Technik

AV-Test lobt auch Gratis-Software Der beste Virenschutz für Windows 10

avast-free-antivirus.jpg

Guten Virenschutz gibt's auch gratis, zum Beispiel von Avast.

(Foto: jwa)

Welches ist der beste Virenschutz für Windows 10? Das unabhängige Institut AV-Test testet 34 Antivirenprogramme. Nur eines besteht die Prüfung tadellos, Microsofts eigene Lösung versagt in einem wichtigen Bereich. Gratis-Lösungen sind auch sicher, haben aber einen Haken.

Das AV-Test-Institut prüft regelmäßig Virenschutzlösungen für Privatanwender und Unternehmen. Bei den jüngsten Tests im Zeitraum März und April 2016 wurde 22 Virenschutzprogrammen für den Heimgebrauch auf den Zahn gefühlt. Das Institut prüfte die Bereiche Schutzwirkung (Protection), Systembelastung (Performance) und Benutzbarkeit (Usability).

In jedem der drei Bereiche vergab AV-Test maximal 6 Punkte, die volle Punktzahl in allen Bereichen konnte nur ein Antivirenprogramm erreichen. Die gute Nachricht aber: Die meisten Lösungen schützen ihre Nutzer und deren PCs zuverlässig vor Bedrohungen. Im Durchschnitt wurden 97,6 Prozent aller Zero-Day-Angriffe abgewehrt.

Neun Lösungen schützen perfekt

9 von 22 Privatanwendungen bekamen 6 Punkte im Bereich Protection, weitere 7 Programme schnitten mit 5,5 Punkten nur minimal schlechter ab. Auf der Verliererseite steht Microsofts Antiviren-Software Windows Defender. Die brachte es auf gerade einmal 3 Punkten und besetzt so den vorletzten Platz im Ranking mit 13,5 von 18 möglichen Punkten. Schlechter schnitt nur Quick Heal ab (10,5 Punkte), weil es auch bei der Performance versagt (2 Punkte).   

Ganz oben auf der Liste mit der besten Leistung für Privatanwender steht Bitdefender Internet Security mit der bestmöglichen Wertung von 18 Punkten. Knapp dahinter folgen Kaspersky Lab, Symantec und Trend Micro mit 17,5 Punkten, diese drei Dienste erhalten den halben Punkt Abzug für die Systembelastung (5,5 Punkte). Bei Protection und Usability erreichen alle drei die volle Punktzahl. Avira bekommt einen halben Punkt Abzug im Bereich Schutzwirkung (insgesamt 17,5 Punkte).

Die Systembelastung testet AV-Test anhand verschiedener Performance-Tests. Dazu gehören der Aufruf von Websites, der Download, die Installation und das Ausführen von Standard-Software und das Kopieren von Dateien. Außerdem werden alle Antivirusprogramme sowohl auf Standard-PCs als auch auf Highend-Rechnern getestet. Programme, die den Computer ausbremsen, bekommen Punkte abgezogen. Eine Wertung von 5,5 dürften Nutzer im Vergleich zur vollen 6-Punkte-Performance aber kaum bemerken.

Sicherheit gibt's auch im Mittelfeld

Obwohl AV-Test alle drei Kategorien gleich gewichtet, ist für die Nutzer wohl die Schutzwirkung am wichtigsten. Denn kaum jemand wird täglich mit seinem Antivirenprogramm arbeiten wollen (Benutzbarkeit), und wenn ein effektiver Virenschutz das System um einige Sekunden ausbremst, ist das weniger schlimm als wenn nicht alle Bedrohungen erkannt werden.

Empfehlenswert sind daher nicht nur die fünf besten Programme. Die Bestleistung in der Schutzwirkung erzielen auch noch F-Secure und Avast (Plätze 6 und 7) sowie Qihoo 360 (Platz 12). Die Lösung wurde wieder in die Wertung aufgenommen, nachdem der Gratis-Virenschutz im vergangenen Jahr von AV-Test verbannt wurde. Der chinesische Hersteller soll für Tests die Konfiguration seiner Software geändert haben, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

K7 Computing (Platz 15) und Panda Security (Platz 16) werden ebenfalls mit 6 Punkten bewertet, bekommen aber Abzüge für Performance und Usability. Das Test-Label "Top-Product" erhalten alle Schutzlösungen mit mindestens 17,5 Punkten. Das sind Avira Antivirus Pro, Bitdefender Internet Security 2016, Kaspersky Lab Internet Security 2016, Symantec Norton Security und Trend Micro Internet Security.

Die besten Gratis-Programme sind Avast Free AntiVirus 2016 (Platz 6),Qihoo 360 AntiVirus 5.0 und Panda Security Free Antivirus 16.1 (erster Monat gratis). Sie landen nicht unter den Top-Programmen, bringen aber nur wenig Einbußen mit, zum Beispiel bremsen sie das System etwas mehr aus oder sind umständlicher zu bedienen.

Quelle: n-tv.de, jwa

Mehr zum Thema