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Mehr als dicke Hose Größe ist nicht alles beim Huawei Mate 9

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Das Huawei Mate 9 ist ein elegantes Riesen-Smartphone.

(Foto: kwe)

Das Huawei Mate 9 ist vielleicht das schlankste Riesen-Smartphone, das man derzeit kaufen kann. Doch das chinesische Phablet hat auch noch ganz andere Vorzüge, zeigt der Test von n-tv.de.

Das Huawei Mate 9 hat mit seinem 5,9 Zoll großen Display die Bezeichnung "Phablet" wahrhaft verdient. Man muss lange suchen, bis man ein anderes Smartphone findet, dessen Bildschirm fast schon Tablet-Maße hat. Das iPhone 7 Plus oder Googles Pixel XL haben beispielsweise nur 5,5-Zoll-Displays. Trotzdem ist es Huawei gelungen, das Gerät noch relativ kompakt zu halten, durch einen sehr knappen Rand um den Bildschirm ist es praktisch genauso groß wie die Konkurrenten.

Schlicht, aber schön

Auch sonst ist das Design gelungen, das Huawei zum Vorgängermodell nur wenig geändert hat. Das Mate 9 hat ein schlichtes, aber sehr elegantes und hochwertiges Metallkleid. Auf der Rückseite ist die Aluminiumfläche an Ober- und Unterkante durch zwei Kunststoffstreifen für den Antennenempfang unterbrochen. Durch die leicht angeschliffenen runden Seiten und weil das Gerät 7,9 Millimeter schlank ist, lässt es sich für ein Riesen-Smartphone ziemlich angenehm und sicher mit einer Hand halten. Um es so auch bedienen zu können, verkleinert man bei Huawei-Handys die Benutzeroberfläche, indem man mit dem Daumen über die virtuellen Tasten wischt.

Das Display selbst hat nur eine Full-HD-Auflösung, wodurch es nicht zu den schärfsten Bildschirmen in der Oberklasse gehört. Aber es ist hell, stellt Farben korrekt dar und bietet schöne Kontraste. Auch von der Seite betrachtet, ändert sich daran wenig. Und mit der Pixeldichte von 373 ppi lässt das Mate 9 immer noch das iPhone 7 hinter sich.

Große Ausdauer

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Das iPhone 7 Plus ist etwa gleich groß, hat aber nur ein 5,5 Zoll großes Display.

(Foto: kwe)

Der Verzicht auf eine ultrascharfe QHD-Auflösung kommt der Laufleistung des Phablets zugute. Im mehrwöchigen Test-Zeitraum fiel der Ladestand auch bei starker Beanspruchung bis zur Nacht nur selten unter 50 Prozent. Bei normalem Gebrauch hält das Gerät auch mal zwei Tage durch, wenn man Huaweis Telefonmanager seinen Job machen lässt. Dabei sollte man aber kontrollieren, bei welchen Apps er die Hintergrundaktualisierung bei abgeschaltetem Display verbietet. Nicht alle Messenger und E-Mail-Anwendungen erhalten automatisch die Erlaubnis dafür.

Sind die Reserven doch mal aufgebraucht, ist der 4000 Milliamperestunden fassende Akku über das mitgelieferte Ladegerät in rund 90 Minuten wieder voll, weniger als eine halbe Stunde an der Steckdose genügen, um das Gerät wieder über den Tag zu bringen. Klasse!

Auch bei der Leistung spielt das Mate 9 ganz oben mit. Der hauseigene 8-Kern-Prozessor und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher garantieren immer eine flüssige Bedienung. Das Smartphone macht einen ausgesprochen zackigen Eindruck. Damit das auch länger so bleibt, sollen Algorithmen lokal auf dem Handy das Nutzerverhalten analysieren und die Ressourcenverwaltung optimieren. Richtig schnell ist auch der mit 64 Gigabyte großzügig bemessene interne Speicher (UFS 2.1). Zusätzlich schluckt das Mate 9 microSD-Karten, wahlweise auch eine zweite SIM-Karte.

