Technik

Irre teurer Sonos-Konkurrent Luxus-Lautsprecher Bowers & Wilkins Wedge

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Der Formation Wedge von Bowers & Wilkins hat ein außergewöhnliches Design.

(Foto: kwe)

Der Wedge gehört zum neuen Formation-Multiroom-System der britischen Edelschmiede Bowers & Wilkins. Wie die ganze Serie ist der WLAN-Lautsprecher wahnsinnig teuer, klingt aber großartig und hat ein fantastisches Design.

WLAN-Lautsprecher liegen schwer im Trend und die Auswahl an hochwertigen Multiroom-Systemen wächst. Einige Hersteller versuchen, Platzhirsch Sonos mit ähnlichen Lautsprechern in ähnlicher Qualität zu ähnlichen Preisen Marktanteile abzunehmen. Bowers & Wilkins geht da einen ganz anderen Weg: Die britische Edelschmiede bietet ein Multiroom-System an, das gut betuchte Musik-Feinschmecker überzeugen soll. n-tv.de hat den Wedge ausprobiert, den mit 1000 Euro günstigsten Lautsprecher der Formation-Serie.

Von vorne bis hinten schön

Das Design des Wedge erinnert an einen flachen Lampion mit wabenförmiger Struktur, der zwei Drittel seines Körpers verloren hat. Manche erinnert es auch an eine geschlossene Muschel oder einen geschliffenen Edelstein. Die außergewöhnliche Form ergibt jedenfalls Sinn, denn so sind die Lautsprecher in seinem Inneren optimal angeordnet, um den Klang in einem 120-Grad-Winkel abzustrahlen. Man kann den Wedge daher problemlos in Ecken oder an eine Wand stellen. Eigentlich sollte man seine Rückseite aber nicht verstecken, denn sie ist aus einem schön strukturierten Leimholz gefertigt.

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Die schmucke Rückseite des Formation Wedge.

(Foto: kwe)

Im Inneren des Wedge stecken ein zentraler 150-Millimeter-Tieftöner (80 Watt) und an den Seiten je ein 90-Millimeter-FST-Mitteltöner und ein 25-Millimeter Kalotten-Hochtöner (je 40 Watt). Damit erzeugt er einen beeindruckend guten Klang, der schon bei niedriger Lautstärke einiges hermacht. Dreht man ein bisschen stärker auf, entwickelt der Lautsprecher aber erst seine ganze Pracht.

Der Wedge hat einen wirklich kräftigen, Bass, der ohne selbst auch nur ein bisschen zu scheppern, die Möbel vibrieren lassen kann. Er ist aber auch in leisen Momenten immer präsent. Ganz weit runter kommt er aber auch nicht. Wer die tiefsten Tiefen ergründen möchte, muss sich den tonnenförmigen Formation Bass zulegen, für den nochmal 1100 Euro fällig sind. Wenn man in einem Mietshaus wohnt, braucht man sich über einen Zusatz-Bass aber keine Gedanken zu machen, sondern freut sich über die wohldefinierten, glasklaren Mitten und Höhen des Wedge. Und durch seine besondere Bauweise erzeugt er für einen Einzel-Lautsprecher auch eine recht breite Bühne.

Insgesamt lässt der Wedge beim Klang den viel kleineren Sonos One oder einen Apple HomePod deutlich hinter sich. Am besten zu vergleichen ist er mit einem Sonos Play 5, in dessen Größenordnung er auch mit seinen Maßen passt: 232 x 440 x 243 Millimeter. Ein direkter Vergleich war n-tv.de zwar nicht möglich, aber es scheint so, als wäre der Klang des Wedge noch ein bisschen definierter und klarer als der des Play 5. Allerdings bieten Sonos-Lautsprecher eine Anpassung an ihren Standort via Trueplay, weshalb letztendlich auch der Play 5 die Nase vorne haben könnte. Eine ähnliche Funktion fehlt den Speakern von Bowers & Wilkins.

Etwas zu puristisch

Einrichtung und Bedienung des Formation Wedge sind einfach. Im Prinzip wird er mit der zugehörigen App lediglich mit dem WLAN verbunden, alles andere erledigen andere Anwendungen, beispielsweise Spotify über die Connect-Funktion. Ansonsten kann man den Lautsprecher via Apple Airplay 2 oder Bluetooth koppeln. Das ist etwas zu puristisch, Sonos hat in Sachen Vielseitigkeit weit mehr auf dem Kasten. Dass Sprachassistenten nicht unterstützt werden, kann Musikliebhabern, die nicht darauf stehen, Lautsprecher anzubrüllen, aber herzlich egal sein.

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Auf der Oberseite hat der Lautsprecher eine Touch-Bedienung.

(Foto: kwe)

Technisch hervorragend hat Bowers & Wilkins die Kommunikation der Formation-Lautsprecher untereinander gelöst. Sie spannen dafür ein eigenes Mesh-Netzwerk und sollen so äußerst synchron und störungsfrei arbeiten. Wie gut das in der Realität klappt, konnte n-tv.de allerdings nicht testen, das nur vorübergehend einen einzelnen Lautsprecher zur Verfügung hatte.

Alles in allem ist der Bowers & Wilkins Formation Wedge als Einzelgänger beeindruckend und lässt klanglich vielleicht in seiner Größenklasse die gesamte Konkurrenz hinter sich. Optisch ist er ohnehin eine Klasse für sich. Allerdings ist er wahnsinnig teuer und ein komplettes Multiroom-System kostet gleich mehrere Tausend Euro. Für ungefähr das gleiche Geld bekommt man zwei Sonos Play 5. Außerdem könnte der Lautsprecher etwas vielseitiger sein.

Quelle: n-tv.de

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