens nach 3,5 Stunden erschöpft und müssen ins Ladecase, mit aktiviertem ANC halten sie kaum drei Stunden durch.

Dominanter Bass

Klanglich haben die neuen Ohrhörer wenig mit den Vorgängern gemein. Ihre Bässe sind sehr ausgeprägt, fast schon zu dominant. Die Mitten gehen gegen sie fast unter und die Höhen sind nicht so klar und fein wie bei den Freebuds 3. Den Neuen fehlt auch etwas die Transparenz. Trotz allem ist der Klang für Ohrhörer in dieser Preisklasse gut und so manchem Nutzer dürfte der warme, bassbetonte Sound gefallen. Auch bei Telefonaten können sich die Freebuds 3i hören lassen.

Was die aktive Geräuschunterdrückung betrifft, sind Huaweis neue Ohrhörer durch die Stöpsel-Abschirmung im Vorteil. Sie filtern Verkehrsrauschen in Städten wesentlich effektiver heraus und machen auch in Zügen eine gute Figur. Anpassen kann man die ANC-Stärke nicht, man kann die Funktion lediglich ein- oder ausschalten.

Spartanische Ausstattung

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Auch sonst gibt es für Nutzer nicht viel zu verändern. Bei der Bedienung kann man in der Android-App lediglich wählen, was bei zwei Tippern auf die Touchflächen der Ohrhörer passieren soll: Titel vor- oder zurückspringen, Wiedergabe/Pausieren oder den Sprachassistenten aktivieren. ANC schaltet man über einen langen Tipper ein und aus. Das war's. Da macht es auch kaum einen Unterschied, ob man ein Huawei-Smartphone nutzt, weil dann eigentlich nur die Kopplung noch einfacher klappt. Wer ein iPhone nutzt, hat gar keine Wahl, sondern muss mit den Voreinstellungen klarkommen. Man könnte auch sagen, dass die Ohrhörer sehr unkompliziert sind.

Alles in allem bieten die Huawei Freebuds 3i ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, sie können aber klanglich nicht mit der Oberklasse der ANC-Ohrhörer mithalten, die allerdings auch mindestens doppelt so teuer ist. Das Gleiche gilt für die baugleichen Honor Magic Earbuds, die ursprünglich 20 Euro günstiger zu haben waren. Inzwischen hat Huawei den Preis der Freebuds 3i aber angeglichen.

Quelle: ntv.de