Starke Dual-Kamera

Die wichtigsten technischen Daten

  • System: Android 7
  • Display: LCD, 5,9 Zoll, 1920 x 1080 Pixel, 373 ppi
  • Prozessor: Kirin 960, 8 Kerne, 4 x 2,4 GHz, 4 x 1,8 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB + microSD
  • Kamera: 12 Megapixel + 20 Megapixel Monochrom, OIS
  • Frontkamera: 8 Megapixel
  • LTE Cat. 6, WLAN ac (2,4 & 5 GHz), Bluetooth 4.2, NFC
  • USB-C
  • Akku: 4000 mAh
  • Maße: 156,9 x 78,9 x 7,9 mm
  • Gewicht: 190 g

Auf der Rückseite hat das Smartphone die zweite Generation einer Leica-Dual-Kamera, die erste feierte im Huawei P9 Premiere. Diesmal hat der 12-Megapixel-Farbsensor einen 20 Megapixel auflösenden Schwarz-Weiß-Partner, der unter anderem bei schlechtem Licht oder beim Zoomen Infos für bessere Aufnahmen liefert. Außerdem ist ein optischer Bildstabilisator an Bord, was man vor allem auch Videoaufnahmen ansieht.

Das Kamera-Duo ist sehr auf Zack, durch einen Doppel-Druck auf die Leisertaste schießt es unter optimalen Bedingungen Schnappschüsse aus dem Sperrbildschirm heraus in 0,7 Sekunden. Die Qualität der Fotos ist bei Tageslicht sehr gut und auch in der Dämmerung oder nachts in beleuchteten Straßen macht das Mate 9 noch prima Aufnahmen. Näher betrachtet, zeigt sich dann aber ein stärkeres Farbrauschen. Außerdem hellt die Kamera manche Szenen zu stark auf, was die Stimmung vermiesen kann. Viel besser werden die Aufnahmen, wenn man den tollen Profi-Modus nutzt.

Ziemlich gut funktioniert der digitale Zoom. Durch die eingerechneten Infos des Monochrom-Sensors sind die Bilder deutlich weniger pixelig als üblich. Klasse sehen reine Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus und wenn man ihn richtig einsetzt, kann der nachträglich setzbare Bokeh-Effekt (Große Blende) fast mit dem Porträt-Modus des iPhone 7 Plus mithalten.

Als Telefon spitze

Erwähnenswert ist auch die mit Android 7 schlichter und optisch ansprechendere Benutzeroberfläche EMUI 5.0. Wer möchte, kann jetzt auch auf einem Huawei-Smartphone eine App-Sammlung nutzen, statt alle Anwendungen auf die Homescreens zu verteilen wie beim iPhone. Stark ist auch die Leistung des Mate 9 als Telefon, Empfang- und Klangeigenschaften sind spitze.

Wer ein großes Smartphone haben möchte, mit dem man komfortabel und lange arbeiten kann, liegt mit dem Mate 9 goldrichtig. Schwächen hat das Gerät eigentlich keine, es sei denn man will unbedingt ein QHD-Display und ein wasserdichtes Gehäuse haben. Es ist eines der besten Smartphones des Jahres und durchaus eine Alternative zu Samsungs großen Handys, allerdings ist das chinesische Riesen-Smartphone mit 700 Euro zum Verkaufsstart nicht wirklich günstig. Das Galaxy S7 Edge beispielsweise gibt's online schon für weniger Geld. Wer noch ein wenig wartet, bis der Preis des Mate 9 unter 650 Euro sinkt, liegt sicher nicht falsch.

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Huawei Mate 9 (20 MP + 12 MP Leica Dual-Kamera, 14,9 cm (5,9 Zoll), Kirin 960 Prozessor, mit HUAWEI SuperCharge, Android), grau

 

Quelle: n-tv.de

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